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Die Erde in Karten und Bildern : Handatlas in 63 Karten nebst 125 Bogen Text mit 1000 Illustrationen / unter Mitwirkung hervorragender Fachmänner herausgegeben von der Verlagshandlung ; Karten-Gravure und -Druck von G. Freytag & Berndt
Entstehung
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Das Relief der Erdoberfläche. Hochebenen, Tiefebenen.

Weniger allgemein ist die BezeichnungMeerwelt für Australien und die ocea-nische Inselwelt.

Hinsichtlich der äusseren allgemeinen Umrisseund der Richtung der Hauptachse waltet eine auf-fallende Verschiedenheit zwischen den Festlandsmassender alten und neuen Welt ob. Bei dem Festlande derersteren ist die vorherrschende Richtung in der Aus-dehnung von West nach Ost, oder richtiger von Süd-west nach Nordost; dagegen bei dem Festlande derneuen Welt von Nord nach Süd (genauer: Nordnord-westSüdsüdost). Die Kräfte, welche beide Massenemporgehoben, scheinen in rechten Winkeln zu einandergewirkt zu haben, nämlich in der Aequatorrichtungbei dem alten, in der Meridianrichtung bei dem neuenFestlande.

Hinsichtlich der räumlichen Ausdehnung dereinzelnen Welttheile gelten heute folgende Ziffern:

Entstehung der Insel Sabrina.

man sie Tafelländer zu nennen diezuTerrassenländern werden, wenn ihrAbfall sich in mehr oder minder breiteund mächtige Staffeln gliedert.

Die merkwürdigsten und ausgedehn-testen Hochebenen besitzen Asien undAmerika. In Afrika sind fast zwei Dritteldes Areals Hochebene. In Europa hatnur Spanien einigermassen ausgedehnteHochebenen. Die grössten Tiefebenenhaben Asien und Amerika. Dort ist esnamentlich die sibirische Tiefebene,welche sich in ungeheuerer Ausdehnungvom Ural bis zum Behringsmeer erstreckt.In Amerika ist das Becken des Missis-sippi-Missouri, einschliesslich der nörd-

9>37°-576 Quadr.-Kilom. (176.350 Quadr.-Meilen)

44,564.351

(809.478

* )

29,823.253

» (543-187

)

38,473-138

(697.188

* >

8,952.855

(162.609

. >

4,478.200

( 82.091

n )

Gesammtfläche des Festlandes 136,055.371 Quadr.-Kilom. (2,471

Salzsteppe in Mittelasien.

Wenn man bei den Erdtheilen die zusammenhängende Masseals den Stamm, die Vorsprünge derselben als die Glieder be-zeichnet, so ist das neue Festland weit weniger gegliedert alsdas alte. Das am meisten gegliederte Festland ist Europa, dasungegliedertste Afrika. Die gesammte Küstenlänge des letzterenist sogar kleiner als die Europas, obwohl dieser Erdtheil einenmehr als dreimal kleineren Flächenraum einnimmt.

Gleichwohl haben die vier ersten Continente eine gewisseAehnlichkeit miteinander in Bezug auf ihren nordsüdlichenVerlauf. Sie enden nämlich insgesammt in verhältnissmässigschmale, halbinselartige Spitzen; ferner liegen ihre nördlichenGrenzen im Allgemeinen in derselben Polhöhe, nämlich am 70. 0Nordbreite. Auch ist bei den beiden Hauptlandmassen der altenund neuen Welt ein charakteristisches Merkmal, dass von jedemderselben ein wichtiges Glied fast inselartig isolirt ist, in demnur eine schmale Landenge Afrika mit Asien und Südamerikamit Nordamerika verbindet. Zur genauen Kenntniss der Erd-oberfläche oder den Formen des Landes gehört vor allenDingen die Kenntniss von der Vertheilung der Erhebungen undVertiefungen (des Hoch- und Tieflandes) der Berge, Gebirgeund Ebenen.

Die Gebirge sind die beträchtlichsten Erhebungen derErde. Sie sind von denPlateaux (Hochebenen) zu unterscheiden,welche letzteren sich als grosse erhabene Landmassen darstellen,welche gewöhnlich den eigentlichen Kern der Continente bilden.Besitzen die Hochebenen eine grosse Ausdehnung, so pflegt

liehen Fortsetzung bis in die arktische Region, dann die Tief-ebenen von Venezuela und jene zwischen den Cordilleren undder Ostküste von Südamerika, welche unsere Aufmerksamkeitfesseln. In Europa zieht sich eine weit ausgedehnte Tiefebenedurch die Niederlande, das nördliche Deutschland, Ostpreussen,.903 Quadr.-Meilen) Polen und Russland (hiersarmatisches Tiefland genannt) undendet einerseits am Ural und nördlichen Eismeer, andererseits am SchwarzenMeer und am Kaspisee. Tiefebenen von geringerer Ausdehnung, aber immerhinnoch von localer Bedeutung finden sich in allen Erdtheilen.

Das Tiefland prägt sich sowohl örtlich, als in Bezug auf den Charakterseines Pflanzenwuchses sehr verschieden aus. Es giebt Culturebenen, in welchenjedes Plätzchen bebaut und ausgenutzt ist. Dann Ebenen, welche nur zum Theileder Cultur erschlossen sind, wobei der nicht urbar gemachte Boden ausgezeichneteWeiden abgiebt. Tiefebenen ohne Anbau- kann man ohne auf die örtlichenBezeichnungen näher einzugehen sammt und sonders Steppen nennen.

Man unterscheidet dreierlei Arten von Steppen: die Salzsteppe, als relativ unfruchtbarsteund trockenste Region; hieran schliesst die Steppe vonPampas-Typus, deren Vegetationsformenbesonders charakteristisch sind. Es sind meist Zwiebelgewächse, die nur eine kurze Blüthe- und Reife-zeit besitzen, den grössten Theil des Jahres aber in einem scheinbaren Zustande der Verdorrtheit sichbefinden. Tritt die Zeit der Niederschläge ein, so treiben die Pflanzen rasch Blätter, Blüthen undFrüchte, um nach dieser kurzen Triebzeit abermals in einen 8 bis 9 Monate langen Schlaf zu ver-sinken. Die Zahl der Arten ist gering. Am häufigsten tritt das Haargras (Stipa capillata) und dasFedergras (Stipa pennata) auf Staudengewächse von ungewöhnlicher Höhe. Diese Gewächse bilden eineArt Dickicht, das sich an den Boden heftet und oft viele Jahre hindurch dieselbe Stelle einnimmt.Dadurch werden alle anderen Pflanzen, die zur Physiognomie der Pampas nichts beitragen, unterdrücktund das Dickicht vermehrt.

Die dritte Kategorie ist die eigentliche Steppe. Es ist derHochwald unter den Vegetations-formen der Ebene. Die Pflanzen erreichen eine Höhe von zwei, ja selbst drei Meter. Von der Steppen-vegetation ist ferner das Gesträuch nicht absolut ausgeschlossen. Dagegen spielen in der Steppe dieGräser ein Hauptmerkmal der Wiesen nur eine untergeordnete Rolle. Zwischen Steppe und Wiesebesteht noch der Unterschied, dass letztere sich dicht berast, so dass vom Boden nichts zu sehen ist,während bei ersterer allenthalben unbewachsene Zwischenräume wahrzunehmen sind.

Die eigentlichen Wüsten sind Landstrecken von zuweilen ungeheuererAusdehnung, in welchen Wasserlosigkeit der Oberfläche und eine bis zuabsoluter Pflanzenlosigkeit sich steigernde Sterilität den herrschenden Charakter-zug der Landschaft bilden. Mitten in diesem Sandmeere finden sich einzelneStrecken eingeschlossen, welche von Quellen bewässert sind, und wo die Naturoft eine überraschende Ueppigkeit entfaltet. Es sind dieInseln der Wüsteund heissen Oasen.

Die grösste Wüste unseres Planeten ist die Sahara. Sie ist besondersdeshalb interessant, weil sie verschiedene Formen der Wüste aufweist. Die-selben wurden zuerst von Desor erkannt und wie folgt ein-getheilt: Plateauwüste, Auswaschungswüste und Dünen-wüste. Diese drei Typen der Wüste sind übrigens trotz ihrerVerschiedenheit nach Form und Aussehen ^gleichwohl, was

Pampas.