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Erscheinung Mit dem Fall der gegen einander aufgethünmenMauern von Städten und Burgen erblühten die Länder unter demSchutze kräftiger Regierungen und dem natürlichen Bande einesgegenseitigen Austausches von Vortheilen. Durch eine Eisenbahndie Verbindung unserer landwirthschaftlichen Produzenten mit den ent-fernten Konsumenten, ohne Vermittelung der nahen Städte beför-dern, heißt weiter nichts, als die Vermittelung des Zwischenhandelsüberhaupt ausschließen wollen. Wem aber, der es begriffen hat,daß die Masse der Produzenten niemals zum eignen Vortheil Han-del treiben könne, wird ein solches Bestreben wohl noch vernünf-tig erscheinen? Die direkte Verbindung des Landes mit den Han-delsstädten kann immer nur gelegentlich durch Eisenbahnen erfol-gen. Der bei Weitem größere Theil des Ersteren dagegen mußdavon ausgeschlossen bleiben und durch gewöhnliche Landstraßenbefriedigt werden.
Eisenbahnen sind nämlich nur dann rentbar, also im großenMaaßstabe auch nur ausführbar, wenn sie die Punkte mit einan- 'der verbinden, in denen sich bereits einigermaßen der gewöhnlicheVerkehr konzentrirt hat. Dort tragen sie zur Vermehrung diesesVerkehrs nicht bloß auf der Bahn selbst, sondern auch zwischenjenen — den Städten — und den Landstrichen in ihrem Bereich,in natürlicher Folge also, zugleich zur Entstehung guter Landstra-ße» bei.
Das von uns dargestellte Netz ist endlich auch das zweckmä-ßigste in Hinsicht auf das Land rechts der Weichsel , weil es dessenVerbindungen mit allen an der Weichsel und westlich derselben be-legenen Gegenden auf die kürzeste Weise vermittelt *).
Nur für die Verbindung Preußens mit Posen und Schlesienwäre durch eine Bahn von Posen nach Bromberg eine nennens-wcrthe Abkürzung des Verkehrs in dieser Richtung zu erlangen.
*) Wenn Herr I. — s. in dem Königsberger Antrag die Stimme dergesammten Provinz Preußen erkennt, so scheint er uns dazu um so we-niger berechtigt, als bei jenem Antrage offenbar die Petenten nicht genauüber ihre Bitte orientirt waren und nach öffentlichen Blättern darüber be-deutet werden mußten. Der Antrag des Preußischen Landtages an Se.Majestät den König erscheint dagegen in der Beziehung weit eher alsStimme der Provinz gelten zu können und dieser ist, wie die Zeitungenberichten, auf Führung der Hanptlinie von Dirschau über Bromberg ge-richtet gewesen.