Band 
Dritter Theil.
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186 Enn Das dritte Capitel,

kannt, nie Gliedmaſſen, ſo daß man an der Schale den Kopf, den Ruͤcken, den Schwanzunterſcheiden, und dabey zugleich an ſolchen Haupttheilen beſondere Nebentheile, wie z. E. dietubercula und Hoͤrner des Chitonitenkopfs ſind, bezeichnen kan. Vielmehr macht die Schaleeines teſtacei gleichſam ein Ganzes, ohne Abſonderung der Glieder und Theile des Koͤrpers,aus, es mag nun eine napfförmige, oder roͤhrenartige ,oder ſonſt anders gebildete Schaleſeyn. Hingegen trifft man dieſes bey den Inſecten z. E. bey den Krebſen, den oniſois, denmonoculis u. ſ. w. an und ihr characteriſcher Unterſchied beſteht eben in den ſichtbaren Glied,maſſen ihres gleichfalls entweder ſchaligten oder hornhaͤutigen Koͤrpers. Da nun bey denenTrilobiten eben dergleichen ſichtbare Merkmale, welche den Unterſchied des Kopfs, Ruͤckensund Schwanzes beſtimmen, anzutreffen, ſo ſey es, wie einige nicht ohne Grund behaupten,wider alle zoologiſche Principien, ein ſolches Thier, wie der Trilobit, zu einem teſtaceo zumachen. Hierwider laͤßt ſich nun freylich wohl nicht viel einwenden. Wie aber, wenn nunder Gegentheil auf eben die Art die Inſecten als vermeintliche Originale des Trilobiten beſtreitet und gleichfals ſagt, es ſtreite wider den erſten Begriff eines Inſects, ſich ſolches ohne Fuͤßezu denken? Der Trilobit habe keine Fuͤße, weil man noch nie dergleichen an den bereits gefun,denen petrificirten Exemplarien entdeckt habe, folglich koͤnne derſelbe kein oruſtaceum ſeyn, undda es hier kein drittes gaͤbe, ſo muͤſſe er zu den teſtaceis gerechnet werden. Dieſer Einwurfiſt ſcheinbar, allein man kan, wie ich glaube, auch dawider manches mit gutem Fug und Rechteinwenden. Wir wollen einsweilen als wahr annehmen, daß man an den Trilobiten nochkeine Fuͤße entdeckt habe, laͤßt ſich denn hieraus, zumal in Betracht der beſondern Umſtaͤndedieſes Petrefacts, ein poſitiver Schluß auf den nemlichen Mangel der Fuͤße beym Originalmachen? Als man nur noch die Schwanzklappe des Trilobiten kannte, und ſolche fuͤr eineMuſchel hielt, wuͤrde ſich niemand eingebildet haben, daß dieſe vermeynte Muſchel einenKrebsſchwanz aͤhnlichen Ruͤcken haͤtte, weil derſelbe damals noch nicht war beobachtet worden.Und gleichwohl hat ſich derſelbe nachher gefunden, und man ſiehet dieſes ſeltene Petrefact nunmehro mit ganz andern Augen, als vorher, an. Wie lange waren nicht die Trochiten, dieEntrochiten, die Aſterien und Sternſaͤulenſteine bekannt, ohne daß man deren obere Cronekannte? Haͤtte damals jemand das Daſeyn eines ſolchen Kopfs oder Crone gemuthmaſet, ſowuͤrde gewis mancher Widerſpruch erfolget, und der Grund deſſen vornemlich daher genommenworden ſeyn, weil man dergleichen an den bisher gefundenen Entrochiten noch nicht entdeckt.Es können ja Urſachen vorhanden ſeyn, wodurch die Trilobiten nach ihrem Tode meiſtens ihrerFuͤße beraubt worden. Die Urſache, warum die Ruͤckenringe bey den allermeiſten auseinanderfallen, und warum unter etlichen hundert Schwanzklappen kaum eine ſich noch findet, an wel,cher noch die Ruͤckenringe feſt ſitzen, eben dieſe Urſache iſt auch der Grund von dem Mangelder Fuͤße. Das lebendige Thier, ſo das Original des Trilobiten iſt, muß, welches wohl nie-mand laͤugnen wird, Nerven haben, vermittelſt welcher nicht nur ſeine ſchaligten Glieder zuſammen haͤngen, ſondern die es auch ausdehnen und zuſammen ziehen und damit eine freywil-lige Bewegung ſeines Leibes machen kan. Die Nerven welche die Ruͤckenringe mit einanderverbinden, muͤſſen, welches auch niemand laͤugnen wird, weit ſtaͤrker und compacter ſeyn, alsdiejenigen, wodurch es ſeine zarten Fuͤße in Bewegung ſetzen kan. Da nun aber faſt bey denallermeiſten die Ruͤckenringe deswegen auseinander gefallen, weil das Nervenband durch dieFäulnis zerriſſen, ehe der todte Trilobit in das Steinreich gerathen, wie viel ehe muß er daheraus eben dieſem Grunde ſeiner Fuͤße beraubt worden ſeyn? Mit den Encriniten hat es ja gleicheBewandnis, warum finden wir eine ſo unendliche Menge von Trochiten, warum weit weniger Entrochiten, warum noch weit ſeltener Encriniten? Weil das Nervenſyſtem dieſes Zoophyten ehe zerſtoͤret worden, als er ein ruhiges Lager im Steinreich erhielt, und weil durch dieſeZerſtörung alle ſeine Glieder auseinander fallen mußten. Eben ſo finden wir keinen Echiniten

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