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Die Erde in Karten und Bildern : Handatlas in 63 Karten nebst 125 Bogen Text mit 1000 Illustrationen / unter Mitwirkung hervorragender Fachmänner herausgegeben von der Verlagshandlung ; Karten-Gravure und -Druck von G. Freytag & Berndt
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Der Mensch. Anthropologie, Ethnologie, Ethnographie etc. Rassen-Eintheilung.

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3. Nördlicher Atlantischer Ocean:Reich der Schellfische und Häringe,.

4. Mittelländisches Meer: Reich derLippenfische.

5. Nördlicher Stiller Ocean: Reichder Panzerwangen.

6. Tropischer Theil des AtlantischenOceans: Reich der Manate und Haftkiemer.

7. Indischer Ocean: Reich der Kink-hörner.

8. Tropische Zone des Stillen Oceans:Reich der Korallen und Holothurien.

9. Südlicher Theil des AtlantischenOceans. (Ohne eigenartige Typen, aber mitmehreren eigenthiimlichen Formen Riesenwal,Elephantenrobbe, Seeleopard.)

io. Südlicher Theil des StillenOceans.(Wenig bekannt und ohne besonderen Charakter.)

Der Mensch.

Auch der Mensch, dieKroneder Schöpfung, hat sich als letztesGlied der Lebewesen örtlichen Ver-hältnissen anpassen müssen, und istauf Grund dieser letzteren entwederstationär geblieben oder zur höchsten Entwickelung vorge-schritten. Absolut entscheidend sind aber die örtlichen Verhält-nisse (wobei namentlich das physische Klima eine grosse Rollespielt) nicht; Beweis dessen, dass in Ländern, welche einstCulturvölker beherbergten, dermalen entweder primitive oder anBarbarei grenzende Zustände herrschen. Ausserdem haben ganzeGruppen von Völkerschaften zu Zeiten, welche sich der For-schung allenthalben entziehen, ihre Heimsitze verlassen undLänder aufgesucht, in welchen die neuen Lebensbedingungenverschieden von denen in den verlassenen Stammsitzen waren.

Alle diese Fragen, sowie die wichtigste von allen: derUrsprung des Menschengeschlechtes, können nicht Gegenstanddieser Schrift sein, welche im Grossen und Ganzen nur einBegleittext zu dem beigegebenen Atlas ist. Der prägnantenKürze eingedenk, an welcher wir bisher festhielten, möchtenwir auch rücksichtlich des Menschengeschlechtes uns nur aufdas Wichtigste und Hauptsächlichste beschränken.

Die Zahl aller menschlichen Erdenbewöhner wird auf rund1400 Millionen geschätzt, jene der Sprachen auf rund 800, miteinigen tausend Mundarten (Dialekten). Das Verhältniss derMenschen zu einander in Bezug auf ihre physischen und psy-chischen Merkmale bedingt eine Eintheilung in grosse Gemein-schaften, welche entsprechende Namen haben. Man spricht vonRassen, sofern es sich um charakteristische Merkmale reinphysischer Natur handelt, vonVölkern,Nationen u. s. w.

Die ursprüngliche Eintheilung des Menschengeschlechtesin fünf Rassen, wobei die Schädelbildung und die Hautfarbeden Ausschlag gaben, ist seit Langem abgethan. Man hat deren

William Lanney, der letzte Tasmanien

Durch Combinationen beider Formen er-geben sich vier Grundtypen:

1. Orthognather Dolichocephale (gerad-zähniger Langkopf) mit den Hauptrepräsentanten:Eraner, Etrusker. *

2. Prognather Dolichocephale (schiefzähni-ger Langkopf) mit den Hauptrepräsentanten: Afri-kaner, Neger.

3. Orthognather Brachycephale (geradzähni-ger Kurzkopf) mit dem Hauptrepräsentanten:Amerikaner.

4. Prognather Brachycephale (schiefzähnigerKurzkopf) mit den Hauptrepräsentanten: Turanier,Mongolen.

Dieses System hat durch neuere Gelehrte(Davis, Broca, Barnard, Virchow) Erweiterung undErgänzung gefunden, wodurch mehrere Spielartenvon Schädelbildungen aufgestellt werden konnten.Es wurden bestimmte Maasse in Bezug auf dieSchädelform und bestimmte Winkel in Bezug aufdie Gesichtsform aufgestellt und damit ein Systemvon Ziffern geschaffen, auf dessen Einzelheiten wirhier nicht näher eingehen können.

Von grösserem Belange für dasallgemeine Verständniss der Gliede-rung des Menschengeschlechtes inGruppen sind die Principien derEthnographie und Ethnologie,welche sich mit den einzelnen Völ-kern als solche beschäftigen. Die Untersuchungen können sichauf typische Merkmale erstrecken und dann sind jeneethno-graphischer Natur, oder sie behandeln den Menschen als Factorder Geschichte und Cultur, und dann sind jene Untersuchungenethnologischer Natur. Dazwischen laufen verschiedene ver-wandte Wissenszweige, welche sich gleichfalls mit dem Menschen,und zwar mit Berücksichtigung seiner Beziehung zu dem Boden,welchen er bewohnt, beschäftigen; in diesem Sinne spricht manvonAnthropogeographie, vonCulturgeographie u. s. w.Schliesslich ist auch der vorhistorische Mensch Gegenstandvon Untersuchungen. Man nennt dieses StudiumUrge-schichte.

Der Wiener Sprachforscher Friedrich Müller hat eineneue Eintheilung der Menschenrassen aufgestellt, wobei man-cherlei Factoren in Betracht kommen. Der wichtigste derselbenist die Beschaffenheit des Kopfhaares, welche zuerst vonE. ekel in Betracht gezogen worden ist. Darnach giebt es1. wollhaarige Rassen, und 2. schlichthaarige Rassen,wobei unter den ersteren wieder (3.) büschelhaarige und(4.) vliesshaarige, unter den letzteren (5.) straffhaarige und(6.) lockenhaarige Rassen unterschieden werden. Fr. Müllerzieht auch die Sprache, als von grosser Wichtigkeit für dieNaturgeschichte des Menschen, in Betracht. Andere Factorenbetreffen die Uebereinstimmung der Rassen und Völker nachphysischen und psychischen Momenten, oder die Verschiedenheitder Rassen und Völker nach den gleichen Momenten; dann dieBeständigkeit mancher Rassen und Völker, oder die zwischendiesen stattgehabten Mischungen u. s. w.

später 11, 22, dann mehr oder weni-ger aufgestellt, was auf eine grosseUnsicherheit in der Classification,in der Feststellung von Grundtypenhinweist. Auch haben wissenschaft-liche Momente verschiedener Artzur Complicirung der Frage bei-getragen. Da es zwei Fachwissen-schaften giebt, die sich mit demMenschengeschlechte befassen,wur-den dem entsprechend verschie-dene Systeme der Classification auf-gestellt. Die Anthropologie,welche sich ausschliesslich mit derphysischen Natur der Rassen be-schäftigt, begnügt sich mit weni-gen unterscheidenden Merkmalen,welche sich ailsschliesslich auf dieSchädelform beziehen.

Der Träger dieses Systems ist der schwe-dische Naturforscher Retzius. Er stellt zweiSchädel- und zwei Gesichtsformen auf undunterscheidet demgemäss: I. Langschädel(Dolichocephale) und 2. Kurzschädel (Bra-chycephale), und hinsichtlich der Gesichts-formen: 1. orthognathische, mit geraderStellung der Kiefer und Zähne, und 2. pro-gnathische, mit vorspringenden Zähnen undspitz hervortretendem Unterkiefer.

Hottentottin.

Das Müller-Häckersche System gliedertsich sonach wie folgt:

I. Wollhaarige Rassen.

A. Büschelhaarige Rassen.

I. Hottentotten. 2. Papuas.

B. Vliesshaarige Rassen.

I. Afrikanische Neger. 2. Kaffern.

II. Schlichthaarige Rassen. ~

A. Straffhaarige Rassen.

I. Australier. 2. Arktiker. 3. Ame-rikaner.

Letztere sind: a) Naturvölker, oderß) Culturvölker (Mexi-kaner Peruaner).

{ «) Echte Malayen.ß) Polynesier.y) Melanesier.

5. Mongolen.

a) Völker mit mehrsilbigen Sprachen:Uralier Altaier JapanerKoreaner.

ß) Völker mit einsilbigen Sprachen:Tibeter und HimalayavölkerBirmanen und LahitavölkerThai- oder Schanvölker Anna-miten Chinesen isolirte V ölkerder hinterindischen Halbinsel.

B. Lockenhaarige Rassen.

! a) Mundha-, Kolh- oderV in dhy astamm.ß) Dravidastamm.y) Singhalesen.

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