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Die Grenze zwischen der Feld- und Waldkultur, in besonderer Beziehung auf die Länder des linken Rhein-Ufers, binnen dem Rheine, der Saar, Mosel und Aar : geschrieben für Freunde der Natur und des Waldes / von Ludwig Lintz
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meine Ansichten gegründete Ueberzeugung Gewähr leistet,daß ein solcher Zuwachs an Menschen sich wird nährenkönnen, und diese Urbarmachungen nicht den Funktionender Waldungen entgegen stehen, welche die Natur ihnenzugetheilt hat. In welchen Grenzen diese Ausrodungensich bewegen müssen, wird der Gegenstand des letzten.Kapitels seyn, nachdem ich mich werde bemüht haben,die Eigenthümlichkeit der Feld- und Wald-Region näherzu bezeichnen, die Charakteristik des Feldes und Waldesmöglichst, so viel der Stand unsererKenntnisse es erlaubt,auf bestimmte Grundsätze zurückzuführen. Vorher mögtees aber nicht am unrechten Orte seyn, hier folgenderStreitfrage zu gedenken.

Hat die Waldkultur in den Händen des Staates,oder der Privaten sich eine bessere Pflege r»versprechen?

Seither man in den Waldungen eine wichtige Quelledes National-Reichthums erkannte, der Cammeralist,wie der Staatsmann, es nicht unter seiner Würde hielt,sich mit ihrem Wesen vertraut zu machen, mußte natürlichobige Frage zur Sprache kommen, die bey der getheiltenMeynung, welche sich bald über diesen Gegenstand erhob,ein großes Interesse bei dem Forst-Publikum erregte.

Die gründlichen 2deeen eines Smith, welcher dieNothwendigkeit der natürlichen Freyheit des Handelsund des Ackerbaues, zu gleicher Zeit den Nachtheil einergewissen Vormundschaft über den industriösen Verkehrdes Privatmannes auseinandersetzte, mogten zu der Ent-wickelung des Begriffs, den viele hegten, und noch hegen,daß die Waldungen am besten in seilten Händen ver-waltet würden, beigetragen haben; obgleich dieser Schrift-