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Einwendungen ſogenannter„Fachleute“ als leeres Geſchwätz, ihreprophetiſchen Warnungen als dünkelhafte Fachſimpelei, überhaupt ihrganzes angebliches Fachmanntum als einen eitlen Popanz erwieſen.Alle Hochachtung vor den wahren Fachleuten, bei der Eiſenbahnwie allenthalben, alſo vor den Technikern jeder Art; aber mit demReſpekt vor jenen höheren Bureauſchreibern, die unbezahlbare Tarifeausklügeln, zu denen ſie ſelber niemals fahren,— mit der Ehrer-bietung vor dem angeblichen Beſſerwiſſen von ehemaligen Advokaten,welche in die Eiſenbahnlaufbahn einbiegen und ſich flugs als Eiſen-bahnfachleute aufſpielen, iſt es jetzt und hoffentlich für immer vorbei.
Erſchwert wurde mir der uneigennützige Kampf für die Herbei-führung der praktiſchen Freizügigkeit im Vaterlande durch das uner-hörte Gebaren eines Mannes, der ſeine perſönliche Eitelkeit höherſtellt als die große Sache der Verbilligung des menſchlichen Ver-kehrs. Ein Mann, der mit ſeinen Verſuchen einen billigeren Tarifzu empfehlen ſchon vor 18 Jahren völlig geſcheitert iſt, der überdiesweder in Europa noch in Deutſchland der Erſte geweſen, der füreinen Zonentarif geſchrieben, kommt jetzt, nachdem ein Anderer glück-licher als er geweſen, und beſchimpft dieſen Anderen in einer geradezuſchmachvollen Weiſe. In den 60er Jahren ſchon haben zwei Eng-länder, Brandon und Galt, den Gedanken eines Zonentarifs litterariſch-vertreten. Ihre Arbeiten wurden auch in der deutſchen Preſſe er-wähnt, in der Fachpreſſe eingehend beſprochen. 1868 erſchien überdieſelbe Frage ein Aufſatz in der„Gartenlaube“. Dann erſt trat1869 Franz Perrot mit ſeinen Beſtrebungen auf, die er nur bis1872 fortſetzte. Er hatte keinen Erfolg, was ſehr bedauerlich iſt,woran aber ich keine Schuld trage. Von 1872 bis zum Erſcheinenmeiner„Eiſenbahnreform“ hat Perrot ſchriftſtelleriſch für den Gedankendes Zonentarifs nichts getan, auch ſonſt nicht erkennbar dafür ge-wirkt, obwohl er inzwiſchen auch einige Jahre Reichstagsabgeordnetergeweſen. So handelt Niemand, dem es heiliger Ernſt iſt mit einergroßen Reform, für die er alle ſeine Kräfte einzuſetzen hat. Perrothat ſich auch nicht gerührt, als Theodor Hertzka 1884 ſeine vortreff-liche, leider aber auch erfolgloſe Schrift„Das Perſonenporto“ ver-öffentlichte. Erſt als ein unbezweifelbarer Erfolg meiner„Eiſenbahn-reform“ zuteil wurde, ließ Perrot wieder von ſich hören und zwar durchSchmähſchriften gegen mich, durch Anſchuldigungen, an ſeiner„Er-findung“ ein Plagiat verübt zu haben, und dergl. Mich hier indie Einzelheiten ſeiner lächerlichen Beſchuldigungen einzulaſſen, dazuerniedrige ich mich und die gute Sache nicht, welcher dieſes Buch ge-weiht iſt. Aber das muſſ auch hier, wie es in der Preſſe ſchon vonmir geſchehen iſt, nachdrücklich geſagt werden: Franz Perrot hat umdie jetzige Bewegung zu Gunſten eines Zonentarifs weder das Ver-dienſt des erſten„Erfinders“, noch auch nur das, den Anſtoß aufsneue gegeben zu haben. Er iſt in die Bewegung, die ich erfolgreich