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Die Bevölkerungsstatistik der schweizerischen Eidgenossenschaft und ihrer Kantone, unter steter Vergleichung mit den analogen Verhältnissen anderer Staaten : ein Beitrag zur Kenntniss der physischen und socialen Zustände der Schweiz / nach offiziellen Daten für Aerzte, Beamte, Geistliche u.s.w. bearbeitet von Dr. Wilhelm Gisi
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Staaten, deren Zahl im vorigen Jahre in so erfreulicher Weise verringert wurde,ganz zu schweigen, weit hinter ihr zurückstehen.

Damit ist aber freilich keineswegs der Frage präjudic-irt, ob die Schweiz nichtschon durch ihre absolute Bevölkerung das Recht einer eigenen Existenz und dieKraft der Selbstständigkeit in sich trage, ganz abgesehen von der in ihrer langenExistenz, in ihrer nationalen, volkswirtschaftlichen und patriotischen Zusammen-gehörigkeit, endlich in ihrer Stellung für das europäische Staatensystem (so ge-fährdet nach den Erfahrungen in Savoien auch jetzt die Stellung der neutralenStaaten sein mag) liegenden Berechtigung zu einer freien Existenz? So sehrauchihr Bestand nach den Ereignissen der allerneuesten Zeit und seit dem berüchtigtenCircular Lavalette’s, das die lange für einen überwundenen Standpunkt gehalteneTheorie Moreau’s de Jonnes, dass auf eine gesicherte selbstständige Stellung gegen-wärtig nur die Staaten zählen können, die im Notfall wenigstens 1 Million Kriegeraufzustellen vermögen, 2 wieder zu neuem Leben erweckte, wenigstens zaghaftenPessimisten einige Zeit gefährdet schien.

2. Zum Unterschied von der absoluten ist die relative Bevölkerung einesLandes, auch Volksdichtigkeit (im uneigenllichen Sinne) genannt, die ihm im Ver-hältniss zu seinem Flächeninhalt zukommende Bevölkerung, welche natürlich umso grösser und um so kleiner ist, je grösser und je kleiner bei gleichem Flächen-inhalt die absolute Bevölkerung ist, und durch die Bestimmung ausgedrückt wird,wie viele Einwohner in einem Lande durchschnittlich auf einem bestimmten Raume,z. B. auf einer geographischen Quadratmeile oder einem Quadratkilometer u. s. w.leben.

Ohne Zweifel ist die möglichste Einigung und Coneentrirung aller Bevölkerungs-elemente ein grosser Vortheil, weil sie nicht nur deren Kraft und Werth ausser-ordentlich steigert, sondern ihnen auch unzählige Genüsse und Vorlheile verschafft,die bei grosser Vereinzelung und Zersplitterung unerreichbar sind, gerade so wieauch dieselbe Anzahl von Arbeitern in einer Fabrik mehr producirt, als eben soviele zerstreute Handarbeiter, und eine städtische Bevölkerung viel mehr gewerb-liche Thätigkeit entwickelt, als eine gleich starke ländliche. Daher erfreuen sichdie Kantone Appenzell A.-Rh. und Zürich für das wirthschaftliche Leben, für Gviter-production und -consumtion viel günstigerer Verhältnisse als Uri und Graubünden,Belgien und England viel günstigerer als Schweden und Hannover. Eine hohespecifische Bevölkerung ist also nicht bloss eine Folge und ein Symptom günstigervolkswirtschaftlicher Zustände, als Kennzeichen bedeutender und stark benutzter Pro-ductivkräfte, durch welche ein Land eine starke Einwanderung anlocken, seine eigeneBevölkerung lange erhalten, also sowohl durch äussern als innern Zuwachs ge-winnen kann, sondern selbst eine Ursache des Fortschritts, selbst eine Productiv-kraft und hochwichtig als Sporn und Hilfsmittel zur Benutzung aller übrigen, weildurch sie die Arbeitsteilung und Vereinigung immer leichter wird. Freilich kanneine solche Vermehrung nicht in’s Unendliche fortgehen, sondern sie wird einebestimmte natürliche Grenze erreichen, die dann eintritt, wenn die Vermehrung

2 Jüngst wieder Napoleon III: La puissauce däine nation depend du nombre dliominesqu’elle peut mettre sous les armes. Revue des deux mondes 1867 15. Mai, p. 462.