A. Westeuropa. — VI. Grossbritannien und Irland,
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Der Loch Lomond.
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Seen abfliessen, sowiedie öden Berge hat Irlandmit Schottland gemein.
Das BergsystemGrossbritanniens führtdie Bezeichnung Briti-sches Insulargebirge.
Dasselbe ist wahrschein-lich eine Fortsetzung dernördlichen Ardennen,durch die Meerenge vonCalais unterbrochen. Esbeginnt bei Dover undzieht in zwei Kettenwestlich gegen Marl-borough, von wo ab essich südwestlich mit demhöheren Cornwallge-birge verbindet, wel-ches die ganze gleich-namige Halbinsel erfülltund am Cap Landsendendet. Von Marlboroughzieht der Hauptrückennördlich über das Peak-,
Lu n e f o r s t- und Pi c t e n-zum Cheviotgebirge(814 Meter). Als Neben-zweige hat es östlich dieSilburyberge gegendie Themse und nord-östlich die Edgebergezwischen Oxford und Warwik. —Westlich hängen die Gebirgevon Wales mehrfach mit dem IJauptrücken zusammen; derhöchste Punkt ist der Snowdon (1094 Meter). Die walisischenBerge bilden eine breite Masse, aus zahlreichen einzelnenKetten bestehend, mit meist breiten, wegsamen Thälern.
Mit dem Cheviotgebirge stehen in Schottland die Leards-Hills, mit diesen das Pentlandgebirge in Verbindung,welches nordwestlich zieht und nördlich des Lomondsees mitdem Grampiangebirge zusammenhängt (bedeutend höher undrauher als die erstgenannten Gebirge), mit dem Culminations-gipfel Ben Nevis (1331 Meter), der höchste Berg der britischenInseln. Sie erfüllen den mittleren Theil Schottlands. — Weiternördlich folgt der caledonische Spalt und jenseits desselben er-heben sich die „Highlands”, das schottische Hochgebirge,mit dem 1043 Meter hohen Ben Wywis im Nordosten vonInverness. Ganz Nordschottland ist von dieser Bergmasse er-füllt; der Hauptrücken zieht längs der West- und Nordküste.— Die Hauptverbindungen zwischen England und Schottlandsind jene von Newcastle nach Edinburgh und die von Carlislenach Glasgow über das Cheviotgebirge (Hartfell 805 Meter).Die wichtigsten Pässe sind: der von Killiecrankie an derStrasse von Perth nach Inwerness; die Pässe von Glencor ander Strasse von Glasgow nach Inverrary und der Pass vonSpital am Gienssee an der Strasse von Perth nach Aberdeen.
Die Gebirge von Irland sind stellenweise ansehnlich,haben aber keinen Zusammen-hang. Die höchsten Gruppensind : die C arr an tuoHills (1041Meter) in der Südwestecke derInsel, zugleich auch der aus-gedehnteste Bergstock, indemer diesen ganzen Abschnitt derInsel mit allen ihren Halbinselnerfüllt. — Die zweitwichtigsteBerggruppe liegt ganz im Nor-den: Derryveagh (752 Meter)und Glendowan Mounts;dann kleinere Berggruppen aufder Halbinsel Inishowen; dieSperr in Mounts in der Graf-schaft Londonderry; die Küsten-gebirge von Belfast und dieMourne Mounts nördlich vonDublin. In den Bergen vonWicklow (südlich von Dublin)steigen der Duff Hill bis 720Meter, der Lugnaquilla bis926 Meter an. — Auch die west-lichen Halbinseln (Mayo, Gal-
way) sind bergerfüllt, doch ist die Gesammtgruppe durch Fjordeund Flussläufe auseinandergerissen. Der Croagkpatrick steigt765, der Benbaun bis 730 Meter an.
Flüsse. Sie gehören theils dem Atlantischen Ocean, theilsder Nordsee an. In ersteren ergiessen sich: der Severn, deram Plinlimon in Wales entspringt und in den Canal von Bristolmündet (351 Kilometer Lauf länge); seine Nebenflüsse sind (links)der Avon und (rechts) der Wye. — Die Clyde, die in denLeard-Hills in Schottland entspringt und in den Clydebusen beiGlasgow mündet. — Kleinere Küstenflüsse sind: der Dee inNordwales, der für Seeschiffe fahrbare Mersey bei Liverpoolund der Eden bei Carlisle.
Die wichtigsten, gleichfalls dem atlantischen Wassergebieteangehörigen Flüsse Irlands sind: der Shanon (258 KilometerLauflänge), der fast die ganze Insel von Norden nach Südendurchschneidet und mehrere Seen durchströmt, aber keinenennenswerthen Nebenflüsse hat. — Der Barrow, welcher densüdöstlichen Theil der Insel, und der Bann, welcher den nord-östlichen Theil derselben durchströmt. — Der Liffey ist nurdeshalb bemerkenswerth, weil an seiner Mündung Dublin liegt.
Dem Wassergebiete der Nordsee gehören an: die Themse(345 Kilometer Lauf länge). Sie entsteht aus dem Zusammen-flüsse des Charwell und der Isis bei Oxford und ist der be-deutendste Fluss Englands. Sie hat flache Ufer und beträgtdie Breite des Bettes in London über 1300 Meter, bei Sherrness
über 7 Kilometer. Der wichtig-ste Nebenfluss der Themse istder für Kriegsschiffe fahrbareMedway (97 Kilometer Lauf-länge); er spaltet sich vor seinerMündung in zwei Arme undbildet die Insel Sheppey mitder Seefestung Sherrness. —Der Humber; er entsteht ausder Vereinigung des Trent undder südlichen Ouse bei Hüll undist bei Spurnhead über 15 Kilo-meter breit (d. h. das Aestua-rium dieses Flusses). — AndereFlüsse, denen nur die Bedeu-tung von Küstenflüssen zu-kommt, sind: der T y n e, T w e e d,Forth, Tay und Spey.
Seen. Die Seen Grossbri-tanniens und Irlands sind un-bedeutend, doch ist ihre Zahl,sofern man alle vorhandenenWasserspiegel berücksichtigt,ziemlich beträchtlich. — Der
Nothleidende Irländer.
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