338 TaB. CCXI-CCXIII. a. Buch Moſis Cap. 30. verſ. 23.24.25.
Drachm. 1. Scrupel, 10. Gran. Die gantzeSumma aber betraͤget 59. Pfund, 7. Untzen,2. Drachmen. 1
Hiezu mußte noch ein Hin Oehls vonOehl⸗Baͤumen. Ein Hin aber iſt 5. einesBath; diß macht, wie wir vorhin geſehen,337. Cubiſche Pariſer⸗Zoll, nach unſerm Zuͤ-richer⸗Maͤß 22. Maß Land oder 2. Maß und3. Maß, 1. Stotzen Staͤdt⸗Maͤß; die Ju-den rechnen ſo viel, als in 72. Eyer⸗ Schalengehen kan.
Solches alles ſolte nach Apothecker-Kunſt gemenget werden. Schickard. de ju.re Regio Hebr. beſchreibet es aus dem TalmudMaſſech Kerith, und Maimonide, daß jegli-che Specerey abſonderlich geſtoſſen, hernachmit einander vermiſchet, alsdann in klaremreinem, ſuͤſſen Waſſer macerirt oder geweichtworden, biß alle Krafft der Specereyen her-aus gekommen, worauf das Oehl zugegoſſen,und alles beym Feur gekocht worden, biß dasWaſſer allmaͤhlich ausgerauchet, und die Krafftder Specereyen im Oehl geblieben; Vermuth-lich iſt nach gaͤntzlich vollendeter Einkochungnoch eine Aus⸗ oder Durchpreſſung vorgenom-men worden, da dann die jetzt⸗beruͤhrte Krafftder Specereyen in das Oehl heruͤber gekom-men, daß folglich nicht uͤber ein Hin von aro-matiſchem Oehl heraus gebracht worden; Nocheins werden mir die Herren Schrifft⸗Erklaͤ-rer erlauben, daß ich ſie nemlich bey dieſer Ge-legenheit in die Apothecken oder ChymiſcheWerckſtaͤtte hinein fuͤhre.
Die aromatiſche, gewuͤrtzte Wurtzeln,Rinden und Hartze, von denen wir biß anhe-ro das noͤthige abgehandelt, beſtehen aus ſub-tilen, fluͤchtigen, oͤhlichten und hartzichtenTheilen, zu deren Aufloͤſung kein eintzeles fluͤſ-ſiges Weſen, Menſtruum, zulaͤnglich iſt: Saltzund fluͤſſige Sachen laſſen ſich zwar wohl her-aus ziehen, und darlegen, was aber Waſſer,Oehl, Hartz, bey ſich fuͤhret, das erfordert
Wein, ja gar den Brandtewein; Und geſetzt,
es waͤren alle Theile mit Waſſer herfuͤr ge-bracht worden, ſo geſtehet mir dannoch ein je-der Kunſt⸗Verſtaͤndiger, der nur die Deſtilla-tion des Zimmet⸗Waſſers nimmt; daß dieſubtilſten und edelſten oder kraͤfftigſten Theilwaͤhrender Kochung weggeflogen waren folg-lich wenig oder nichts in das Oehl ſich ge-ſetzet haͤtte, mithin waͤre die Kochung, wiedie Talmudiſten vorgeben, uͤberfluͤſſig, ja de-nen Kunſt⸗ Regeln gantz und gar entgegen ge-weſen; Doch laſſet uns auch erwaͤgen die Pro.portion, Verhalt und Abwaͤgung der trocke-nen gepuͤlferten Sachen, gegen denen fluͤſſigen,beſonders was Oehle ſind. Dieſe verhaͤlt ſichgemeiniglich wie 1. zu 8. und nimmt man ohn-gefaͤhr zu einer Salbe oder Salb⸗Oehle 1.Unntzen Oehl/ und 1. Quintlein Pulver; hieriſt aber alles umgekehrt; Wir bekommen beynahe ſechs mahl mehr Pulver als Oehl. In
Betrachtung deſſen ſind ja die oben⸗ berechne;te Pulver in einem Hin Oehls uͤberall verſchlun-gen worden, ſo daß auch durch hefftiges Pre-ſen kaum ein Hin haͤtte erhalten werden konnen, zu geſchweigen, daß dieſes Oehl nichtalle Krafft der Ingredientien an ſich ziehenkonnte; In Uberlegung aller dieſer Umſtaͤndenwird man mir erlauben, daß ich auf die Ge-dancken gerathe, es haben die trockenen Species entweder ſtatt einer Mala gedienet, woranman nach verbrauchtem erſten Truck wiederumfriſches Oehl gegoſſen, biß alle Krafft, ſo vielnur immer moͤglich, heraus gekommen; odeauf andere Weiſe, daß man dieſes Orts ni500. und 200. Sickel verſtehen muͤſſe, als de;ren die Heil Schrifft dem Buchſtaben nachnicht gedencket, ſondern allein die Zahl aus!druͤcket; Naͤhmen wir alſo dagegen die Gers1 1 5 Sickel, ſo kommt es auf folgendeeiſe:
Untzen. Quintlein. Gran,Myrꝛhen FVFVVCCCCaſien. 221Zimmet i W TTTKalmes—
Summa 35. 6. 7.
Wofern nun 123. Untzen zu einem HilOehl gerechnet werden, ſo iſt die Proportioldeſſelben zu denen Pulvern wie 32, zu I. mihin mag ſolcher geſtalten die Erklaͤrung dezTexts zuſamt und neben der Apothecker⸗Kunſnoch wohl beſtehen. Wider dieſe meine unmaßgebliche Meynung ſcheinet zwar der v. 24.zu streiten, woſelbſt die ausdrückliche Wortlauten: nach dem Sickel des HeiligthumeAllein es läuft dieſem Tar und Redens⸗ M.nicht zuwider, wenn man ſpricht, 2, eintSickels, als wenn man gantze Sickel nimmt,und will GOT durch dieſen ſeinen Befehldaß alles genau und ordentlich bey dem Geraſoll abgewogen, oder die Gerah vorhero durcheine Diviſion und Abtheilung in Sickel ve,wandelt, und die behoͤrige Sickel, verſteh,juſt 25. und 50. genommen werden. Der%ruͤhmte D. Wedel Cent. II. Dec. III. Exerc.%behaͤlt die Zahl der Sickel, braucht aber aheee. Gewichteals vielmehr des Werths der Waaren..ebenfalls gelehrte Hiller. Hierophyt. P. I. p. 10%bleibet auch bey der Zahl der Sickel, und de,Eintheilung von 12. Pfund Oehls gegen 66,Pfund Specereyen, nimmt aber ſeine Zufluezu denen Kunſt⸗Regeln der Chymie, nach G55chen dergleichen Sachen in verſchloſſenen azſchirren gekocht, darauf ausgedruckt, 10neue eingebeitzet, und endlich wieder ein chffa werden ſollen; Er nimmt zu ſeinem Bacherner auch die Destillation zur Hand, ſo 10eine Kochungs⸗ Art iſt, wodurch man aus gPfund Zimmet 10. Drachmen Oehls/ 40,
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