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Der Wald im Haushalte der Natur und des Menschen / von Rudolf Weber
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III. Der Einfluß des Waldes auf das Klima.

die Fähigkeit des Waldes, den feuchten Luftströmungen tropfbarflüssiges Wasser zu entziehen. Ferner verhindert seine niedrigeTemperatur die schnelle Verdunstung des Bodenwassers und derWaldboden ist daher noch feucht und frisch, wenn der nackteBoden des freien Landes schon an großer Trockene leidet.

, Es ist deshalb von Interesse, die Größe der Temperaturver-schiedenheit zwischen Waldboden und Boden des Freien zu kennen n

Im

Frühling

Ober-

fläche

w V-Fuß in 1 FußTiefe Tiefe

in 2 FußTiefe

in 3 FußTiefe

in 4 FußTiefe

Temperatur-Unterschied in Reaurnur'fchen Graden.

2/03

_

1/62

1,8°

^/S7

1/19

Sommer

- b,Ig

_cr

0,33

b,49

b,2g

_ tz

0/17

Herbst

l/V1

0,YZ

1,04

1,27

1/46

1/S9

Winter

0,2i

st" 0,01

st" 0,11

st" 0,8

0,oi

-0,11

Mithin ist der Waldboden im Sommer in allen seinenSchichten bedeutend kälter als der Ackerboden, er wird alsovorzüglich in dieser Jahreszeit die beiden erwähnten Funktionenvollziehen; geringer ist der Unterschied im Frühjahr und Herbstund man kann hieraus den Schluß ziehen, daß in heißen Län-dern auch die Einwirkung des Waldes auf Bodenwärme undErhaltung der Bodenfeuchtigkeit stärker sein müsse, als in ge-mäßigten Klimaten. Im Winter ist dieser Unterschied äußerstgering und zeigt sogar positive Abweichungen, mithin ist zu dieserJahreszeit die Bedeutung des Waldes in der oben angedeutetenRichtung fast gleich Null.

In welcher Weise die Temperatur der Waldbäume sichan den klimatischen Einflüssen der Wälder betheiligt, zeigen gleich-falls die Unterschiede derselben von der Lufttemperatur imFreien, welche sich aus dem oben angeführten Werke folgender-maßen berechnen.

Differenzen

im

Frühling

im Sommer

im Herbst

im Winter

in 1,8 Meter Höhe

^,08

_ rr o

0,03

_ 1 0

^/ I 2

_ »

in der Baumkrone

_ 1 v

-^,00

_ l^v

._ v

0,52

_0 o

0,32