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B. Mitteleuropa. — IV. Die Oesterreichisch-Ungarische Monarchie.
Landeshauptstadt ist Klagenfurt (20.000 Einwohner),regelmässig gebaut und in schöner Ebene unweit desKlagenfurter (oder Wörther-) Sees gelegen, genau dieMitte des Landes einnehmend und in Folge dessen wichtigals Handelsplatz. Im „Rudolfinum” reiche Sammlungen.
Andere Städte sind: Villach (5500 Einwohner), an der Drau roman-tisch gelegen, wichtiger Durchzugsort nach Italien. — Friesach (1600 Ein-wohner), äusserst malerisch gelegen, mit einem Kranze von Ruinen. —Prävali (iooo Einwohner), mit bedeutenden Eisenwerken. — St. Veit (3100Einwohner), einst die Hauptstadt des Landes; Hauptniederlage des kärntne-rischen Eisens. — Wolfsberg (2200 Einwohner), Hauptort des schönen,fruchtbaren Lavantthales, grosses Schloss des Grafen Henckel-Donnersmark.— Tarvis (2300 Einwohner), wichtiger Durchzugsort nach Italien. In derNähe das Bleibergwerk Raibl, die Festen Predil und Malborghet, denk-würdig aus den Kriegen 1809. — Heiligenblut, eines der höchstgelegenen(1250 Meter) Alpendörfer, am Fusse des Grossglockner.
6. Herzogthum Krain.
Villach (Kärnten).
südlichen Kalkalpen gehörig. — Obersteiermark ist das Gebiet der Eisenindustrieund Viehzucht, Mittelsteiermark das des Acker- und Obstbaues; desgleichenUntersteiermark, wo auch "Weinbau getrieben wird. — Ober- und Mittelsteiermarkhat deutsche, Untersteiermark vorwiegend slavische (slovenische) Bevölkerung.
Landeshauptstadt ist Graz (105.000 Einwohner), die grössteStadt im engeren Alpengebiete und eine der schönsten imReiche, zu beiden Seiten der (hier schiffbaren) Mur gelegen,zum Theil (am rechten Ufer) um einen Grauwacken-Kalkstein-berg (Schlossberg) gelagert. Von den 23 Kirchen ist der herr-liche Dom die bedeutendste. Universität und hervorragendeBildungsanstalten, technische Hochschule, zwei Gymnasien, zweiRealschulen. Um den Schlossberg herum schöne Anlagen, des-gleichen weiter hinaus („Hilmerteich” u. s. w.). Die gewerblicheThätigkeit ist bedeutend, der Handel lebhaft.
Von den übrigen Städten sind zu nennen: Marburg (19.000 Einwohner), ander Drau, inmitten einer ertragsreichen Gegend, mit mancherlei Gewerben. —Pettau (3400 Einwohner), das römische Petovium, mit vielen Alterthümern. —Cilli (5500 Einwohner), freundliche Stadt an der Sann, die Claudia Celeja derRömer. In der Nähe die Thermalcurorte Tiiffer und Römerbad. — Rohitsch(800 Einwohner), Curort (Eisensäuerling). — Bruck an der Mur (8400 Einwohner),mit Eisenindustrie. — Leoben (7000 Einwohner), Hauptstadt des steierischen Ober-landes, schön gelegene, wohlgepflegte Stadt, mit einer Bergakademie. — In demnahen Vordernbergerthal Hochofenbetrieb und Eisenwerke.—Eisenerz (4200Einwohner), mit altberühmtem Eisenbau am Erzberg (i486 Meter). — Maria-Zell(1200 Einwohner), berühmter Wallfahrtsort. — Admont (1150 Einwohner), imEnnsthale, mit berühmter Benedictinerabtei. — Im oberen Murthale liegen dieHüttenorte Knittelfeld und Zeltweg und die Stadt Judenburg (4100 Ein-wohner), mit lebhafter Gewerbthätigkeit. Mehrere Hüttenorte befinden sich auch imMürzthale, welches bei Bruck an der Mur endet. Aussee und Alt-Aussee, indem nördlichsten Theile der Steiermark, herrlich gelegene Alpencurorte.
_I Flächeninhalt: 10.033 Quadratkilometer; Bewohnerzahl: 482.000
(49 auf 1 Quadratkilometer). Das Land theilt sich in das Gebiet der südlichen
Kalkalpen und des Karst, welcher den ganzen südlichen Theil von Krain
erfüllt. Die Save durchströmt das Land von Nordwest nach Südost. Dieanderen Flüsse sind unbedeutend. Man unterscheidet „Oberkrain” (das Gebiet deroberen Save), „Unterkrain” (zwischen Save und Kulpa) und „Innerkrain” (das Karst-land mit den Hauptthälern der Wippach und Idria). Krain gehört zu den rauhestenLändern der Monarchie. Der nördliche Theil hat Hochalpenklima, im südlichenherrscht die Bora, doch gedeihen in dem windgeschützten, sonnigen Thale derWippach sogar Südfrüchte. — Viehzucht und Eisenindustrie bilden in Ober-krain, Ackerbau in Unterkrain, einiger Weinbau in Innerkrain die wichtigstenErwerbszweige. — Die Bewohner sind grösstentheils Slovenen.
Landeshauptstadt ist Laibach (27.000 Einwohner), zu beidenSeiten der Laibach (welche unfern in die Save mündet) ge-legen, mit stattlichem Schlossberg (das Castell ist Straf-anstalt), aber wenig bemerkenswerthen Gebäuden. Fast imHerzen der Stadt breiten sich die hübschen Anlagen des Con-gressplatzes („Sternallee”) aus. Die Umgebung ist sehr male-risch. Dicht bei der Stadt die „Lattermanns-Alleen”, mit demSchlösschen Tivoli. Weiter das grosse Moor, wo bedeutendePfahlbaufunde gemacht wurden. Dieselben sind in vorzüglicherAnordnung im städtischen Museum aufbewahrt.
Zu erwähnen wären ferner: Krainburg (2400 Einwohner), die alte Haupt-stadt des Landes, hoch an der Save gelegen. — Laak (2300 Einwohner), mitschönem Schlosse. — Im oberen Savethal die beiden schönen Seen von Veldes(Sommerfrischort) und Woche in. Bei letzterem der Ursprung der (Wocheiner) Save.
— Rudolfswerth (2IOO Einwohner), Hauptstadt von Unterkrain. In der Näheder Badeort Töplitz. — Tschernembl (1100 Einwohner), mit Wein- und Obst-bau. — Gottschee (3050 Einwohner), Hauptort der gleichnamigen deutschenSprachinsel, welche ausgedehnten Hausirhandel treibt. — Bei Adelsberg (3600Einwohner) befindet sich die berühmte Grotte mit grossartigen Tropfsteinbildungen.
— Wippach (1150 Einwohner), im „Paradiese von Krain” gelegen, mit italieni-schem Klima. — Idria (4300 Einwohner), bedeutendes Quecksilberbergwerk. —Zwischen Adelsberg und Wippach das merkwürdige Höhlenschloss Lu egg.
5. HerzogthumKärnten.
Flächeninhalt: 10.328Quadratkilometer ;Bewohner-zahl: 1,214.000 (54 aubi Qua-dratkilometer). Das Land er-streckt sich zwischen den HohenTauern und den südlichen Kalk-alpen (Karnische Alpen, Kara-w’anken), und wird der ganzenLänge nach von derDrau durch-flossen. Im mittleren Theileliegen die drei grossen schönenSeen von Klagenfurt, Ossiachund Millstatt. Die Tauernthälersind reich an grossartigen Na-turscenerien. Das wichtigste Thalist jenes von Lavant (mit vielObst); dann zunächst das G ail-thal. Bei Klagenfurt erstrecktsich das Zollfeld, die einstigeStätte von Virunum (viele Alter-thümer). Das längste Hochthalist jenes der Moll, welches biszum Grossglockner (3797Meter), der an der dreifachenGrenze von Tirol, Salzburg undKärnten steht, reicht.DenHaupt-erwerbszweig bildet die Vieh-zucht. Im Götschitzthal (Hütten-berg) wird Eisen gewonnen.Die Bewohner sind grösstentheilsDeutsche. Südlich der Drauwohnen, theils rein, theils mitDeutschen gemischt, Slovenen.
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