Buch 
Die Grenze zwischen der Feld- und Waldkultur, in besonderer Beziehung auf die Länder des linken Rhein-Ufers, binnen dem Rheine, der Saar, Mosel und Aar : geschrieben für Freunde der Natur und des Waldes / von Ludwig Lintz
Entstehung
Seite
86
JPEG-Download
 

86

zuweilen unrichtige Schlüsse bauen dürste; denn uner-wachsene ganz gleiche Bestände werden selten angetroffen,und nicht nur nach ihrem Schlüsse, sondern auch nachder Natur und Beschaffenheit des Bodens, äußert sich diegrößte Productivns - Fähigkeit des Waldes hier früher,dort später.

Die Waldungeu im rothen bunten Sandsteine und imSchieferthone der Steinkohlen-Formation beweisen dies;in letzterem Gebirge erfolgt die stärkste Entwickelung desWuchses später, wie in ersterem: dies befremdet nicht,wenn man durch Analogie weiß, daß die werthvollstenProductionen der mehrsten Zeit zu ihrer vollkommncnReife bedürfen.

Merkwürdig ist es, daß die progressive Abnahme derProduktion der Waldungen sich sebr verschieden in Betreffdes Höhcstandes gegen ihr Verhalten in den Polar-Ge-genden verhält.

Zwar erreichen die Weißtannen, Fichten und Lerchen,so wie sie auch weit tiefer nach Norden gehen, beträcht-lichere Höhen, wie die Buche und Eiche, Eschen undAhorne; die Birke aber, die im Norden kaum dxr Schnee-Linie weicht, ersteigt nirgends in unsern Gegenden diehöchsten Punkte, es sey denn als Gestrüppe: in den Do-gesen wird sie 3 ooo Schuh hoch nicht mehr in freudigemWüchse gefunden, schon bey 2000 Schuh Elevation, wodie Buche noch sehr kräftig ist, ist ihr Kümmern, nochfrüher im Soon - und Hohwalde, dem Dürkheimer undElmsteiner Gebirge, so wie auf dem Weilerkopfe sichtbar.

Etwas tiefer nach Norden wagt sich die Eiche, alsdie Buche, umgekehrt scheint diese den Einfluß des Höhen-Standes weniger zu fürchten, wie jene.

Die Krcftr, welche am Pole der Birke auf dem Fuße