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Wenn wir aus obiger Tabelle vernehmen, dass von 1831/60 die Bevölkerungim Kanton Zürich nur um 14 , 96 , in Bern nur um 14 , 52 % sich vermehrte, in Zugdagegen um 21 , 97 , in Appenzell I.-Rh. um 22 , 50 , in Neuenburg um 49 , 05 , in Genfum 41 , 27 , so möchten wir vielleicht die beiden ersten Kantone als minder be-günstigt ansehen. Aber doch sind jene für die Schweiz eine ungleich sicherereund nachhaltigere Bevölkerungsquelle als diese. Sie gleichen, um die Worte Engelszu gebrauchen, einem kaufmännischen Geschäft, in welchem ein minder grosser,aber sehr sicherer und stets lucrativer Umsatz gemacht wird. Diese dagegen habenAehnlichkeit mit Geschäften grossen Umsatzes, aber unsicherer, ja selbst mehr oderminder verlustbringender Art.
Zugleich aber ergibt sich aus obiger Tabelle, wenn wir sie mit derjenigen aufS. 14 vergleichen, wo wir dieselben Ziffern für die europäischen Staaten und zwarfür fast die nämlichen Perioden nach den neuesten und zuverlässigsten Daten (nachKolb), damit unsere Vergleichung überhaupt einen Werth hat (während oft ganzunzulässiger Weise die Bevölkerungsbewegung verschiedener Staaten aus ganz ver-schiedenen Perioden verglichen wird), berechnet haben, für die Schweiz unter deneuropäischen Staaten eine mittlere Volkszunahme. Sie ist geringer als in Sachsen,Preussen, Schweden, den Niederlanden und in Belgien, grösser als in Württem-berg, Baden, Frankreich, Bayern und Grossbritannien, wenn wir die Periode von1831/60 zu Grunde legen, wenn aber diejenige von 1850/60, dann steht auchGrossbritannien der Schweiz noch voran. Zugleich ist sie, wenn die von Legoyt, 13ohne die Grundlagen seiner Berechnungen anzugeben, gemachten Angaben über-haupt Glauben verdienen, was wir mit Hinblick auf Württemberg und Bayern, auchim Allgemeinen sehr bezweifeln müssen, stärker als in Portugal, Holland (!), Han-nover, Belgien (!), Spanien und Oesterreich, schwächer als in Griechenland, Eng-land und Wales, Russland, Norwegen (?), Dänemark (?), Schottland und Württem-berg (!). 14
4. Versuchen wir nun aber die Volks Vermehrung von 120,318 Seelen, welchein der Schweiz vom 18. — 23. März 1850 bis am 10. December 1860, also während10,726 Jahren statt hatte, in ihre beiden Bestandtheile, den natürlichen und denkünstlichen Zuwachs zu zerlegen, so stehen uns dazu nur Daten aus 20 Kantonenund Halbkantonen zu Gebote, die wir auf S. 15 nach unsern Berechnungen mit-theilen und aus denen sich folgendes Resultat ergibt: Während in den genanntenKantonen der Ueberschuss der Gehörnen über die Gestorbenen in den 11 Jahren
13 Legoyt et Vogt, La Suisse. Population, territoire etc. Paris 1867. — u Moreaude Yonnes nahm für die Schweiz 1847, freilich ohne auf andere Daten als diejenigen von1837 sich stützen zu können, ziemlich willkürlich eine jährliche Zunahmsrate von 1 : 140~ 0,714 % an, woraus sich eine Verdoppelungsperiode von 97 Jahren ergibt, die freilichmit der für die Jahre 1837/50 von uns berechneten von 104 Jahren ziemlich nahe zu-sammentrifft. Siehe Franscini, Nachtrag zur Neuen Statistik, S. 92. Le Fort: Le mouvementde la population en France. Revue des deux mondes, 15. Mai 1867, p. 467, gibt als Ver-doppelungsperiode für Russland 66, für Griechenland 44 Jahre an. Ueber die auffallendeund als Symptom schlimmer Zustände, trotz der officiellen Schönfärberei des Herrn LegoytBesorgniss erregende Geringfügigkeit der Volksvermehrung in Frankreich, s. ebenda, sowieNordd. Allg. Ztg., 4. Juli 1867, S. 3, Allg. Augsb. Zig., 10. Mai 1867, Beiblatt.