von den Steinkernen und Spurenſteinen. 79
die zu dieſen Steinkernen gehoͤren, beſonders die ſo zwar pur Stein ohne Verſteinerung ſind,mit der natuͤrlichen Frucht aber eine ſo groſe Aenlichkeit als ein Ey mit dem andern haben.
Wenn gleich weiche fleiſchigte Körper weit ehe geſchickt ſind, ſich in Schlamm und wei-che Erde abzudrucken, als zu verſteinern: wenn ſie gleich Spurenſteine verurſachen können,ſo ſind doch dieſe darum nicht unter allen Umſtaͤnden auch geſchickt, deutliche und vollkomme,ne Steinkerne hervorzubringen. Sie gehen in ihrem Lager, in welches ſie ſich eingedrückt indie Faulnis, das viele fluͤßige Weſen des verfaulten Körpers loͤſet die noch weiche, naſſe Erdeum ſie herum auf und dadurch werden die dahinein gedruckte Zuͤge, Erhoͤhungen und Vertie,
fungen gleichſam ausgeloſcht. Es iſt alſo kein Wunder, wenn wir keine Steinkerne von Fro
ſchen, Kroͤten, Eidechſen u. ſ. w. finden.
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Das neunte Lapitel.
Wie und wodurch ſind die fremden Koͤrper des ani-maliſchen und en eiche in das Mineral-Reich gerathen.
Air finden die verſteinten Korper des animaliſchen und vegetabiliſchen Reichs, auf der
ganzen Flaͤche unſers Erdbodens zerſtreut. Sie liegen nicht nur offt in anſehnlichenTiefen, ſondern man erblickt ſie auch auf den höͤchſten Bergen, auf Bergen, die ſich weit uͤberdie Flaͤche der See erheben. In den haͤrteſten Steinen trifft man ſolche an, und zwar beſon—ders ſolche Korper, welche ihren gewöhnlichen Aufenthalt in der See von der Natur angewie-ſen bekommen haben. Die Anzahl derſelben iſt nicht etwa geringe, ſondern in manchen baldhöhern bald niedrigern Gegenden iſt die Menge derſelben ſo erſtaunend gros, daß man bey naheſich einbilden ſollte, als waͤre offt ein⸗ und die andere Körper⸗Art aus dem ganzen ungeheurenWelt⸗Meere zuſammen dahin geſchlemmt und geworfen. Das ſind Wahrnehmungen, ſo dieErfahrung beſtaͤtigt und davon wir bereits oben unverwerfliche Zeugen aufgeſtellet haben.Jetzt kommt nun noch die wichtige Frage fuͤr: Wie und wodurch ſind nun die fremde Körperdes animaliſchen und vegetabiliſchen Reichs in das Mincralreich, in Erde, Stein, ja ſogarauf die höchſten Berge gerathen.
Einige haben den Grund davon in blos zufaͤlligen Begebenheiten geſucht und, ich weisnicht im Scherz oder Ernſt, behauptet, die verſteinten Conchylien waͤren durch Kriegsheere,auch wohl durch Einwohner in Städten und Dörfern dahin, wo man ſie jetzt verſteint finde,verzettelt worden: Die ſyriſchen Pilgrimme haͤtten dergleichen Muſchelſchalen in den Creuz-zuͤgen vom morgenlaͤndiſchen Meere mitgebracht, die Affen pflegten auch Conchylien von denUfern auf die hoͤchſten Berge zu tragen, und ſie daſelbſt liegen zu laſſen, die Fiſche hingegenwaͤren von den Tafeln der Römer, weil ſie ihnen nicht friſch genug geweſen, weggeworfenworden. 1.) Behaupten ſolche Leute das im Ernſt, ſo verdienen ſie keine Widerlegung.Sie moͤgen ſich erſt mit den Petrefacten in Anſehung ihrer Lage, ihrer allgemeinen Ausbreitungdurch alle vier Welttheile und ihrer ungeheuren Menge naͤher bekannt machen. Sie werdenalsdann das laͤcherliche in ihren Vermuthungen von ſelbſt, ohne auf Widerlegungen zu war,
iß einſehen lernen.ten, gewiß einſehe erne u 2 b Ande-
1.) S. Buͤffon Naturg. Th. 2. S. 65. der deutſchen Ausgabe, Bergmann in der phyſtcal. Beſchrei-bung der Erd⸗Kugel, S. 180. Not. 2.)
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