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Als vor 14 Jahren der Forst Kriegsseld zu meinerOberförsterey gehörte, kam ich öfters nach diesem Orte,dessen Ackerland bei weitem nicht so blühend war wiejetzt; wo ein großer Theil der jetzt nicht allein urbar ge-machten sondern gut gcbaucten Felder damals noch derWeide überlassen war.
Es ist gewiß, daß wie Herr Schwarz sagt, die Ein-führung der ausgelaugten Asche, indem sie die erloscheneDcgetationskeaft wieder belebte, den ersten Anlaß zu derglücklichen Umformung der dortigen Feld-Kultur gab,andere Ursachen wirkten aber gleichzeitig und später kräftigmit zu derselben hin.
Der Geist eines aufgeklärten Sinnes und einer ver-nünftigen Feldwirthschaft hatte schon längst die ganzenahe liegende Pfalz durchdrungen, dessen günstiger Ein-fluß sich weiter verbreitete; der Kleebau, mit ihm dieStallfüttcrung, die zwey Hauptstützen des Ackerbaues,fanden Eingang und die Landwirthschaft stieg täglich,als mit der französischen Besitznahme die drückende Lastder Zehnten und Frohnden verschwand; als des Land-mannes Fleiß nicht mehr der Raub eines übermäßigenWildstandcs geworden war und die damaligen Kriegs-verhältniffe, die den rheinischen Provinzen einen dauern-den lebhaften Verkehr verschafften, dem Bauer einen vor-theilhaflen Absatz seines Viehes, seiner Früchte zusicherten.
Kriegsseld liegt nach meiner barometrischen Beobach-tung 1084 Schuh über dem Meere. Die Felder, derenBoden ein mit Sand gemischter etwas eisenhaltiger Leimenist, liegen etwas höher; etwa 100 Schuh höher geht derLeimen ganz in Sand über, wo denn auch eine merklicheAbnahme der Feldproduktion sichtbar ist.
In Kriegsseld wird bey günstigen Jahren in gut