II. Die Wolle des Waldes im Kreisläufe des Wassers.
Wie oben erwähnt, sind nächst dem Kohlenstoff die beidenElemente, welche das Wasser zusammensetzen: Sauerstoff undWasserstoff wesentliche Bestandtheile der verbrennlichen Pflanzen-substanz und zwar sind dieselben sowohl als Bestandtheile dervollkommen getrockneten organischen Materie in Forin von chemi-schen Verbindungen mit Kohlenstoff vorhanden, z. B. im Stärke-mehl, Zucker, Gummi, der Holzfaser, den Pflanzensäuren rc.,als auch in Form von Wasser, welches alle Zellgewebe der leben-den Pflanzen durchtränkt und selbst in Theilen abgestorbenerPflanzen z. B. im Holz, Stroh, Heu, Leinfaser u. s. w. als„hygroscopisches Wasser" so fest gebunden ist, daß es erst beilängerem Trocknen in Lust von der Temperatur des siedenden.Wassers verdunstet.
In den chemischen Verbindungen sind die beiden Grund-stoffe bald in gleichem Verhältniß wie im Wasser vertreten undbilden so die sogenannten „Kohlenhydrate," wohin z. B. Stärke,-Zucker, Cellulose gehören, bald sind beide in Verändertem Ver-hältniß in der Verbindung, so z. B. auch in Verbindung mitStickstoff in den pflanzlichen Eiweißstoffen oder „ProtsiNkörpern",bald ist nur ein einziger derselben mit Kohlenstoff verbunden,während der andere ganz fehlt, z. B. in vielen Fetten undund Oelen, welche nur aus Kohlenstoff und Wasserstoff bestehen,während anderseits Kleesäure nur Kohlenstoff und Sauerstoffenthält. Wasser ist daher ein unentbehrlicher Pflanzennährstoff,indem es Grundstoffe liefert, die bei der Assimilation in orga-nische Materie übergehen und Bestandtheile der Pflanzensubstanz.werden. Wasser als solches aber ist ohne Ausnahme in