Band 
Erste Abtheilung.
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TAB CLXXIV.

5 5 Dusch das/ was Kunſt und Fleiß bemerckt/Wird nun erlaͤutert und beſtaͤrckt/Was von dem Kermes und Schaͤrlachen,Man trachtet euch bekandt zu machen.

Ig. 6. bemahlet vorgemeldte Koͤrner,artzen oder Buͤckelein, wie man ſieunter dem Vergroͤſſerungs⸗Glaß war-genommen. i 5Fig. 7. und 8. ein abgeſchnittenes

Aeſtlein ſamt dem ausgewachſenen Korn a.

unter bloſſen Augen, in der Vergroͤſſerungaber bey A.

Fig. 9.& 10. Eben daſſelbige Korn in um-gekehrter Stellung, wornaͤchſt auch ein weiſ-ſes durchbohrtes Haͤutlein mit bloſſen Augenin b. mit Huͤlffe der Kunſt⸗Glaͤſer aber in B.zuſehen. ö f

Eig. 11. und 12. zeiget mehrbemeldtes Kornbloſſer Dingen ohne das Haͤutlein an c. unter

dem Glaſe C. i

Fig. 13. und 14. wie diß Korn von oben hin-unter entzwey geſchnitten wird, d. in ſeinernatuͤrlichen, D. in der vergroͤſſerten Geſtalt,und zwar mit dem Scharlach rothen Safftangefuͤllet, deſſen Farbe gegen der Spitze hoͤ-her iſt als unten. 5 5Fig. 15. und 16. beruͤhrtes Korn, worinnendie holen Neſter und Faͤcher zuſehen, in denendie Eylein gelegen, und zwar nachdeme dieMuͤcken bereits ausgeflogen e. bloß, und E.vergroͤſſert. i.

Fig. 17. F. das Eylein beſonders, ſowolnach dem bloſſen Auge klein, als auch mit der

Vergroͤſſerung groͤſſer, gleich in denen nach-folgenden Figuren.

6. Dergleichen Eylein, woraus das Unzie-fer hervor zu kriechen anfanget, und wuͤrck-lich den Kopf herausſtrecket.

H. Das aus dem Eylein herfuͤrkommendeUnziefer in ſeiner Vergroͤſſerung.

I. Eben daſſelbige, wieferne es gleichſaman einer Nabel⸗Schnur an dem Neſt des Ey-leins behanget und anklebet.

K. Die Muͤcke oder Fliege in ihrem voͤlli-gen oder ausgewachſenen Stande. N

Deme nun, was ich aus des Graffen vonMarſigly beruͤhmten Anmerckungen von demkoͤſtlichen Kermes Wurm geborget, welcherder Wolle und Seiden eine dermaſſen ſchoͤneFarbe mittheilet, daß der alten ihr Purpurſolche ſchwerlich uͤbertroffen, deme ſpreche ichdienet zur mehrern Beleuchtung oder Verbeſſe-rung, was der beſonders in Unterſuchung desUnziefers trefflich erfahrne Vallisnieri beyge-bracht nelle Eſperienze ed oſſeruationi intor-no all' Origine, ſili luppi e coſtami di vari In-ſetti p. 61. aus Benachrichtigung ſeines wer-theſten Freundes Ceſtoni, daß die offtberührteWuͤrmlein ſich niemalen in fliegende Muͤckenverwandlen, daß auch die ſo genannte Ker-mes Koͤrner keine Art des auswachſenden Gall-Apfels ſeyen, ſondern ein Wurm, der in Zeitvon 8 10. Monaten ſich in ein rundes auslauter Eylein zuſammen geſetztes Kuͤgelein ver-wandelt, aus welchen Eylein abermalen ſechs-fuͤſſige Wuͤrmlein wachſen, die denen vorigenahnlich ſind. Iſt deme alſo, ſo gehoͤren dieſeWuͤrmlein unter die Hermaphroditen oderZwidder, das iſt ſolche Thiere, welche bey-derley Geſchlechtes ſind, dahin man auch dieMeek Igel zehlet, Echinos marinos, deren ei-ner wol 500. Eylein hat und befruchtet; Jaman moͤchte dieſe Muͤcken zu Raub⸗Voͤgelnvergleichen, geſtalten ſie auf die Kermes-Wuͤrmlein loßgehen und ſelbige auffreſſen.

So ſpielet die Natur in Jeugung und Geſtalten,g Und kan doch uͤberall den Nutzen vorbehalten.Wer nur der hoͤchſten Hand Kunſt/ Macht und Abſicht ſucht/Hat von Gedult und Muͤh die angenehmſte Frucht.