Von: Einflüsse der Physiognomien auf Physiognomien. 6i .
einander sehr verschieden sind — können sich lieben, sich mittheilen, sich anziehen, sich einander ver-ahnlichen; ja oft kann ihre Aehnlichkeit noch auffallender werden, als jener — wenn sie von wei-cher, empfänglicher und empfindlicher Art sind. —
Diese Verahnlichung der Gesichter durch wechselseitige Anziehung der Liebe — ist indessenimmer Resultat der innern Natur und Organisation, mithin auch des Charakters der Menschen.
Sie hat immer ihren Grund in einer vorhergehenden, vielleicht «»bemerkbaren Aehnlichkeit, die viel-leicht nie belebt, nie hervorgerufen, nie vermuthet worden wäre, wenn sie sich nicht bey der Er-scheinung des sympathischen Wesens geregt hatte.
Es wäre von erstaunlicher Wichtigkeit, Charakter derjenigen Gesichter anzugeben dieleicht andre sich, oder sich andern vcrahulichen. Man muß ohne mein En'nneru wissen, daß es Ge-sichter giebt, die alle andere anziehen, und solche, die alle andere zurückstoßen — und solche, diealle andere gleichgültig lassen. Die alle zurückstoßenden — verunedeln alle unedle Gesichter, aufdie sie lange gebieterisch wirken. Die gleichgültigen verändern nicht. Die alles anziehenden sindentweder b>loß nehmend, oder gebend, oder wechselsweise, oder zugleich gebend und nehmend. Dieersten verändern ein wenig. Die zweyten mehr. Am meisten die dritten — ces ames, von denenHemsterhuys der jüngere sagt — ces am es, yui ckeureulement, on malckeureulemenrj»i'§nem le ratk le plus ckn §c le plus exczuis a cec enorme clackicite interne, yui lesfair armer §c (leckrer avec lureur k lenrir avec exces, c'eck a-ckire, ces ames, hui lerntou moäickees, ou placces cke telle ckicon, ^ue leur ckrrce anraclive rrouve le moins ck'ob-ckacles clans la ten6anee vers leur lrm. *)
Von der äußersten Wichtigkeit war's, diese Einflüsse einer Physiognomie auf die andere,dieß Uebergchen eines Geistes in den andern zn studieren. — Ich habe die Verahnlichung am auf-fallendsten gefunden, wenn ein reich gebendes und ein ganz empfangendes Genie, aus Liebe oderaus Bedürfniß abzuladen und aufzunehmen — eine Zeitlang ohne fremde Dazwischenkunften mit ein-ander lebten. Hatte der Gebende ausgegeben, und ausempfangen der Empfänger — so hatteauch die Verahnlichung ihrer Physiognomie, wenn ich so sagen darf, das kunälum lamrariomserreicht. —
H z lind
*) les DeNn p> 14.