Forst - Jnspector Müller *), die ein weit geringeresWachsthum, wie das der nemlichen Holz-Gattung, inDeutschlaud bezeichnen, stimmen wenigstens für dieseMeynung. Wenn wir aber folgende sich auf Erfahrungengründende Beobachtungen zusammenstellen;
1) daß mehrere der deutschen Holzgattungen, wieder Ahorn, die Hainbuche, Buche, Ulme, Esche, endlichdie Eiche kaum soweit nach Norden hcrabsteigen, wieunsre Cerealicn, ein großer Theil derselben aber, dieTannen, Fichten, Kiefern und Lerchen, die Birken,Aspen und Weiden bey einer weit geringern mittlernTemperatur ausdauern, wie diese;
2 ) daß nicht die heißen Sommer den Zuwachs unsrerWaldungen so sehr fördern, als die mäßig warmen,aber feuchten Jahre und ein trocknes, fruchtrciches Jahrselten demselben günstig ist, et vice versa;
Z) daß die Produktion der Ecrcalicn in den südlichenProvinzen der vereinigten Staaten, in den Floridasundin Neu-Californicn weit bedeutender ist, wie in dennördlichen Freystaaten der Provinzen Maine, Newhamp-shire bis Pensylvanien;
ä) daß Deutschlands Holzgattungen in südlichermStande früher, wie seine Feldfrüchte andern Pflanzen,wie dem Mais, Reiß und Bananas; denen durchgängiggenießbare Früchte tragenden Bäumen, wie z. B. demKastanien - und Maulbecr-, dem Ocl- und Olivenbaume,der Manna-Esche rc. weichen; so dürfte man allerdingszu der Folgerung berechtigt seyn, daß: 1) die Cerea-lien sich mehr der Wärme, unsre Holzgattungen imAllgemeinen aber mehr der Feuchtigkeit hinneigen;
*) Haußmaiin'S Reise durch Skandinavien. 5tcr Band.