B. Mitteleuropa. — IY. Die Oesterreichisch-Ungarische Monarchie.
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Alt-Aussee (Steiermark).
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tige Traunstein (1689 Meter). — Hallstatt (T550 Einwohner), am gleich-namigen See, merkwürdig als Fundstätte prähistorischer Atrefacte. — Ried(4600 Einwohner), im sogenannten „Innviertel”, mit lebhafter Industrie. —Braunau (3100 Einwohner) und Schärding (3600 Einwohner), handels-thätige Städte am Inn.
3. Herzogthum Salzburg.
Flächeninhalt: 7155 Quadratkilometer; Bewohnerzahl: 164.OOO(23 auf I Quadratkilometer). Fast das ganze Land hat Hochalpencharakter;der südliche Theil ist von den Nordabfällen der Hohen Tauern erfüllt, inwelche die Thäler von Gastein, Rauris, Fusch, Kaprun u. s. w. ein-geschnitten sind, deren Alpenflüsse der Salzach Zuströmen. Diese durch-zieht das Land von West nach Ost und von Süd nach Nord. In der Mitteder Pass Lueg, mit merkwürdigen Erosionserscheinungen („Oefen” ge-nannt). Berühmte Klammen im Grossari- und Rauristhai („Liechtenstein”-und „Kitzlochklamm”). Im äussersten Westen die grossartigen Fälle vonKrimi. Das obere Salzachthal zerfällt in den Pinzgau und Pongau. Dasobere Murbecken, welches noch zu Salzburg gehört, heisst Lungau. Auchdie Enns entspringt im Lande. Ausser den Tauern nehmen die nördlichenKalkalpen (Gruppe der Salzburger Alpen) die grösste Bodenfläche ein. ImNorden das Steinerne Meer, im Osten Hagen- und Tennengebirge.— Die Viehzucht ist Haupterwerbszweig. Salzgewinnung. Marmor liefert derhöhlenreiche Untersberg.
Krems (12.000 Einwohner), Senf- und Kremserweissfabrikation. — Persenbeug,mit Schloss des Erzherzogs Otto. — Zwettl (3000 Einwohner), im malerischenKampthale, sehr gewerbthätig. - Horn (2400 Einwohner), von alten Mauern um-geben. — An der ungarischen Grenze und am rechten Donauufer: Hainburg(4900 Einwohner), altberühmte Stadt; Zigarrenfabrik. Unfern hiervon die Stätte vonCarnuntum (jetzt Petronell), einst römische Hauptstadt von Oberpannonien.
2. Erzherzogthum ob der Enns.
(Oberösterreich.)
Flächeninhalt: 11.982 Quadratkilometer; Bewohnerzahl:1 Quadratkilometer). Auch Oberösterreich wird durch den Lauf derTheile geschieden. Den nördlichen, vonden Ausläufern des Böhmerwaldesdurchzogenen Theil nennt man das„Mühlviertel” (oder Mühlkreis). Dermittlere Theil des Landes ist welligesHügelland, unterbrochen von dem Ge-birgszuge desHausruck, an welchenim Osten die Welser Heide, einmit schwerer Mühe ertragsfähig ge-machter Boden, anschliesst. Der weit-aus grössere (südlichere) Landabschnittwird von den nördlichen Kalk alpenerfüllt, welche „Salzkammergutalpen”genannt werden. In ihnen liegen herr-liche Seen (Atter-, Mond-, St. Wolf-gang-, Hallstätter- und Gmundenersee,die letzteren drei von der fischreichenTraun durchflossen) und anmuthigeThäler. — Getreide- und Obstbau stehenin Bliithe, Viehzucht und Waldwirt-schaft sind ansehnlich. Der Hausruckenthält Braunkohlen. Eisen- undBaumwollindustrie.
Landeshauptstadt ist Linz(45.000 Einwohner), am rech-ten Donauufer, durch eineeiserne Brücke mit demgegenüberliegenden MarkteU r f a h r (7 ooo Einwohner) ver-bunden. Schön gelegene, gutgebaute und gewerbfleissigeStadt. Schiffswerfte, Fabri-ken für Wollwaaren und Lei-nen. Das Museum Francis-co-Carolinum enthält inter-essante, im Lande gemachteantike und prähistorischeLunde.
Zu den erwähnenswerten Oert-lichkeiten Oberösterr eichs zählen: We 1 s(9000 Einwohner), mit lebhaftem Han-del und einiger Industrie, an der Traungelegen. Steyr (17.000 Einwohner),am Einflüsse der Steyr in die Enns,mit bedeutender Eisen- und Stahl-industrie. Berühmte Werndl’sche Ge-wehrfabrik. - Ischl (7700 Einwohner),an der Traun, berühmter Curort, mitkaiserlicher Villa. — Gmunden (6700Einwohner), am Ausflusse der Traunaus dem gleichnamigen See (auch Gmun-denersee genannt), Curort mit starkemFremdenbesuche. Gegenüberder präch-
770.000
Donau
(64 aufin zwei
Wildbad-Gastein (Salzburg)
Landeshauptstadt ist Salzburg (27.000 Einwohner), alt-berühmte Stadt (Juvavia), in herrlicher Lage zu beiden Seitender Salzach gelegen, welche hier von zwei isolirten Bergrücken(„Mönchs-” und „Kapuzinerberg”) eingeengt wird — eine dermalerischesten Oertlichkeiten in Europa. Man nennt Salzburg,ihrer Denkmäler und geistlich-geschichtlichen Erinnerungenwegen, das „deutsche Rom”. Der Dom ist eine der grösstenund schönsten Kirchen Deutschlands. Fürsterzbischöfliehe Resi-denz, kaiserliche Sommerresidenz Mirabell mit schönem Park;merkwürdige, in die Felsen des Mönchsberges eingehaueneamphitheaterartige Reitschule. Auf dem Mönchsberge die starkeFeste Hohensalzburg und schöne Anlagen. Der schönere
Stadttheil (mit vielen Neu-bauten) liegt am rechten Uferder Salzach. Hier befindetsich das früher erwähnteSchloss Mirabell und derStadtpark mit dem hüb-schen Cursalon. GeburtsortMozart’s. — In der Umge-bung giebt es zahlreicheherrliche Oertlichkeiten undmehrere Schlösser: Hell-brunn, Aigen, Leopolds-kron (dicht an der Stadt),Kiesheim u. s. w.
Andere bemerkenswerthe Oert-lichkeiten sind: Hallein (3800 Ein-wohner), an der Salzach, mit uraltemreichen Salzbergwerk. — Golling(700 Einwohner), am nördlichen Ein-gänge des Pass Lueg; in der Näheschöner Wasserfall. — Werfen (700Einwohner), mit der Feste Hohen-werfen, südlich des vorgenanntenPasses.— Radstadt (1000 Einwoh-ner), am linken Ennsufer, von altenRingmauern umzogen, mit bedeutenderViehzucht. — Wildbad-Gastein(450 Einwohner), Curort von Weltrufmit grosser Fremdenfrequenz. — Zell(1100 Einwohner), am gleichnamigenSee, mit grossem Hotel. In der Nähedie Touristenorte Kaprun undFusch(Bad). — Mittersill (600 Einwohner),im oberen Pinzgau, von Sümpfen um-geben.— Seekirchen, am Ausflussedes Wallersees, mit Schloss Seeburg.
4. Herzogthum Steier-mark.
Flächeninhalt: 22.355Quadrat-kilometer; Bewohnerzahl: 1,220.000(54 auf 1 Quadratkilometer). Man unter-scheidet das steierische „Oberland”,mit fast durchwegs alpinem Charakter,theils von den Centralalpen, theilsvon den nördlichen Kalkalpen erfüllt;Mittelsteiermark, zwischen Mur undDrau, der östlichste Theil der Cen-tralalpen; Untersteiermark, zwischenDrau und Save, zum Gebiete der
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