III. Der Einfluß des Waldes auf das Klima.
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Die Stämme des Waldes unterstützen mithin sehr bedeutenddie ausgleichende Wirkung, welche größere Waldmassen auf dieTemperatur der ^Luftströmungen ausüben, so daß also nicht blosdie transspirireuden Blätter und der Boden, sondern auch derHolzkörper der Bäume im Sommer und im Frühling diewärmere Luft abkühlen und zugleich Wasserdunst condensiren.Wegen der geringeren specifischen Wärme und der geringerenLeitungsfähigkeit des Holzes steht aber seine Wirkung gegenüberjener der Blattorgane und des Bodens zurück.
Da die Beobachtungen über den Einfluß des Waldes aufdie Feuchtigkeit der Luft und des Bodens, ferner auf die Ver-mehrung der Regenmenge und Thaubildung schon im vorher-gehenden Abschnitte in Betracht kamen, so sind hiermit die ein-zelnen klimatischen Faktoren, deren Modifiaktion durch denWald nachgewiesen ist, der Reihe nach besprochen und wir kennennun mit besserem Verständniß:
b) die Gesammtwirkung derselben auf die Bewohn-barkeit der Länder in's Auge fassen, welche sich in denErfahrungen über die Nachtheile größerer Entwal-dungen ausspricht.*)
Selbstverständlich werden größere Abholzungen und Devasta-tionen von Waldungen nicht überall gleiche Folge haben, sondernes werden vorzüglich solche Gegenden, deren Klima ohnehinschon sehr zu Hitze und Trockene hinneigt, oder welche wegen ihrerMeeröshöhe, geographischen Lage oder Terraingestaltung besondersvon gewissen schädlichen Windströmungen bedroht sind, oder derenBoden in geringem Grade die Fähigkeit, Wasser zurückzuhalten,besitzt, namentlich in Gebirgslagen, die Nachtheile der Wälder-vernichtung im vollem Maaße empfinden. So berichtet manaus allen Alpenländern: Tyrol, der Schweiz , den französischen
Die im Nachstehenden eingeflochtenen historischen und geographi-schen Daten sind ein kurzes Resums aus verschiedenen Werken, nament-lich: „Für Baum und Wald" von Dr. M. I. Schleiden , „DerWald von Or. H. Rentsch und „Die Bedeutung und Wichtig-keit des Waldes" rc. von F. Freiherrn v. Löffelholz-Colberg undAnderen.