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Die Grenze zwischen der Feld- und Waldkultur, in besonderer Beziehung auf die Länder des linken Rhein-Ufers, binnen dem Rheine, der Saar, Mosel und Aar : geschrieben für Freunde der Natur und des Waldes / von Ludwig Lintz
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baren Boden der Trapp - und Mandelstcinforinatioli, nichtin dieser Verlegenheit; denn unstreitig wird dort zu vielAckerland gebauet; nothwendige Ursache und Folgeder kärglichen Erndtcn und einer geringen Bevölkerung.

Denn vbschon die Bevölkerung wohl nicht (nachSmith) unter allen Verhältnissen als der sicherste Maß-stab des Wohlstandes, wenigstens nicht des Gesammt-Wohlstandeö oder des Glückes einer Nation, angesehenwerden kann, weil sonst China, ein Reich wo das Elendder untern Menschenklasse eben so unendlich groß, als dieBevölkerung unter dem Einflüsse eines blühenden Acker-baues in vielen seiner Provinzen außerordentlich stark ist,das glücklichste Land der Erde müßte genannt werden;so läßt sich doch nicht läugnen, daß bey einer geringenBevölkerung, wenn sie auch nicht auf die Bearbeitungdes Bodens eine unmittelbare sichtbare Einwirkung äußerte,der Ackerbau nicht gedeihen kann.

Wie aber einem solchen Lande zu helfen, dessen Pro-duktion kaum zur notdürftigsten Erhaltung der Bewohnerhinreicht; dessen Wohlstand durch die verbängnißvollcnHungcrjahre von 1816 und 1817 vollends zu Grunde ge-richtet worden? Die Steigerung der Bevölkerung, ohnedie Erhöhung seiner Produktion, kann nur das vorhan-dene Elend mehren, nicht mindern!

Die Vorschläge des Herrn Fromm zur Verbesserungder Wiesen und Aecker, können nur Beifall erhalten,und vou der glücklichen Anwendung der ausgelaugtenAsche und des Gipses hat Herr Schwarz als Beyspieldas ohnfern dem Donnersbcrge liegende Dorf Kriegsfeldangeführt *).

*) Dessen Beobachtungen über den Ackerbau der Pläsier.Berlin 1816 .