30 Taz. CCXX. 2. Buch Moſis Cap. 32. verſ. 20.
An findet drey unterſchiedlicheArten von dem Auro pota-bili oder ſo genannten trinck-barn Golde, 1.) iſt es einfluͤſſiges geſchmoltzenes Goldwelches die faſt nicht un-dillich erbitterte Peruanerdenen Gold duͤrſtigen Barbariſchen Spaniernund Unchriſten eingeſchuͤttet haben, ein grau-ſames wider die Spaniſche Grauſamkeit undunerſaͤttliche Gelt⸗Begierde verſuchtes Mitteloder Gifft⸗Tranck; 2.) die Chymiſche Gold-Tinctur, das pure lautere in einem unſchuldigenallgemeinen Menſtruo aufgeloͤßte Gold, wo-von die Chymici, beſonders die Alchzmiſtenund angemaßte Goldmacher, ſo viel Weſensund Ruͤhmens machen, das guͤldene Vließoder koſtbare Kleinod der Adeptorum, eineArtzney/ wenn mans glauben ſolle wider alleKranckheiten. 3.) Unſer Moſaiſches Gold,ſo der Mann GOttes Moſe, als ein in Egy-ptiſcher Weißheit hoch⸗erfahrner Natur undKunſt⸗Gelehrter, aufzuloͤſen wußte, daß eres denen Iſraeliten konnte zu trincken geben,damit das Volck eben dadurch, wodurch es ge-fündiget, auch geſtrafft wuͤrde; Sie verſün-digten ſich nemlich bekandter maſſen mit demguͤldenen Kalbe/ welchen Goͤtzen⸗Cram ſie inEgypten geſehen und von dar mitgebracht,nun aber ſolten ſie die unbegreiflich kleineStaͤublein eines von ihnen ſelbs gemachten undaufgeworffenen Goͤtzen, zum beſtaͤndigen An-ſchinärh ihres begangenen Greuels, in ſichucken.
Viele Juden ſind der Meynung, das ſeyeein Probier Trunck geweſen, um diejenige,welche wuͤrcklich Abgoͤtterey getrieben, hie-durch von denen Unſchuldigen zu unterſcheiden,und vergleichen dieſe Geſchichte mit dem Bitter-Waſſer⸗Trunck, woran man die Schuld derEhbrecherin erkennen ſolte, oder die Unſchuldigedes falſchen Argwohns zu befreyen, 4. BuchMoſ. 5, 27. Hiermit haͤtte man die 3000.Abgoͤtter entdecket, welche durch die Levitenmit dem Schwerdt erwuͤrget worden; es iſtdes Luͤgens noch nicht genug man fuͤttert die Fa-bel ferner: es ſeye denen Schuldigen der Bauchaufgeſchwollen, oder der Mund zugewachſen,daß ſie denſelben nicht mehr aufthun koͤnnen;Noch andere machen ſich ſolche Kurtzweil mitFabeln, daß ſie im Ernſt andere bereden wol-len, es haͤtten alle Baͤrte derjenigen, ſo die-ſes guͤldene Waſſer getruncken, Gold⸗Farbean ſich genommen; Bochart hat eine BibliſcheÜberſetzung aus dem 13. Jahrhundert wor-inn die Worte alſo lauten: Ein jeder toͤdte ſei-nen Bruder, ſeinen Freund, ſeinen Naͤchſten,nemlich diejenige, ſo da guͤdene Baͤrte haben.Wir laſſen dieſen guͤldenen Traum, und blei-ben bey der ungefaͤrbten lautern Wahrheit.
Unſere Bemuͤhung machet ſich vor diß-mahl an den Chymiſchen Proceſs, deſſen
dicker ſeye, als s.
mici ſuchen, denn ſie bemuͤhen ſich, das
ſich Moſe in Aufloͤſung des Goldes bedie-net, damit er es zum Trincken tuͤchtig macht.Iſt je ein Metall oder Mineral in der Natur/welches denen Natur⸗Forſchern und Chym!ſten zu allen Zeiten vieles zu ſchaffen gegeben,und noch gibet, ſo iſts das Gold, das dichteſte unter allen Metallen, das ſchwereſte unteallen Coͤrpern, welches ſelbſten in dem Que,ſilber zu Boden ſincket, da ſonſten alle andertMetalle oben darauf ſchwimmen; anneben
doch ein geſchlachtes Metall, ſo ſich in galduͤnne Blaͤtlein und zarte Draͤhtlein ſchlagen/
ziehen, dehnen und ausſtrecken laͤſſet, vo
welcher faſt unendlichen Subrilitæet, duͤnne odeKleinigkeit die Natur⸗Forſcher vieles zu ſagenund zu erweiſen wiſſen. Der beruͤhmte klallezeiget in Transact. philoſoph. n. 194. daß eleiniges Gran(oder Sand ⸗Koͤrnlein) Goldſich in 10000. annoch ſichtbare Theilchenunterſcheiden laſſe, woraus Keill. Introcl. 4phy. p. 40. beweiſet, daß ein Cubiſcher ode
gewuͤrffelter Zoll Gold in 47619047. ſichtbat,
Theilgen zerſchieden werden koͤnne, und findeHalley ferner, daß ein Gold⸗Blaͤtlein, wo-mit der Silber ⸗Draht verguͤldet wird, nich
6 5 eines Zolls, folglichmuß ein Wuͤrffel 88. Zolls in ſich halten24000000. ſolcher unbeſchreiblich ſubtilelTheilgen; Ohngeachtet aber der groͤſten Dicht“und Feſtigkeit, womit das Gold alle Probendes Feuers ausſtehet, laͤſſet es ſich wuͤrcklichin unendlich kleine Theile von einander ſondern/maſſen Nevvton Opt. p. 228. zeiget, daß dieſes Metall mehr leere Loͤchlein als feſte Theitin ſich habe, weilen auch das Waſſer dureine von Gold gemachte, und uberall wohl zegeſchmeltzte Kugel durchſchweiſſe; es vermochte aber allein das Tichirnhaufiſche Brennglaßdem Gold etwas anzugewinnen, denn ſo balddaſelbſten das Gold in den focum oder Bren,Punct kommt, raucht es aus, das uͤbrige a 0verwandelt ſich in ein Viol braunes Glaswelches weniger als das Gold wieget, wonaus es gemacht iſt, und welches Glaß durchdas gemeine Feuer nicht leichtlich wiedernin Gold zu reduciren oder herzuſtellen iſt. 9beliebe hievon nachzuſchlagen litt. de 1 nRoy. An. 1702. p. 36. Folglich beſtehet 9Gold aus ſolchen Theilen, welche ſich 1einander ſondern, und in unendlich ſubtilenzertheilen laſſen. Man gehe nur zu denGoldſchmieden, und betrachte, wie ſie dul,das(Regal) Regel⸗Waſſer, Aquam Reg,dieſes Metall in unſichtbare Staͤublein alleſen, die aber bey Verrauchung des Waſſo.,wiederum ſichtbar werden, und alle zum 1ſchein kommen, alſo, daß im geringſten nahabgehet; Allein dieſes iſt nicht, was die fN 4ſothaner Weiſe aufzuloͤſen, und in ein looder fluͤſſiges Weſen zu verwandeln, daß 1Gold mehr daraus gemacht werden el