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Die Grenze zwischen der Feld- und Waldkultur, in besonderer Beziehung auf die Länder des linken Rhein-Ufers, binnen dem Rheine, der Saar, Mosel und Aar : geschrieben für Freunde der Natur und des Waldes / von Ludwig Lintz
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Ueber die Ergiebigkeit der Felder der mehrsten Länderbat man mehrere, wenn auch nicht sehr genaue Angabe«;es ergiebt sich doch wenigstens so viel aus dem Ganzendieser Mittheilungen, daß in den südlichen Landern, insofern ihnen eine mäßige Feuchtigkeit nicht abgeht weilim Gegen-Falle anch beym besten Boden die Fruchtbarkeitunterliegt unsre Feldfrüchte reichere Erndten liefern,wie die nördlicbern Länder, wo eine rüfältige Erndteunter die vorzüglichen, eine 3ofältige unter die seltenengehört, wenn in den Ebenen von Cordova, Merico undVilla de Leon, wo ein Saamenkorn 6070 Stengel,deren Aehren jede 90 , oft 160 Körner enthält, derWeizen in Regel, wenn der Regen nicht ausbleibt,35 üo mal, selbst 50' 60, ja sofältige, und der Mais150 bis 200, ja sogar 300 /»OOfältige Früchte giebt;wo, wie im afrikanischen Guinea, oder Delta, dreymalgeerndtet wird, und das abgemähte Gras in einer NachtZoll hoch wächst, das von Heuschrecken abgenagte Laubder Bäume binnen vier Tagen wieder vollkommen ersetzt ist!

Vergessen darf man freylich nicht, daß der mit einertiefen Schichte Dammerde bedeckte Boden vielen Theilan dieser außerordentlichen Fruchtbarkeit hat, die jedochdort wie überall, wenn nicht Fleiß und Kunst der nachund nach erschlaffenden Fülle zu Hülfe eilen, abnimmtund daß, wenn der Regen ausbleibt, die Mißjahre sichin diesen paradiesischen Gegenden häusiger einstellen,härter treffen, wie bey uns.

Aus der hier mitgetheilten, in Humboldts Ver-suchen über den polnischen Zustand Neu-Spaniens auf-genommenen Uebersicht der Durchschnitts-Erträglichkeitunsrer Cerealien in verschiedenen Ländern Europas undAmerikas, die natürlich weit geringere Zahlen giebt, als