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A. Westeuropa. — VI. Grossbritannien und Irland,
werth. Wir bringen in Er-innerung, was wir andernortsüber dieselben vorgebrachthaben. Das ganze schottischeUfer ist fjordartig durch-buchtet, zerrissen, in ganzeInselschwärme zerbröckelt,von langen, schlangenartiggewundenen Canälen durch-ädert. Alle diese Ufer sind.Steilküsten von zum Theilgrossartigen Gestaltungenund Formen. Die grössereHalbinsel Cantire (zwischendem Firth of Lome und demFirth of Clyde) greift so weitnach Süden aus, dass nureine 25 Kilometer breite See-strasse — der Nordcanal —zwischen Schottland und Ir-land freibleibt.
Der Norden und Westen vonSchottland ist von zahlreichen Inseln, Eilanden und Klippen umlagert, welche diemannigfaltigsten Bilder, deren solche Bildungen fähig sind, abgeben. — Im NordenSchottlands sind es die Orkneyinseln (vgl. S. 55), 49 an der Zahl, mit circa 32.000Einwohnern, und einen Breitengrad nördlicher die Shetlandsinseln, 117 an derZahl, von denen aber nur 29 bewohnt sind (circa 30.000 Einwohner). Die grössteder Orkney ist Mainland mit dem Hauptort Kirkwall (circa 4000 Einwohner).Zu Lerwick auf Mainland befindet sich der grosse Sammelhafen aller nordischenHäringsfänger. Es ist dies die grosse Bay von Bressay.
An der Westküste von Schottland tritt neben zahlreichen Einzeleilanden diegrössere Gruppe der Hebriden (Western Islands) als geschlossener Archipel auf.Man zählt circa 300 Eilande (mit circa 92 Quadratkilometer) hierzu, doch sind nur86 bewohnt (von 37.000 Seelen). Das Klima ist rauh und feucht, die Vegetationdürftig. Hauptinsel ist Skye, die interessanteste Staffa, ein winziges Eiland, welchesdie berühmte „Fingalsgrotte”, eine merkwürdige Basaltfelsenbildung, einschliesst. Dadas Meer den Boden der Grotte bedeckt, ist die Einfahrt nur bei sehr ruhiger See,was selten der Fall ist, möglich. — Zwischen Schottland und Irland liegen — gleichPfeileransätzen zu einer Brücke — die grösseren Inseln Mull, Juka, Islay undAr ran nebst vielen Eilanden und Klippen.
Den Abschnitt des Atlantischen Oceans, welcher sichzwischen England und Irland erstreckt, nennt man die IrischeSee. Die irische Küste hat wenig Auffälliges; um so reicher istdie englische Küste gegliedert. An der Grenze Schottlandsgreift der Solway Firth tief in das Festland ein, so dass hierdie grossbritannische Insel wie abgeschnürt erscheint. Etwassüdlicher öffnet sich die Morecambe Bay, und im Bereichevon Liverpool münden mehrere sonst unbedeutende Flüsse ineine Anzahl von Aestuarien, welche vorzügliche Häfen abgeben.Noch weiter südlicher tritt das Bergländchen Wales halbinsel-artig vor, im Süden vom Bristol Canal (der es von Cornwalltrennt) begrenzt. Die Küste von Wales ist besonders im äusser-
sten Südwesten mannigfaltiggegliedert. Der Bristol Canalendet in das langgestreckteAestuarium des Severn-flusses, zu dessen beidenSeiten hervorragende Indu-striebezirke sich erstrecken.
Die irische See hat nurzwei Inseln aufzuweisen: An-gl esey, hart an der walisi-schen Nordküste, durch dieberühmte Röhrenbrücke Ro-bert Stephensons (bei Bangor)mit dem Festlande verbun-den und mit dem wichtigenHafenorte Holyhead, vonwo aus der Hauptverkehr mitIrland (Dublin) stattfindet.Die zweite Insel ist Man,ein Mittelpunkt der Härings-fischerei. Hauptort ist C a s 11 e-T o w n, Haupthafen Douglas(15.000 Einwohner). Die Insel bewohnen 61.000 sogenannte„Manken”, welche direct von den alten Briten abstammen unddie gälische Sprache reden.
Gleich Schottland ist auch Irland an der Ostseite wenig,an der Westseite reich gegliedert. Alle bemerkenswerthen Halb-inseln, zwischen denen langgestreckte Fjorde eingerissen sind,liegen hier. Auch die Nordküste ist vielfach durchbuchtet undragt mit steilen Abstürzen in die stets erregte See hinaus. Diebemerkenswerthesten Buchten an der Westküste sind die vonDonegal im Norden, von Galway in der Mitte und vonLimerick, letztere nichts Anderes als ein langer Fjord, imSüden der Insel. Durch Fjordbildungen ausgezeichnet ist be-sonders das südwestliche Ende von Irland, wo auch die Steil-küsten am entwickeltesten und markantesten sind. Dagegenweist der Süden der Insel nur eine Reihenfolge von vielenkleinen Buchten auf, in deren geschlossenster die thätige Han-delsstadt Cork liegt. — Die Ostküste Irlands bildet einen auf-fälligen Gegensatz zur Westküste. Dort sind Flachufer vor-herrschend und nur stellenweise erheben sich dieselben zugeringer, an einem einzigen Punkte (im Norden von Dublin)zu bedeutenderer Höhe. Die wichtigsten Baien sind: jene vonWexford im Süden, von Dublin in der Mitte, und vonBelfast im Norden der Insel. Die Nord- und Westküste vonIrland ist nicht, wie Schottland, von grösseren Inseln, abervon unzähligen Klippen und Felseilanden umlagert.
Bodengestalt. Das Land bietet keine grossartige Natur, hatWechsel. Ebenen mit schönem Grün,von ansehnlichen Flüssenbewässert, dehnen sichweit aus, leicht anstei-gende Hügel mit schlän-gelnden Thälern, frucht-bar an Getreide, vonWäldern beschattet, zie-hen sich durch das ganzeLand. Manche Gegendenwiederhaben hoheBerge,wilde Felsen, tiefe Thä-ler und enge Schluchtenmit rauschenden I 1 lüssen;endlich giebt es grossedunkle Moorgründe undmenschenleere Haiden.Feuchtigkeit und mildesKlima erhalten Felderund Matten üppig grün,welche auch im Winterselten mit Schnee bedecktsind. — Das schottischeHochland hat meist kahleHaiden und auf denBergen Hochmoore, mitSteinblöcken übersäet u..stellenweise in Sumpflandübergehend. Die Felsen,die Steinbrocken, dasSchwarz derTorfstrecken,die braunen Wasser, dieengenPässe,durch welche
Der Snowdon.
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aber einen angenehmen
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Das Thal von Glendalough (Irland),
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