L. Die ProduWonsverhLlwisse des WaldgewerbeS.
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Produktionsverhältnisse des Waldgewerbes.
Aus diesem kurzen Ueberblick ist die Stellung der Forstwirth-schaft unter den übrigen Produktionszweigen zu entnehmen; ihrehauptsächlichste Güterquelle ist die Natur, welche in der Sonnen-wärme und den schon oben besprochenen Stoffen des Bodensund der Lust, die Mittel zur Produktion der Walderzeugnissebietet.
Bor Allem ist aber hier zu bedenken, daß die Erziehungvon Holz erst dann eine Produktion ist, wenn damit ein bereitsvorhandenes menschliches Bedürfniß gedeckt wird. So langedie Waldmassen Deutschlands noch eine geringe Bevölkerung mitHolz zu versorgen hatten, gewann man die Waldprodukte nurim Wege der Okkupation eines herrenlosen Gutes.Erst seit feste Ansiedelungen, ausgeschiedener Grundbesitz undsteigender Bedarf dem Holz einen Tausch werth schufen, beganndie Waldwirthschaft in den dem Culturlande zunächst liegendenForsten den Charakter eines Produktivgewerbes zu bekommen,während der jährliche Zuwachs in den noch nicht okkupirten Ur-wäldern für die damaligen Generationen höchst werthlos undgleichgiltig war. Der Holzbezug aus den entfernteren Wal-dungen begann erst dann, als die stärkere Nachfrage eine solcheWerthschätzung des Holzes bewirtt hatte, daß sich der weitereTransport verlohnte; die näher liegenden Waldungen bekainendadurch einen desto höheren Werth, indem der erleichterte Bezugaus ihnen als eine vortheilhafte Eigenschaft ihrer Lage erachtetwurde und so den Begriff „Bodenwerth" entstehen ließ. — Gegen-über der Landwirthschaft begnügt sich aber der Forstbetrieb mitviel ungünstigeren Wachsthumsfaktoren, indem der Waldsowohl in klimatischer Hinsicht, wie bezüglich der Bodengüte nochauf großen Gebieten Erträgnisse liefert, wo an landwirthschafk-liche Produktion nicht mehr zu denken ist. Da nämlich dasKlima bekanntlich mit zunehmender absoluter Höhe immer kälterund rauher wird, so finden wir an der Vegetation der Gebirgesehr deutlich die Ansprüche der verschiedenen Vegetationsformen
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