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Der Wald im Haushalte der Natur und des Menschen / von Rudolf Weber
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67
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L. Cmisumtion der Waldprodukle.

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säurequelle zersetzend auf die Feinerde und ermöglicht so eineleichtere Löslichkeit der mineralischen Nährstoffe; ganz besondersbeeinflußt sie auch physikalisch die Produktivität des Bodensgünstig, indem der daraus hervorgehende Humus die wasser-haltende Kraft erhöht, schwere Bodenarten lockert, dagegen leich-teren Sandböden ein Bindemittel giebt, welches die losen Sand-körnchen zusammenholt. Besonders bemerkenswert ist noch dieFähigkeit der Absorption für die wichtigsten Pflanzennährstoffe(Kali, Phosphorsäure und Ammoniak), welche den Hnmuskörperneigen ist und vermöge deren dieselben die genannten Stoffe ausihren Lösungen sixiren.

Diese Harmonie zwischen Land- und Forstwirthschaft in Be-treff der Streunutzung dauerte indessen nur kurze Zeit. Baldzeigte sich in den wiederholt ausgerechten Waldungen, daß inder Streu dem Walde sein eigener Dünger entzogen werde unddaß die fortgesetzte Streuentnahme eine Raubwirthschaft derschlimmsten Art sei, welche das Kapital an Bodennährstoffen er-schöpfe und in ihrem weiteren Verlaufe zur Devastation desWaldes führen müsse. Tausende von Hektaren der schönstenLaubholzwälder verkrüppelten und versagten jede natürliche Ver-jüngung vollständig; nach vielen fehlgeschlagenen Experimentenkünstlicher Aufforstung mit Laubholz sah man sich meistens zumUebergang auf Nadelholzanbau gezwungen und fand in dergenügsamen Kiefer allein noch das Mittel, den Waldbodenwenigstens in Bestockung zu bringen, um seine Anschwemmungzu verhüten. Aus diesem Grunde sehen wir fast in allendeutschen Ländern seit Anfang dieses Jahrhunderts ausgedehnteTerritorien Waldboden und zwar gerade diejenigen, welche wegenihrer Nähe an den bevölkerten Länderstrichen und der leichtenTransportverhältnisse den höchsten Bodenwerth besessen hätten,mit Kiefern aufforsten. Der Nachttheil dieses gezwungenenUebergangs zu reinen Kiefernbeständen liegt weniger in derHolzart, die sonst auf besserem Boden einen schnellen und werth-vollen Produktiosgang zeigt, sondern in der bereits eingetretenenBodenerschöpfung, deren sichtbares Zeichen eben jene Um-wandlung ist.

Die Ursachen, weshalb die Strennutzung so verderblichfür die Waldwirthschaft geworden ist, ergeben sich leicht aus d§n

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