326 Tab. CCXI- CCXlIIl. 2. Buch Mois Cap. 30. verſ. 23.24.25.
er gehalten. Wo irgend ein Scribent wuͤr-dig, daß man ihme vollſtaͤndigen Glaubenbeymeſſe, ſo iſt es der fleiſſige Natur Forſcher/und beſonders im Pflantzen⸗Reich hoch er-fahrne Alpinus, welcher Plant. Exot. L. II. c. 7.der Egypter Caſſabel clarrira vor der AltenCalamum aromaticum anſihet, es iſt aber diePflantze, ſo auch im Juͤdiſchen Land gemeiniſt, in der Gegend des See Genezareth wäch-ſet, auch hin und wider in Syrien angetrof-fen wird; ſteigt ein halbe Elle hoch und druͤ-ber, fuͤhrt einen langen knotichten, runden,hohlen Stengel, worinn ein Marck iſt vongelber Farb, als ſonſten bey dem Holunder.(Holder.) Von denen Gelencken gehen bey-derſeits zarte Aeſtlein hervor, welche Blumentragen, ſo ſich mit dem gelben Weiderich, Lyſimachia alba vergleichen laſſen, deme diePflantze ſelbſten nicht unaͤhnlich ſihet. Aufdie Blumen folgen kleine laͤnglichte Saamen-Gefaͤſſe, darinn ein ſehr kleiner ſchwartzerSaamen enthalten iſt; die Blaͤtter ſind lang,breit und zugespitzt, die Wurtzel dick und lang,die Stengel hingegen nicht uͤber einen kleinenFinger dicke, worinn das Marck weiß iſt,welches in dem Munde zaͤhe wird; Sie ha-ben keinen⸗ oder wenigſt ſehr ſchwachen Ge-
ruch, der jedoch nicht unangenehme iſt, die
Wurtzel hingegen riechet deſto ſtaͤrcker; Egy-pter und Araber bedienen ſich der Stengel
vielmehr als der Wurtzeln; Vorbelobter Al-
pinus gibt hievon weitere Nachricht Meglic.Agypt. L. IV. p. 137. b. die Pflantze ſelbſtenhabe ich unter Augen geſtellet Fig. C. Tab.
CCI. den heutigen Wurtzel Kalmes hingegen
Fig. D. Tab. CCXII. Wenn aber dieſe Sachenoch mehrer Weitlaͤufftigkeit beduͤrffte, ſo gibtJo. Bauhin. gute Anweiſung HHiſt. Plant. L.XIX. c. 18. Salmeſ. in dolin. 939. Hyle Jatric.125. der mit vielen neuern Kraͤuter⸗Verſtän-digen dafuͤr haͤlt, daß der eigentliche in der
Artzney bekandte Wurtzel⸗Kalmes nicht der
Alten Calamus ſeye, ſondern derſelben co.rus, und in Solin p. 105. will er von keinemandern als dem Indianiſchen wiſſen, und ge-trauet ſich zu behaupten, daß der ſo genannteSyriſche und Arabiſche gleichfalls aus Indiengebracht worden ſeye; da hergegen Bochart.Hieroz. P. II. L. V. c. 6. mit ausbuͤndigenGruͤnden erwindet, daß der Kalmes nicht nurin Indien, ſondern auch dem GewuͤrtziſchenArabien gewachſen ſeye, von deme Dionyl.Periegetes ſchreibet, v. 937. daß es durchge-
hends von Weihrauch, Myrzhen oder Kal-
mes rieche:
H 90 5 ch¹ννν,ẽ,g ö eco R 010.Aut Thuris, aut Myrrhæ, aut odoratiCalami. a
Weyhrauch, Myrꝛhen, iſts das nicht,Sey es Kalmes, der wohl riecht.
Ich uͤberhebe mich ſelbſten, andere Zeugniſſe aus Feſto Avieno, Plutarcho, Strabone,Theophraſto anzufuͤhren, nachdeme der unterHanden habende Text Licht genug gibet, dader Kalmes zu Moſis Zeiten mehr als wohlbekandt geweſen, obgleich nicht glaublich, daßder Indianiſche Handel und Straſſe ſchon da-mahlen offen geſtanden, und florirt habe. Aufſer deme aber iſt bekandt, daß auch in Italienund in unſern Schweitzeriſchen Landen ein Kalmes waͤchſet, an theils ſumpfichten Oertern delaber an Geruch ſo wohl als Geſchmack demOrientaliſchen lange nicht beykommt; dennman insgemein befinden wird, daß die Gewaͤchſe jederzeit gewuͤrtzter und ſchaͤrffer ſind/je naͤher die Laͤnder, wo man ſie antrifft, ge-gen der Linie, dem Æquatori ligen, daß dem,nach kein Zweifel iſt, es ſeye der IndianiſcheKalmes der allerkoͤſtlichſte, nach dieſem der Sa-beiſche und Arabiſche, endlich aber der Syrl,ſche. Die Gruͤnde dieſes Satzes ſind aus delneu⸗verbeſſerten Natur⸗Geſchichte ohnſchwelzu errathen.
Das letzte Stuck, ſo zu dem HeiligenOehl kommen ſolte, wal Kiddah, welchesWort ungleich ausgedeutet wird. JoſephusAntiq. L. III. e 9. und die LXX. Griechen ha-ben ie wodurch wir eine Gattung von ride,der Vejel⸗Wurtz verſtehen moͤgen, die einengewuͤrtzten Geſchmack oder Geruch hat, dergleichen zum Exempel die weiſſe oder Floren-tiniſche Vejel⸗Wurtz iſt, die man aus demGroß Hertzogthum Florentz bey nahen in ganzEuropa zu verfuͤhren pfleget. Lurhero, Vur-gato, Munſtero, Pagnino, Junio, Treme-lio, Bonfrere, vielen Juden, Clerico, augunſern beeden Zuͤrichiſchen Uberſetzungen geflet Caſia, Caſien: Scaccho Sacr. ElæochrismMyroth. II. c. II. Zingiber, der Ingwer:
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Dioſcorides L. I. c. I. gedencket ebenfalls einiger
wohlriechenden Iris-Wurtzeln, und beſchreibe
die Calſiam L. I. c. 12. folgender maſſen: Callicujus complura ſunt genera; juxta odorifeta“Arabiam gignitur, craſſi corticis ſarmentq-foliis Piperis. Eligenda eſt fulueſcens, plchri Coloris, Coralli æmula, perquam ang iſta, longa, craſſa,& fiſtuloſa, guſtu mol
dens,& cum aliquanto feruore adſtringemsaromatica, vinoſo odore, cujusmodi eſt, q
ab incolis Achy cognominatur, ab Alexandtisnegotiatoribus, Daphnitis. Huic præferti-purpurea, craſſa& nigricans, Eigir cogno 1ne, quæ Roſam odore imitatur: d. i. V0
der Callia hat man ſehr viele Gattungen,ſie waͤchſet naͤchſt dem Wuͤrtz reichen Augbien, auf einem Gerebe von harten Rin,den, mit Pfeffer ⸗Blaͤttern; die ausn,wehlteſte iſt die gelblechte/ ſchoͤn an Faß,be/ die denen Corallen zimlich gleich ko,ſehr enge/ lang/ dick, hohl und rohrvon reſſen beiſſenden Geſchmack, zieht
.„ 5* ö 1mit einigem Brennen, gewuͤrtzt, b