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Die Erde in Karten und Bildern : Handatlas in 63 Karten nebst 125 Bogen Text mit 1000 Illustrationen / unter Mitwirkung hervorragender Fachmänner herausgegeben von der Verlagshandlung ; Karten-Gravure und -Druck von G. Freytag & Berndt
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Das Land.

gebiet eine relativ beschränkte Ausdehnung. Auf der südlichenHemisphäre dagegen greifen die zum engeren Polargebiet ge-hörenden Länder noch über den südlichen Polarkreis hinaus,wie beispielsweiseWilkes-Land, indess das unerforschteGebiet, einen tiefer gegen den Südpol vorrückenden Meeres-abschnitt im Bereiche desVictoria-Landes ausgenommen,im ganzen antarktischen Gebiet ungefähr mit dem 70. 0 Südbreitezusammenfällt. Auf der gleichen Nordbreite liegt aber dasNordende von Skandinavien, also bewohntes Land mit blühendenHandelshäfen. Am überraschendsten gestaltet sich der unge-heuere Unterschied zwischen den physischen Verhältnissen derarktischen und antarktischen Welt, wenn man die Treibeis-grenzen beider Hemisphären miteinander vergleicht. Die nörd-liche (also gegen den Aequator vorgeschobene) Grenze desantarktischen Treibeises greift stellenweise über den 40. 0 hinaus,also in eine Breite, in welcher auf der nördlichen Hemisphäredas Becken des Mittelmeeres liegt!

Das Meer. Während das Festland der Erde keine compacteMasse bildet, sondern in grössere Complexe (Continente) aus-emandergerissen ist und an manchen Stellen in ein dichtesGewirre von grösseren und kleineren Inseln zerfällt, erfüllt dasMeer vermöge seiner Natur den ganzen ihm zugewiesenen Raum.Es umfluthet alle Festländer, alle Inseln, dringt bis zu den eis-starrenden Polarregionen vor und steht rings um den Erdball

Oceane und Festländer.

nterzieht man die kartographische Darstellung der Erde selbst nur einer ober-,flächlichen Untersuchung, so ergeben sich verschiedene Thatsachen im räumlichenSinne, welche von hohem Interesse sind. Zunächst macht man die Wahrnehmung,dass die unermesslichen Räume des Weltmeeres weitaus den grösseren Theilder Oberfläche unseres Planeten einnehmen. In der That stellt sich das Ver-hältnis in der Vertheilung von Wasser und Land etwa wie 3:1. Da man dieGesammtoberfläche der Erde zu circa 9*261 Millionen Geviertmeilen, jene des Landesaber zu 2*471 Millionen Geviertmeilen berechnet hat, ergiebt sich für den Flächen-raum des Meeres die Ziffer 6*790 Millionen Geviertmeilen.

Das ist aber nicht die einzige Thatsache hinsichtlich der ungleichmässigenVertheilung der Wasser- und Landmassen auf unserer Erde. Wir machen nämlichbei oberflächlicher kartographischer Untersuchung die weitere Wahrnehmung,dass die Landmassen in überwiegender räumlicher Ausdehnung nördlich desAequators zu finden sind, während südlich desselben das Wasser weitaus über-wiegt. Fast die ganzealte Welt Asien, Europa und die grössere Hälfte vonAfrika sowie der nordamerikanische Continent, einschliesslich der Tropenzonebis auf die Höhe der Amazonasmündung, gehören zur nördlichen Hemisphäre.Dagegen sehen wir auf der südlichen Erdhälfte nur die am weitesten vor-gestreckten Südhälften zweier Erdtheile Amerika und Afrika über denAequator hinausgreifen. Dazu gesellt sich noch der kleine Erdtheil Australienmit der zu ihm geographisch und physisch gehörigen oceanischen Inselwelt,welche die ganze westliche Hälfte des Stillen Oceans einnehmen.

In Folge des beträchtlichen Hinaufrückens der Festlandsmassen gegen denNordpol wird nicht nur das nördliche Polarmeer auf einen verhältnissmässigkleinen Raum eingeengt, es nimmt auch das unerforschte polare Land- und Eis-herum in ununterbrochener räumlicher Verbindung. Wir be-zeichnen diese gesammte Wassermasse alsWeltmeer, zumUnterschiede von den einzelnen Oceanen, wie man gemein-hin jene grossen Wasserbecken nennt, die sich zwischen deneinzelnen Continenten ausbreiten. Selbstverständlich ist die Be-grenzung der einzelnen Oceane eine willkürlich angenommene,denn das Weltmeer hat nur eine Naturgrenze: die dasselbeeinschliessenden Festlandsküsten.

Die Abgrenzung der einzelnen Oceane verfolgt gleichwohl einen bestimmtenpraktischen Zweck und ist in Folge dessen allgemein üblich. So verstehen wir unterder Bezeichnung Atlantischer Ocean den Abschnitt des Weltmeeres zwischenden beiden Polarkreisen, Europa, Afrika, und dem Meridian des Nadelcap, Amerikaund dem Meridian des Cap Horn; unter Indischer Ocean den Meeresraum zwischendem südlichen Polarkreis, den beiden Meridianen des Nadelcap und Tasmaniens undden zwischen diesen letzteren sich erstreckenden Festlandsumrissen von Afrika, Asienund Australien. Der Grosse Ocean (auch Südsee oder Stilles Meer genannt) hatseine Grenzen im Norden an der Behringstrasse, südlich am entsprechenden Polar-kreis, östlich und westlich an den Meridianen, welche beim Atlantischen und IndischenOcean angegeben sind. Die festländische Begrenzung begreift also die Küsten Ost-asiens, Nord- und Südamerikas und des östlichen Australiens in sich. Die beidenPolarmeere endlich erstrecken sich innerhalb ihrer gleichnamigen Polarkreise.Diese letztere Eintheilung entspricht nicht ganz den physischen Verhältnissen jenerMeeresabschnitte, da die Natur des südlichen Polarmeeres noch in einem grossenRaume ausserhalb des Polarkreises sich geltend macht, während die Begrenzung desnördlichen Polarmeeres so ziemlich mit der Naturgrenze zusammenfällt.

Hinsichtlich der Grössenverhältnisse der Oceane weichen die zifTermässigenAngaben begreiflicherweise von einander ab. Die wichtigste Frage bei Bestimmung

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