V. Consumtion der Waldprodukte.
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gen seines Gedeihens erfüllt sind, wie z. B. in den Thalgebietendes Rheines, Maines, Neckars, der Nahe und Mosel und derangrenzenden Hügelländer, überhaupt soweit noch Wein gedeiht.In diesen Lagen vermag aber die Lohgewinnung eine sehr er-hebliche Steigung des Reinertrages aus dem Wald zu erzielen,weil die kurze Umtriebszeit des Niederwaldes (zwischen 20 und35 Jahren) ein geringes Materialkapital verlangt, die Erträge inkurzen Zwischenzeiten eingehen und in der Rinde ein Produktvon hohem Marktpreis geerndtet wird. Dazu kommt noch, daßder Schälwald vielmehr Arbeitsgelegenheit gibt, also dem kleinenWaldbesitzer ein größeres Arbeitseinkommen gewährt, als der Hoch-wald. Ferner bildet die Eichenlohe die Grundlage eines wichtigenIndustriezweiges (der Lederfabrikation), durch welchen der Na-tionalreichthum einen Zuwachs erhält und viele ArbeitskräfteNutzbringende Verwendung finden. Daher ist es im allgemeinenInteresse wünschenswerth, dieser Nebennutzung in den hierzu ge-eigneten Standorten eine möglichst große Ausdehnung zu geben,weil der Gewinn ans dem Waldgewerbe eine erhebliche Steige-rung durch sie erhält. Die Nachhaltigkeit der Nutzung wirddurch die Lohgewinnung nicht gefährdet, obgleich der Schälwaldstärkere Ansprüche an den Boden stellt, als der Hochwald, erstereBetriebsart verlangt nämlich schon von vornherein einen guten,mineralisch kräftigen Boden, der nicht so leicht erschöpft wird.
Die Rindengewinnung von alten Stämmen und Fichten hateine geringere Bedeutung, als die vorstehende; sie findet nur inso weit Anwendung, solange die Nachfrage stark genug ist, umaus dieser Nutzung Reinerträge erwarten zu können.
Um einen Einblick in die volkswirthschaftliche Wichtigkeitdieser Nebennutzung zu geben, führen wir zum Schluß die stati-stischen Angaben darüber an: In den preußischen Staats-forsten wurden gewonnen in den Jahren:
Grobe Rinde Sviegelrinde.
1862
2985160 Kilogr.
1808460 Kilogr.
t863
2539406 -
2109550 -
1864
8058200 -
2431500 -
1865
3083100 -
2197000 -