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Der Wald im Haushalte der Natur und des Menschen / von Rudolf Weber
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II. Die Rolle des Waldes im Kreisläufe des Wassers.

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steht. Jedem Temperaturgrade entspricht aber ein bestimmtesMaximum der Dichtigkeit des Wasserdampfes, und da ein mitLuft vermischtes Wassergas sich in dieser Beziehung gerade soverhält, wie reiner Dampf, so hat auch die Luft bei jedemWärmegrad einen gewissenSättigungspunkt" für Wasser-gas, über welchen hinaus eine weitere Ausnahme gasförmigenWassers nicht möglich ist.

Erniedrigt sich also die Temperatur einer derart gesättigtenLuft, so scheidet sich flüssiges Wasser aus; in der Natur geschiehtdies entweder in der Form von sichtbaren Dunstbläschen undfeinen Wasserkügelchen, die wir Nebel und Wolken nennen, oderin Tropfenform als Thau und Regen, oder, wenn die Tempe-ratur unter 0° ist, als Reif, Duftanhang, Glatteis, Schnee undHagel.

Erwärmt sich dagegen eine mit Wasserdunst gesättigte Luft,so hat sie die Fähigkeit, noch mehr gasförmiges Wasser auf-zunehmen. Je höher die Temperatur der Luft steigt, ohne daßweitere Zufuhr von Wasserdampf stattfindet, desto weiter istdiese Luft von ihrem Sättigungspunkte entfernt und einesolche nennen wirtrockene Luft". Um den Grad derTrockenheit oder Feuchtigkeit der Luft zu bezeichnen, giebt manan, der wie vielste Theil von der, je nach der herr-schenden Temperatur möglichen, Sättigung wirklichvorhanden ist und drückt dieserelative Luftfeuchtigkeit" inProzenten aus, indem eine vollständig gesättigte Luft 100 ge-setzt wird. Will man dagegen bezeichnen, wie viel Wasser-gas absolut in der Luft vorhanden ist, so gibt man diesdurch den Druck an, welchen dasselbe für sich allein auf dieQuecksilbersäule des Barometers ausübt, und mißt diesenDunstdruck" in Millimetern. Die Ermittlung beider Größengeschieht mittelst der sog.Psychrometer " und ist für die Er-forschung der Witterungserscheinungen von großer Wichtigkeit, wieauch bei jeder Besprechung des Wassergehaltes der Lust stetseine strenge Trennung beider Begriffe festgehalten werden muß,da unser Gefühl uns nur von derrelativen Luftfeuchtigkeit"Kenntniß giebt, ohne denabsoluten Feuchtigkeitsgehalt" anzu-zeigen.

Es fragt sich nun, woher dieser für die klimatischen Ver-

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