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Vierter Versuch [Textband]
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n8 II. Abschnitt. III. Fragment.

Laufen liegt's, wie einer ist; sondern an Gottes Erbarmen. Auch darf kein Gefa'ß zürnTöpfer sagen: warum hast du mich also gemacht? Aber der Herr, der Gerechte,schneidet auch nicht, wo er nicht säete, und sammelt nicht, wo er nichts hinlegte. Aberfordert mit Recht von dem, der fünf Talente empfieng, fünf andere damit gewonnen;zwey gewonnen von dem, der zwey empfieng, und Eines vor; dem, der Eines em-pfieng.

Drittes Fragment.

Phyfiognomischer Sinn, Genie/ Ahndung.

^^lle Menschen haben ein gewisses Maaß von physiognomischem Sinn, so wie sie alle Augen ha-ben. So wie man weiß und schwarz ohne Rasonnement sogleich auf den erstell Blick unterschei-det; so unterscheidet jeder Mensch, ohne Rasonnement, ohne Abstraktion, sogleich auf den erstenBlick eine Menge guter und schlimmer, weiser lind thörichter Physiognomien.

Durch nichts wird die Physiognomik so sicher als göttliche Wissenschaft dargethan,als durch ihre umwohnende, natürliche Allgemeinheit, ihre Unaustilgbarkeit aus der menschlichenNatur.

Laßt alle Sophisten in der Welt zusammen treten, und euch in die Lange und Qnecre de-monstrirenEs giebt keine Physiognomik! das menschliche Gesicht trügt! seht auf die Hand-lungen; nicht aufs Gesicht!" Sie werden euch nur so lange und langer nicht überzeugen,als ihr keine Menschen sehet; sobald ihr wieder in den Kreis der Menschen tretet werdet ihr dieseSophistereyen vergessen, lind Wahrheit fühlen. Es verhalt sich mit dem physiognomischen Gefühlegeradeswie mit dem moralischen. Schwaht es weg wie ihr wollt; lind seht einen Menscheneinen Menschen mit eigner Lebensgefahr vorn Tode retten; ihr werdet der Narren und Unmenschenlachen, oder sie beweinen die dieses Gefühls spotteten.

Alle Menschen ohne Ausnahme haben physiognomischen Sinn; physiognomischcs Ahn,dungsvermögen. Das Kind hat's; der Dümmste hat's; der Thor hats; das Thier hat's; dasInsekt hat's!

Dieser