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Staat und die Behörden direct nichts thun können und nur Spott ernten würden,und die Aerzte gewöhnlich nur von den Wohlhabenden gesucht werden, zumal imInteresse der untern Klassen 1) die Hebammen, die aus dem Volke selbst hervor-gehen, durch zweckmässige Belehrung bei ihrem ersten Unterricht und bei denjährlichen Wiederholungsprüfungen u. s. w. befähigt werden, die Kindersterblichkeitzu vermindern, dass sie aber 2), um diese Belehrung zu suchen, ein ökonomischesInteresse gewinnen, dass sie verringert werde, durch Aussetzung einer Prämie fürdie Hebammen, wenn sieben Achttheile der lebend gebornen Kinder, bei derenGeburt sie beigestanden haben, das erste Lebensjahr überleben, wodurch dieSterblichkeit auf etwa 15 % vermindert würde. Schon dreissig Jahre früher hatteDr. Titus Tobler 53 auf die exceptionell grosse Kindersterblichkeit in Appenzell auf-merksam gemacht, deren Ursache in den vielen Frühehen, in der Schädlichkeit dessitzenden Berufes und der quantitativen und qualitativen Schädlichkeit der Speisenund der Getränke für die „ Zeuger “, in den vielen Schädlichkeiten bei der Pflegeund Besorgung der Kinder, in der unpassenden Temperatur und Nahrung für dieNeugebornen erkannt und als Mittel der Abhilfe, weniger eindringend als Wydler,und mehr theoretisch, Abwartung der Körperentwickelung zur Eingehung von Ehen,grössere Bewegung der Bevölkerung im Freien, den seltenem Genuss von Fleischund Kaffee für die Aeltern, Genuss frischer Luft und Vermeidung plötzlichen Tem-peraturwechsels, Blatternimpfung (!) und „weder zu harte noch zu weiche Be-handlung“ für die Kinder empfohlen.
Für die gesammle Schweiz, d. h. für dieKantone, auf die sich unsere obigenAngaben beziehen und die über 1 Million Seelen repräsentiren, beträgt also dieKindersterblichkeit im ersten Jahre 25,79 % der Gesammtsterblichkeit, eine Pro-portion, die mit der von Wappäus auf Grund von 3,887,094 zu 15,204,185 Gesammt-sterbefällen aus den europäischen Staaten berechneten von 25,57 % sehr nahe über-einstimmt. Rechnen wir noch die 6,20 % todtgehorne Kinder dazu, so ergibt sicheine Proportion von 32 %, welche Wappäus auf durchschnittlich nur 30,32 be-rechnete. Oder von sämmtlichen Gebornen werden durch Todtgeburt (4,94 %) undSterblichkeit im ersten Lebensjahre wieder '/^ — 25,27 % verloren. Wir könntennun zwar hier wenigstens für die Kantone Solothurn, Appenzell A.-Rh. und Thur-gau, von wo uns die nöthigen Daten vorliegen, noch tiefer eindringen und auchuntersuchen, wie innerhalb des ersten Jahres selbst wieder die Sterblichkeit sichauf die verschiedenen Monate vertheile, eine Erörterung, die wir indess einst-weilen zurücklegen.
Nicht wesentlich anders gestaltet sich die Reihenfolge der schweizerischenKantone als nach der Sterblichkeit des ersten Jahres nach derjenigen bis zum voll-endeten fünften Altersjahre, indem das Verhältniss beider Extreme (Waadt undSchwyz) dasselbe ist und nur je Solothurn und Neuenburg und je Thurgau undZürich ihre Stellen wechseln, während die exceptionell grosse Kindersterblichkeit,in Appenzell I.-Rh. durch die grosse allgemeine Sterblichkeit (1 : 30,53), durch diemuthmaassliche Einschliessung der Todtgebornen (über welche die Zahlenangaben
53 Biostatik S. 92 ff.
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