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Der Zonentarif : neubearbeitete Volksausgabe der "Eisenbahnreform" / von Eduard Engel
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123
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ſtändlichkeit der Eiſenbahntarife, wie ſie bisher durch nichts andereserzielt wurde. Die begründeten Vorwürfe gegen die Eiſenbahnver-waltungen, nach Tarifen zu befördern, die kein Menſch völlig ver-ſteht, hören auf. Das Tarifweſen verliert ſeine Lächerlichkeit; dieAchtung vor Staatseinrichtungen, wie die Tarife der Staatsbahnenes ſind, wächſt. Ein billiger Zonentarif ſteigert den Nahverkehr ge-waltig, hebt den Fernverkehr anſehnlich, vermehrt die Ausnutzung derPlätze und der Gepäckwagen und ſteigert die Einnahmen. Er erhöhtdie unvermeidlichen Ausgaben in geringerem Maße, als er die Ein-nahmen ſteigert, beſſert alſo die Staatsfinanzen. Er vermehrtdie Kultur und die Wohlhabenheit eines Landes und hat, nach allenbisherigen Erfahrungen, keine einzige der gefährlichen ſozialen Folgen,die man, ohne ihn erprobt zu haben, ihm ins Blaue hinein zuſchreibt.

Aufzuhalten iſt der Eroberungsgang des Zonentarifs auf dieDauer doch nicht, das geſtehen ſelbſt die eingefleiſchteſtenFach-männer und Verteidiger der Schablone ein. So ſchäme man ſichwenigſtens, ſich von der auf keinerlei Rang in der Hierarchie derSchablone Rückſicht nehmenden Geſchichte nachſagen zu laſſen: nach-dem alle Länder, auch einige mehr oder weniger barbariſche, mitdieſer Reform vorangegangen, folgte endlich, nach China , Japan undder Türkei , auch Deutſchland !

14. Kapitel.Zehn Einwendungen und Widerlegungen.

1)Warum denn gerade ein Zonentarif? Dem Publikumliegt weder an dem Wort noch an der Sache des Zonentarifs viel;es will nur billigere Fahrpreiſe haben. Folglich genügt eine prozen-tuale Herabſetzung der Kilometertarife unter Beibehaltung des Grund-ſatzes der Preisbemeſſung nach der Zahl der Kilometer.

Dieſer Einwand, dem man am häufigſten begegnet, beweiſt, daſſdie, welche ihn erheben, gar nicht wiſſen, was eine gründliche Tarif-reform bezwecken ſoll. Die Aufgabe der Eiſenbahn beſteht darin, derganzen Nation ohne jeden Unterſchied die Benutzung des unentbehr-lichſten materiellen Kulturmittels zu ermöglichen. Wer der Eiſenbahneine beſchränktere Aufgabe zuſchreibt, bleibe dieſem Streite fern. Weraber wie ich von der Notwendigkeit durchdrungen iſt, die Eiſenbahnen,zumal nach ihrer faſt allgemeinen Verſtaatlichung, jedem erwerbsfähigen