C. Siideuropa. — I. Das Königreich Italien.
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Das herzogliche Schloss in Urbino.
von Placentia (Piacenza) bis Ariminum(Rimini) durchzog. Zur Emilia gehörtenfrüher die Herzogthümer Parma undModena und die (römischen Legationen)Romagna. — Parma (46.000Einwohner),sehr ausgedehnte Stadt mit vielen be-merkenswerthen Gebäuden. Zahlreiche,mit werthvollen Fresken berühmter Mei-ster geschmückte Kirchen. Universität.Die Bibliothek enthält 200.000 Bändeund eine berühmte Kupferstichsamm-lung. Messe für Seidenhandel. Parmesan-käse. — Piacenza (35.000 Einwohner),ehemals Festung, unfern des Po, mitgrossem herzoglichen Palast. Eisenbahn-knotenpunkt. — Modena (59.000 Ein-wohner), an einem mit dem Po ver-bundenen schiffbaren Canal, geschmücktmit vielen herrlichen Gebäuden undnamhaften Unterrichtsanstalten. Herzog-licher Palast mit Sternwarte.
Reggio (57.000 Einwohner), freundliche undwohlhabende Stadt, Geburtsort Ariost’s (geb. 1474).Grosser Jahrmarkt. — Carrara (24.000 Einwohner),fast ganz aus Marmor gebaut, mit berühmten Marmor-brüchen (beständig 1000 Arbeiter beschäftigt). — Ri-mini (37.000 Einwohner), am Adriatischen Meer,mit zwei bemerkenswerthen antiken Denkmälern, demTriumphthor und der mächtigen Marecchia-Brücke,von Augustus und Tiberius an der Vereinigung derbeiden Consularstrassen, der Flaminianischen und
Die Santa Casa im Dome von Loreto.
Aemilianischen, erbaut. — Ravenna (ör.OOO Einwohner), historisch merkwürdigeStadt, einst ein Hauptkriegshafen Roms, Residenz der Gothenkönige. Herrlichebyzantinische Kirchen (San Vitale, San Apollinare, Classe, Kathedrale). Grabdenk-mal Theodorich des Grossen. In der Umgebung Seidenweberei und Weinbau. —Bologna (123.OOO Einwohner), in reizender, villengeschmückter Ebene, einst eineder geistesregsten Städte Italiens, aus welcher Zeit sich mancherlei Erinnerungenerhalten haben. Mit Arcaden versehene hohe Häuser wechseln mit vielen herr-lichen Palästen. Die wichtigsten unter den vielen Kirchen sind: San Pietro, SanPetronio und San Domenico (berühmte Grabstätten). Aelteste Universität der Welt(seit 1119). Die Bibliothek enthält 160.000 Bände. Hervorragend in gewerblicherThätigkeit. — Ferrara (76.000 Einwohner), ausgedehnte befestigte Stadt, mit demalten mächtigen Residenzpalaste des Hauses Este, Universität, uralter Kirche SanGiorgio und anderen merkwürdigen Gebäuden. Ansehnliche Unterrichtsanstalten. DieBibliothek enthält 110.000 Bände. Starkes Castell.
6. Die Marken und Umbrien.
Landschaften zu beiden Seiten des Römischen Apennin,zwischen der Adria und einer Linie, welche mit dem Schienen-wege Arezzo-Orvieto-Orte (Rom) zusammenfällt. — Ancona(48.000 Einwohner), an der Adria gelegen, mit gutem Hafen,
zum Theil den Küstenhang hinansteigend, befestigt, im Uebrigenaber meist eng und winkelig. Eine breite gerade Hauptstrassedurchzieht die Stadt von der Nähe des Hafenviertels bis zurPiazza Cavour (mit dem Standbilde des Staatsmannes). Arsenal.Auf der Anhöhe zu Häupten der Stadt der byzantinische DomSan Ciriaco. Viel Industrie, lebhafter Handel.
Pesaro (21.000 Einwohner), an der Adria, kleiner Hafen, mit demPalast der alten Herzoge von Urbino. Geburtsort Rossini’s. — Urbino (17.000Einwohner), vormals Hauptstadt der prachtliebenden Herzoge von Urbino, im16. Jahrhundert bedeutende Pflegestätte der Künste und Wissenschaften. Inter-essanter herzoglicher Palast, Universität. Geburtsort Rafael Sanzio’s. — As coli(24.000 Einwohner), Majolicaindustrie. — Macerata (21.000 Einwohner), Univer-sität. — Loreto (9000 Einwohner), bei Ancona, grösster Wallfahrtsort der katho-lischen Christenheit in Europa, mit der berühmten „Santa Casa” in der herrlichenKathedrale. Kostbare Schatzkammer. — Perugia (52.000 Einwohner), unfern desTiber, mit alter Universität (seit 1307), einst die erste Kunststadt Italiens, mit nochimmer geistig regsamer Bevölkerung. — Assisi (16.000 Einwohner), Pilgerort mitder Kathedrale, in welcher sich das Grab des Stifters des Franciscanerordens(„Franciscus von Assisi”) befindet. Lebhafte gewerbliche Thätigkeit. — Spoleto(22.000 Einwohner), weitläufige Stadt mit bemerkenswerthen antiken Denkmälern. —Terni (16.000 Einwohner), Industriestadt. Geburtsort Tacitus’. — Foglino (23.000Einwohner), Eisenbahnknotenpunkt, gewerbthätige Stadt.
Florenz.
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7. Toscana.
Zwischen dem Apen-nin und dem Tyrrheni-schen Meere, das Stamm-gebiet des alten Etrurien,mit vielen Denkmälernund Fundorten aus etrus-kischer Zeit. — Florenz(170.000 Einwohner), amArno gelegen, inmitteneiner herrlichen, dicht be-völkerten Ebene, von 1865bis 1871 Haupt- und Re-sidenzstadt von Italien,eine der schönsten undkunstgeschichtlich inter-essantesten Städte derWelt. Der Palazzo Pittiist einer der berühmte-sten Fürstensitze Europasund enthält unschätz-bare Sammlungen kunst-geschichtlicher Gegen-stände. Der herrliche Dom(Santa Maria del Fiore),das Meisterwerk Brune-leschi’s, hat vielfache Re-constructionen und Um-gestaltungen erfahren und
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