III. Einfluß des Waldes auf das Klima, die Wewoßu-öarkeit und die Hefundßeitsv erl)altnisse der Länder.
Bekanntlich ist die Hauptquelle der auf der Erdoberflächeherrschenden Boden- und Lustwärme die Sonne. Zwar besitztauch das Innere der Erde eine Eigenwärme und man nimmtgegenwärtig an, daß der Erdkern eine feurig flüssige Masse vonsehr hoher Temperatur sei, allein aus der Erdoberfläche kommtdiese Erdwärme fast gar nicht zur Geltung und ist nicht imStande, den Verlust an strahlender Wärme, welcher unausgesetztvon der Erdoberfläche aus in den kälteren Weltraum stattfindet,zu decken. Jeder Theil der Erdoberfläche empfängt daher diesenErsatz durch Absorption der auf ihn fallenden Sonnenstrahlend. h. durch Umwandlung der lebendigen Kraft ihrer Aether-schwingungen in Wärme. Je nach der Stellung der Erdkugelzur Sonne ist aber die Intensität dieser Bestrahlung sowohl aufden verschiedenen Zonen der Erde, als auch in den einzelnenJahreszeiten ungleich groß und demnach wird auch ihre Wirkungauf Luft- und Bodenwärme sowie alle jene Vorgänge in derAtmosphäre, welche wir zu den „Witterungserscheinungen" rechnen,verschieden sein. Den durchschnittlichen Gang aller dieser Wir-kungen der Sonnenwärme auf irgend welchen Punkt der Erdenennt man das Klima dieses Ortes.
In der Hauptsache hängt allerdings das Klima zunächst vonder in der mathematischen Geographie näher dargestellten wechseln-den Stellung der Erde zur Sonne ab und für die einzelnenOrte ist die geographische Lage oder die Entfernung vom Aequatorder wichtigste Faktor des Klimas („mathematisches" oder„solares Klima"), aber nächst dem wirkt auch der Wasser-