II. Die Rolle des Waldes im Kreisläufe des Wassers.
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Orientirung über die vorliegende Frage beitragen, wobei zugleichbemerkt wird, daß 1 Millimeter Regenhöhe gleich 1 Liter proMeter oder gleich 1 Hektoliter pro Ar oder gleich 10 Kubik-meter pro Hectar ist.
nun.
Ostpreußen 61, „
Schlesien
rara.
Prov. Sach-
ININ.
Westprenßen 58,^
Ebene
84,«
sen u. Thü-
58.»
Pommern 57,g
Schlesien
ringen
Gebirge
69,g
Harz
92,.
Schleswig-Holst.
Branden-
Hessen
56,.
Nordseeküste 70„
85,2
68,2
Ostseeküste 66 ,.
Kgr. Sachsen 61,g
Westfalen
78,o
Posen 50,g
63,.
Bei der Kondensation dieser Wassermengen spielen aberlokale Einflüsse eine große Rolle, insbesondere die absoluteHöhe eines Ortes über dem Meer und die Bewaldung einesLandes. Was ersteren Punkt betrifft, so haben hoch gele-gene Orte bekanntlich eine kältere Temperatur als Tieflagen-unter sonst gleichen Verhältnissen, daher erniedrigt sich derSättigungspunkt der Luft, wenn dieselbe an Gebirgen empor-streicht und letztere wirken daher als Kondensatoren der Luft-feuchtigkeit. Ein Beispiel dafür liefert in obiger Zusammenstel-lung der Harz und ein weiteres finden wir in der Vergleichungzwischen den Regenmengen von Genf (75,z Millimeter) mit jenendes St. Bernhard (139,5 Millimeter).
Der Einfluß des Waldes auf Vermehrung der Regenmengeläßt sich theoretisch aus den beobachteten Thatsachen sehr wohlableiten. Einmal ist die Waldluft stets unter Tags kühler, alsjene im Freien, namentlich im Sommer, ferner ist dieselbe auchfeuchter d. h. ihrem Sättigungspunkte näher. Als Beleg hier-für mögen die Von Hrn. Pros. vr. Ebermayer veröffentlichtenBeobachtungen des relativen Feuchtigkeitsgehalts der Luft, welcheals Durchschnitt der Ergebnisse von 7 bayerischen Stationenfolgende Mittel der Jahreszeiten und des Jahres angeben: