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Der Wald im Haushalte der Natur und des Menschen / von Rudolf Weber
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III. Der Einfluß des Waldes auf das Klima.

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wo eine Pflanze Wurzel fassen könnte. Ueberhaupt ist demKarst " in Folge dieser Trockenheit des Bodens und der Luftein erschreckender Charakter der Sterilität aufgedrückt, da nahezu54 Quadratmeilen Landes der Gefahr ausgesetzt sind, allmähligder Verödung entgegenzugehen, wenn nicht durch künstliche Auf-forstung der noch rettbaren devastirten Waldungen Schutz vorden Winden und Erhaltung der Feuchtigkeit des Bodes er-zielt wird.

Wenn auch nicht immer klimatische Veränderungen sich be-merkbar machen, so liegt dagegen in sehr vielen Fällen die Gefahrder Entwaldungen in der Abnahme der Fruchtbarkeit desBodens, der früher den Wald getragen hatte. Die Wäldersind ohnehin in den meisten Ländern schon zum großen Theiledurch die Cultur auf die schlechteren Standorte und solche Lagenzurückgedrängt, welche zur landwirthschaftlichen Benützung ausirgend welchem Grunde untauglich sind; solcherabsoluterWaldboden" sollte daher billigerweise die unüberschreitbareGrenze für die Waldrodung bilden, was aber leider nur zuhäufig übersehen wurde. Insbesondere sind die kleineren Privat-nnd die ländlichen Gemeindewaldunzen auch auf flachgründigem,steinigem oder sandigem Boden, an steilen Gehängen oder aufrauhen Hochplateaus, auf den Gipfeln der Berge wie in denKüstenstrichen auch da abgeholzt worden, wo höchstens einemagere Weide von sehr kurzer Dauer zu erwarten war. Häufigallerdings fehlte es auch an den Mitteln und der Thatkraft, dieanfangs beabsichtigte Wiederverjüngung der abgetriebenen Flächenauf künstlichem Wege zu bewerkstelligen. So kommt es denn,daß fast in allen Ländern sich größere oder kleinere derartigverödete Flächen finden, die wegen ihrer Unfruchtbarkeit undUnbewohnbarkeit dem Wohlstand einer Nation empfindlichenSchaden bringen.

Die hauptsächlichsten und ausgedehntesten derartigen Oedlän-dereien Deutschlands sind: die Westküste Holsteins, wo ca. 25geographische Quadratmeilen von allem Wald entblößte Flug-sandflächen, verödete Haiden und Gestrüppe mit einzelnen Sümpfendie Reste ehemaliger Waldungen bilden. Ebenso sollen in Schles­ wig ca. 20. Quadratmeilen ähnlicher Flächen von der Nordsee-küste aus sich erstrecken. Von den großen Mooren an der Ems