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Die Bevölkerungsstatistik der schweizerischen Eidgenossenschaft und ihrer Kantone, unter steter Vergleichung mit den analogen Verhältnissen anderer Staaten : ein Beitrag zur Kenntniss der physischen und socialen Zustände der Schweiz / nach offiziellen Daten für Aerzte, Beamte, Geistliche u.s.w. bearbeitet von Dr. Wilhelm Gisi
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Ihnen reihen wir auf der folgenden Tabelle Dalen über die Unehelichen in derSchweiz an, aus denen sich ergibt, dass in den schweizerischen Kantonen ausser-ordentlich grosse Unterschiede in diesem Verhältnisse bestehen, Unterschiede, wiewir sie bisher in diesem Maasse noch bei keinem populationistischen Verhältnisse,selbst bei der Heirathsfrequenz nicht, wahrgenommen haben, und welche daherZweifel an der Zuverlässigkeit unserer Angaben erregen könnten. Doch dies Letztereohne Grund, da unsere Daten auch hier auf denselben Grad von ZuverlässigkeitAnspruch erheben dürfen, wie überall, indem sie, wie alle andern, den officiellenBerichten selbst entnommen sind, da es höchst selten oder gar nie zweifelhaft ist,ob ein Kind zu den ehelich oder unehelich Gebornen (nicht Gezeugten, deren Zahldiejenige jener stets beträchtlich überschreitet) gehört. Da ferner die jährlich legiti-mirten oder die vom Vater anerkannten nicht in Abzug gebracht sind, ferner Findel-häuser, welche, da sie meist von Unehelichen recrutirt werden, die Angaben sehrunrichtig machen könnten, in der Schweiz nicht bestehen. Endlich, weil, wenn auchin Bern, Zürich und in andern Städten grosse Gebäranstalten bestehen, doch diehier Gehörnen, falls sie der ortsangehörigen Bevölkerung fremd sind, in Abzuggebracht werden. So sehr auch zu vermuthen ist, dass bisweilen uneheliche Kinder,deren Mütter, um der Schande zu entgehen, ihre Niederkunft ausser Landes ab-warten, andere durch Todtgeburt oder Aussetzung der Leibesfrucht der Eintragungin die Listen entgehen. Hienach wären die Kantone Glarus, Zug, beide Appenzellund beide Unterwalden am günstigsten, Lucern, Solothurn, Genf und Freiburg amungünstigsten gestellt, und zwar wäre in jenen das Verhältniss erfreulicher als inirgend einem der von uns oben erwähnten europäischen Staaten, das einzige Sar-dinien ausgenommen, falls diese Vergleichung bei der grossen Verschiedenheit derVolkszahl überhaupt zulässig ist.

4. Da nun aber anzunehmen ist, dass die grössere oder geringere Heiraths-frequenz eine grössere oder geringere Erschwerung der Heirath überhaupt anzeigtund deshalb eine gleiche Proportion der Unehelichen bei hoher Heirathsfrequenzein ungünstigeres Symptom für die sittlichen Zustände ist, als bei niedriger, soscheint es passend, jene Proportionen von der Heirathsfrequenz ganz unabhängigzu machen, was geschieht, wenn wir sie alle auf dieselbe Heirathsziffer und zwarauf diejenige von Glarus, als die grösste, reduciren. Daraus ergab sich uns dieColumne B, die von A sehr erheblich abweicht, indem das Maximum der unehe-lichen Geburten jetzt nach Schaffhausen, das Minimum nach Obwalden kommt, eineScala, die gewiss zuverlässiger ist, als die gewöhnliche Methode, das Verhältnissder unehelichen zu allen Geburten oder gar zur Bevölkerung anzugeben.

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