C. Südeuropa. — I. Das Königreich Italien,
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Die Yesuvbahn.
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ist dessen Fagade erst 1887 (durch Emilio de Fabris) fertiggeworden. Die Kuppel kommt an Grösse jener der Peterskirchein Rom fast gleich. Andere bedeutsame Bauten sind: Palazzovecchio, mit Meisterwerken der Sculptur; der Palazzo degliUffizii, worin die unvergleichliche Mediceische Gemäldesamm-lung. Nächst der Domkirche hat Florenz eine bedeutende Zahlanderer prachtvoller Kirchenbauten ; mit den Grabmälern derMediceer und berühmter Florentiner. Die Stadt hat etwa zweiDutzend prächtige öffentliche Plätze; auf der Piazza del Granduca steht die kolossale Reiterstatue Cosmo's I. Florenz istreich an Instituten und wissenschaftlichen Anstalten. Die Maglia-becchianische Bibliothek enthält 200.000 Bände und 12.000Handschriften. Die Stadt ist einer der ersten IndustrieorteItaliens. Unter den vielen herrlichen Anlagen, Spaziergängenu. s. w. sind die „Cascinen” die berühmtesten.
Pisa (54.000 Einwohner), einst Hauptstadt der gleichnamigen seemächtigenRepublik, derzeit weitläufig, aber schwach bevölkert, mit mannigfachen Erinnerungenan alten Glanz. Bemerkenswerth sind: der „schiefe Thurm”, die Domkirche mitihrer mächtigen Kuppel, der seiner Denkmäler und Malereien wegen berühmte CampoSanto (Friedhof), mehrere Paläste und die schönen, über den Arno führendenBrücken. Alte Universität (seit 1339). Baumwoll- und Seidenwebereien. — Pistoja(52.000 Einwohner), industriereiche Stadt, mit bemerkenswerthen alten Kirchen-bauten. — Lucca (69.000 Einwohner), in gartenähnlicher Gegend gelegen, einstherzogliche Residenzstadt, mit der prachtvollen St. Martins-Kathedrale, einer derersten Tempel Italiens. Römisches Amphitheater. Herrliche Spaziergänge, vieleVillen, welche zu den schönsten in Italien gehören. In der Nähe vielbesuchte
warme Bäder. — Livorno (98.OOO Einwohner), am Meere gelegene hervorragendeHandelsstadt, Mittelpunkt der grössten Wechselgeschäfte Italiens. Den nördlichenTheil der Stadt durchziehen zahlreiche Canäle. Viele Juden; die Synagoge giltnächst der von Amsterdam für die schönste in Europa. Lebhafte Industrie, grosseSchiffswerften, Dampfschiffstation und zahlreiche Handelscomptoirs.
Zur Provinz Livorno gehörten auch die Inseln des sogenannten „toscanischenArchipels”, mit Elba als Hauptinsel. Sie ist reich an Eisenerzen, welche schon imgrauen Alterthume ausgebeutet wurden. Hauptort ist Porto-Ferrajo (5700 Ein-wohner), befestigt. Im Gouverneurspalaste wohnte Napoleon I. während seiner Ver-bannung.
Siena (26.000 Einwohner), malerisch gelegene Stadt, welche einst Hauptstadteiner Republik war, die mit der Republik Florenz wetteiferte. Die reich verziertegothische Kathedrale erinnert an den Mailänder Dom. Viele bemerkenswerthePaläste; alte Universität (seit 1321), Akademie der schönen Künste und andere In-stitute. Hervorragende Seidenindustrie. — Arezzo (39.000 Einwohner), eine der vor-züglichsten Städte des alten Etrurien und bemerkenswert!! wegen der grossen Zahlvon Gelehrten, welche hier geboren wurden. Von den grossen Dichtern Italiens er-blickte Petrarca hier das Licht der Welt. — Cortona (26.000 Einwohner), uralteetruskische Stadt, mit interessanten Fundstätten; desgleichen Volterra (14.000 Ein-wohner). '
8. Latium.
Dieser Gebietstheil ist das Stammland der „Latiner”,welche nach der Begründung- des palatinischen Roms den Keimzu der nachmaligen Weltmacht legten. Gegenwärtig die „Pro-vinz Rom” bildend, begreift sie im Grossen und Ganzen denKüstenstrich zwischen Orbatello und Terracina in sich,landeinwärts begrenzt von einer Linie, welche vom Lago diBolsena über den Tiber hinweg unfern des Sabinergebirgesund von hier über Subiaco und die Monti Lepini gegen diepontinischen Sümpfe hin verläuft. Hauptstadt der Provinz undzugleich Haupt- und Residenzstadt des Königreiches ist
Rom (301.000 Einwohner), bis 1871 Hauptstadt des Kirchen-staates und Residenz des Papstes, vom Tiber durchflossen undunregelmässig über mehrere Hügel ausgebreitet, im räumlichenVerhältniss zur antiken Stadtanlage erheblich gegen Nordengerückt, wo ein grosser Theil des heutigen Rom das frühereMarsfeld einnahm. Was Rom. war und was es in der Geschichteder Menschheit bedeutet, ist jedem Gebildeten geläufig undbedarf es also keiner schwungvollen Einbegleitung zu der nach-folgenden knappen topographischen Skizze. Nach den siebenauffälligen Bodenerhebungen, welche Palatin, Capitol, Aventin,Coelius, Esquilin, Viminal und Quirinal heissen, pflegt man Romdie „Siebenhügelstadt” zu nennen. Der grösste Theil der Stadthat enge, winkelige Gassen, doch sticht der lange, das ganzeHäusermeer von Norden nach Süden durchschneidende „Corso”vortheilhaft von den übrigen Gassen ab. Mehrere Transversal-gassen sind gleichfalls gerade angelegt. Regelmässig und ganznach modernem Zuschnitt sind die neuen im Entstehen be-griffenen Anlagen auf den Stadterweiterungsgründen (Viminal,Coelius, Esquilin), wobei manches antike Denkmal, manche zu
Tage geförderte altrömi-sche Ueberreste der Ver-nichtung zufallen dürften.Palatin, Aventin und Coe-lius gehören heute jenerRegion an, welche manals das „alte Rom” be-zeichnet, weil dort dieHauptüberreste aus demAlterthum zusammenge-drängt sind.
An dasCapitol,welchesnicht mehr Mittelpunktder Stadt ist, stösst dasTrümmerfeld des Forum,mit dem Triumphbogendes Septimius Severus,dem Titusbogen, weiter-hin der Kaiserpalastdes Palatin und als Ab-schluss das grosse Am-phitheater der Flavier.Daneben erheben sich diedrei gewaltigen Bogender Constantins-Basilikaund der dreithorige Tri-umphbogen dieses Kai-sers. Andere grossartigeUeberreste des alten Romsind die Bäder des Ca*racalla auf dem Aventin,jene des Titus auf dem
Rom: Piazza del popolo (Petersdom und Vatican).
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