124 - II. Abschnitt. III. Fragment.
seyn, die Ausdrücke sind zurückgehaltener Leidenschaften, die wie ein banger, schwüler Himmel Un-gewitter verkündigen, die dennoch vielleicht nie losbrechen.
So ist ferner, glaube ich, kaum ein Mensch, weß Alters, Charakters, Zeitalters, aus welchemBoden, welchen Winden der Erde er zufammengeformt sey, der nicht in einem Gesichte, wie nachste-hendes, sogleich und ohne alle Rücksicht auf andere Gesichter, ohne alle Zergliederung und Ver-gleichung — Treue, Redlichkeit, Verschwiegenheit und eine zutrammgswürdige, unharte Festig-keit ahnde.
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Freylich nur der Beobachter wird schnell das Unhomogene der allzujungfraulichen Stirnmit der etwas männlichem Nase und dem bestimmten Auge bemerken.
Unter allen Sterblichen, wer wird einem Gesichtgen, wie nachstehendes ist, seine Liebe ver-jagen können? Diese Nase — wo du sie findest, diese Ruhe des Auges, diese Stille der Lippen, diese
Proportion,