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2. Buch Moſis Cap. 7. verſ. 1-6. TAB. CLXIV. 251
Moſen und ſprachen: warum haſt
du uns aus Egypten herauf gefuͤh-ret, daß du uns und unſere Kinderund Viehe Durſts ſterben lieſſeſt?4. Moſes ſchrye zum HERREN undſprach: Was ſoll ich mit dieſemVolck thun? Es fehlet wenig, ſiewurden mich noch verſteinigen.5. Der HER ſprach zu Moſe: Ge-he dem Volck vor, und nimm etlicheAelteſte von Iſrael mit dir, undnimm einen Stab in deine Hande,mit dem du den Fluß ſchlugeſt, undgehe dahin.6. Siehe, ich will daſelbſt vor dir aufeinen Felſen in Horeb ſtehen da ſoltdu den Felſen ſchlagen, ſo wirdWaſſer heraus lauffen, daß dasVolck trincke. Moſes thate alſovor den Aelteſten Israel.
Moſen und ſprachen: warum haſtdu uns laſſen aus Egypten ziehen,daß du uns, unſere Kinder undVieh Durſt ſterben lieſſeſt.
Moſe ſchrye zum HER RN undſprach: Wie ſoll ich mit dem Volckthun? Es fehlet nicht weit, ſie wer-den mich noch ſteinigen.
Der HER ſprach zu ihm, gehe vorhin vor dem Volck, und nimm etli-che Aelteſten von Israel mit dir, undnimm deinen Stab in 1damit du das Waſſer ſchlugeſt
gehe hin.
Siehe, ich will daſelbſt ſtehen vor dirauf einem Felß in Horeb, da ſolt duden Felß ſchlagen, ſo wird Waſſerheraus lauffen, daß das Volck trin-cke; Moſe thaͤt alſo vor den Aelte-ſten in Iſrgel.
Frede laͤſſet Felſen⸗ Art/ und fließt mit milden StroͤmenWenn G ein Felſen⸗ Hertz will zaͤhmen und bequemen,Friſch auf, O! Wunder⸗Mann nimm deinen Wunder Stab,Und mach in Horebs⸗ Stein ein tieffes Quellen ⸗ Grab,Kommt her/ ihr Elteſten, ſchaut GOTTES Wunder ⸗Staͤrcke,Berichtet eurem Volck das unerhoͤrte Wercke/Schafft alles Murren ab/ und ſtopfft den loſen Mund,Der Felß in Iſrael gibt ſich durch Felſen kund.Und/ wenn der Durſt geſtillt, ſo ſetzet neuen Glauben/Laßt GOT die Ehre nicht durch Ungehorſam rauben.
oer ſelten noch uͤbernatuͤrlich
8 iſt es, wenn feſte Coͤrper in
e fluͤſſige verwandelt werden.
Zu ſothaner Aenderung wird
2 mehr nicht erfordert, als wenn
2 die nebeneinander in Ruhe li-
gende Theile, zu einer inerlichen
Bewegung gebracht/ ihre Stellung, ſo ſie unterund gegeneinander gehabt, imerfort veraͤndern.So wird Eiß in Waſſer verwandelt, ſo zer-ſchmeltzen Metall, Wachs und Butter, ſo weißtman die haͤrteſte Steine beſonders durch Huͤlf-fe der Brenn⸗ Spiegel und Glaͤſer in Glaß zuverkehren. Auch die Feſtmachung und Behaͤr-tung fluͤſſiger Sachen uͤberſchreitet nicht dieGraͤntzen der Ratur⸗Geſetzen; Ja dieſe bey-derſeitige Eigenſchafften, Feſt⸗ und Fluͤſſigkeitſind in der Natur dermaſſen gemein, daß mankeine Coͤrper zeigen kan, worinn ſie nicht an-zutreffen, ja es iſt faſt keiner, der nicht etwas
von beyden haͤtte, oder haben koͤnnte.
Dennoch haben wir vorhin ſchon geſehen,und hoffentlich ſattſam erwieſen, daß die auf-recht geſtandene Waſſer⸗ Mauren, zwiſchen
7.
welchen das Iſraelitiſche Heer durch das rotheMeer gezogen, ein warhafftes Wunder ge-weſen: Gleichermaſſen wird vorhabende Be-trachtung bezeugen, daß ein aus dem Felſenveranſtalteter Waſſer Fluß unter die Wunderzu ſchreiben ſeye. Beedesmalige Wunder moͤ-gen augenſcheinlich darthun, daß GOTTOber⸗Herꝛ ſeye uͤber alle feſte und fluͤſſige Na-tur⸗Coͤrper; Hier mußte die Wöderſetzungoder der Zuſammen⸗Hang aller derjenigenTheilen uͤberwunden werden, woraus der Felßbeſtunde, und dieſe Uberwindung wird in derThat bewerckſtelliget, nicht durch natuͤrlichoder ordentlich wuͤrckende Urſachen, nichtdurch gemeine Kuchen⸗ oder Sonnen Feuer,nicht vermittelſt der Kalck⸗ oder Glaß Ofen,auch nicht mit Beyhuͤlffe der Brenn⸗Spiegeloder Glaͤſer, ſondern allein durch den StabMoſe, mit deme ſo viel Wunder in Egyptenausgeuͤbet worden; noch eigentlicher und nachdem Grund zu reden, durch die Allmachtdes Goͤttlichen Wortes, durch das Wort,Sa i 5 17 75 8 1 80 7 8 5 wie einammer der die Felſen zuſchmettert(zu-Sss 2 ſchmeißt.)
und