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Die Bevölkerungsstatistik der schweizerischen Eidgenossenschaft und ihrer Kantone, unter steter Vergleichung mit den analogen Verhältnissen anderer Staaten : ein Beitrag zur Kenntniss der physischen und socialen Zustände der Schweiz / nach offiziellen Daten für Aerzte, Beamte, Geistliche u.s.w. bearbeitet von Dr. Wilhelm Gisi
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einiger Genfer Gelehrten, die von jeher für diese Fragen Yersländniss und Interessebewiesen, wie Odier, Mailet, Serret-Mallet, Heyer, Lombard u. A. nur zu erwähnen.

Wir haben uns indess bei unsern Untersuchungen nicht auf die Betrachtungder schweizerischen Verhältnisse beschränkt, sondern bei allen populationistischenFragen stets auch die analogen Verhältnisse anderer Staaten zur Vergleichung her-beigezogen. Theils um dadurch überhaupt auf Grund reichern Materials die Gesetzeklarer erkennen zu können, theils um, weil viele populationistische Verhältnisseein sehr werthvoller Maassstab zur Beurtheilung der materiellen und sittlichen Zu-stände eines Landes sind, die schweizerischen mit denen anderer Culturvölker ver-gleichen zu können. Dabei gelangten wir freilich sehr oft zur Einsicht, wie sehrdiejenigen Unrecht haben, die in enthusiastischer Bewunderung unserer demo-kratischen Institutionen, deswegen allein schon auch alle unsere socialen Zuständefür erfreulicher halten, als diejenigen der monarchischen Staaten.

In beiden Hinsichten, sowohl in der Kenntniss der Gesetze selbst als derDaten über andere europäische Länder, sind wir einigen sehr bedeutenden Werkender neuern Zeit zu höchstem Dank verpflichtet. So ausser Malthus (s. S. 6) denenQuetelets, welcher, zuerst die Bevölkerungsstatistik umfassend, mit kritischem Geistund auf soliden Zahlen Zahlengrundlagen angebaut hat. Zumal aber Horns, der durchden Glanz der Diction und durch die Meisterschaft, mit der er den spröden Stoffpopulär im edlern Sinne des Wortes zu behandeln versteht, abgesehen von seinenhohen wissenschaftlichen Verdiensten und den ausserordentlichen Scharfsinn in derAuffindung neuer Gesetze, einzig dasteht, und ganz besonders Wappäus, dessenWerk alle bisherigen durch die umfassende Anlage, durch das unermessliche an-gesammelte Material, durch die gründliche, sichere, von allen gewagten Hypo-thesen sich fern haltende, durchaus wissenschaftliche Behandlung und durch dieeinlässliche Behandlung vieler interessanter Seitenfragen alle übrigen überragt undein dauerndes Eigenthum der Wissenschaft ist. Sowie den Einzeluntersuchungenvon v. Hermann, Engel u. A.; endlich den bereits oben genannten schweizerischenVorgängern. Viele Daten haben wir auch, zumal über Areal und Bevölkerungs-zahl der Statistik Kolbs und dem gothaischen Hofkalender, nebst diplomat.-statist.Jahrbuch in deren neuesten Ausgaben entlehnt, wobei wir indess für die Be-völkerung der deutschen Staaten noch auf die Zählung vom 8. December 1864 an-gewiesen waren, da die Ergebnisse der neuesten vom 8. December 1867 nochnicht so bald für alle bekannt werden dürften.

Obwohl dem Verfasser am besten die Mängel seiner Arbeit bekannt sind, diezumeist in einer unvollständigen Kenntniss des schweizerischen Volkslebens liegendürften, welche zur Erklärung vieler nationaler und localer populationistischer Ver-schiedenheiten nicht ausreichte, und wenn er auch nicht behaupten kann, für die