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Die Grenze zwischen der Feld- und Waldkultur, in besonderer Beziehung auf die Länder des linken Rhein-Ufers, binnen dem Rheine, der Saar, Mosel und Aar : geschrieben für Freunde der Natur und des Waldes / von Ludwig Lintz
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sämmtlicher Herrschaftlichen und Gemeinde-Waldungender ganzen Eifel, und eines großen Theils des Hoh-und Soonwaldes, so wie des ganzen Hundsrücken, nichtminder, vieler Gebirgs-Waldungen der Pfalz, zur Folgegehabt.

Diese Degradation der Waldflächc geht in der Eifelso weit, daß kaum einige, noch nicht haubarc Bestände,wie z. B. der Kitzkorb bey Gerolstein, einige Stangen-hölzer bey Manderscheid, noch beweisen können, daß dieNatur diese Gegend, hinsichtlich der Holzproduktionskraft,nicht stiefmütterlicher, wie viele andere Länder, welchedie Forste, als ihren edelsten Schmuck, dem forschendenWanderer zeigen können, ausgestattet hat: denn sämmt-liche Waldungen verdienen dort kaum mehr diesen Namen,wo nicht durch die ihnen zugetheilte Bestimmung, die siein keiner Hinsicht mehr erfüllen. Auf einem entnervten,aller Vegetationskrast beraubten Boden, kümmert dasHolz dahin, erreicht weder Höhe noch Stärke: die spär-lichen Nahrungsstoffe, die die verarmte Erde ihm mit-theilen könnte, raubt ihm noch vollends die an seinemFuße wuchernde Heide und Heidelbeere.

Man findet das getreue Gegenbild des gegenwärtigenZustandes der Eifel und eines großen Theils des Hoh-waldes in der Darstellung der Acker - und Forstkulturim Herzogthum Berg, welche der Herr Forst-InspektorFromm im IV. Hefte 1818 des Forst- und Jagdarchivsgeliefert hat; nur ist zu bemerken:

i) Daß die Eifel reicher an Dörfern als an Höfen ist.

Erstere bildeten sich, von einer größer» Wiesen-Pro-duktion, vom Genusse beträchtlicher Gemeinde-Weidenund Hecke» unterstützt; dahingegen die Höfe des Bergi-schen Landes ihr Daseyn in spätester Zeit einzelnen Kolo-