C. Südeuropa. — II. Die Balkanhalbinsel.
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manen u. s. w.) — giebt esauf der Balkanhalbinsel un-gefähr 3,000.000; Christen(Serben, Kroaten, Bulgaren,Griechen, K utzo wlachen,Albanesen und Fremde) etwa : !10,450.000, Israeliten etwa1,000.000; der Rest Zigeu-ner etc.
Culturverhältnisse. a) Pro-vinzen der europäischenTürkei.Dieselben umfassenTheile von Thrakien undAltserbien, dann Makedo-nien und Albanien. Die Ur-production in diesem Ge-biete ist, trotz der reichennatürlichen Hilfsquellen, argvernachlässigt. Der Acker-bau wird höchst primitivbetrieben. Dagegen ist dieCultur der Handelspflanzendurch das Klima sehr be-günstigt; unter denselbensteht der Tabak obenan,dessen Anbau für viele Lan-destheile, namentlich in Ma-kedonien, eine Quelle desWohlstandes bildet u. einenbedeutenden Ausfuhrartikel
Albanesin aus Durazzo.
Bulgare. abgiebt.
Die Cultur
der Küste der Adria und Altserbien und Macedonien. — Dasgriechische Element endlich erfüllt die ganze hellenischeHalbinsel, einschliesslich von Epirus und Thessalien, und ver-läuft mit einem schmalen Streifen, die Chalkidische Halbinselin sich begreifend, bis zum Marmarameer und Pontus. In denGrenzgebieten der einzelnen Stämme herrschen die Mischrassenund Spielarten vor. Inselartig, mitten im griechischen Element,sind die Kutzowlachen im Pindosgebirge abgesondert. Alba-nesen, abgetrennt von ihrer Stammheimat, finden sich in Attikaund Böotien, im Bezirke von Nauplia, ferner im südöstlichenTheile von Negroponte (Euböa).
Auf dem Raume der ganzen Balkanhalbinsel siedeln an-nähernd:
1. Serben.
. 2,200.000
2. Kroaten ....
120.000
3. Bulgaren ....
. 5,300.000
4. Osmanen .
2,200.000
Vertheilung
5. Albanesen ....
1,120.000
> nach den Staaten und
6. Griechen ....
. 3,200.000
Ländern siehe diese.
7. Kutzowlachen . .
180.000
8. Andere Völker . .
180.000
9. Fremde (Europäer)
50.000
zusammen
. 14,470.000
Religionen. Die confessionellen Verhältnisse sind auf derBalkanhalbinsel bunter und verworrener als irgend sonstwo inEuropa. Leider ist es nicht möglich, hierbei genauen ziffer-mässigen Nachweis zu liefern, da für manche Confessionen nurSchätzungen vorliegen. Esgiebt mohammedanische Tür-ken, mohammedanische, grie-chisch-orthodoxe und katho-lische Albanesen, moham-medanische und griechisch-orthodoxe Serben, katholi-sche Serbokroaten, Gräco-aibanesen, griechisch-ortho-doxe Serbobulgaren; grie-chisch-orthodoxe Gräcobul-garen, katholische und mo-hammedanische Bulgaren(Pomaken); griechisch-ortho-doxe Griechen, Kutzowla-chen ; hellenisirte Zinzaren,
Zigeuner.
Mohammedaner —ohne Rücksicht auf derenNationalität(Albanesen,Grie-chen [nur auf Kandia], Bul-garen, Serben [Bosnier], Os-
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Bulgarisches Dorf.
Der Obstbau ist allgemein und auch aut Südfrüchte gerichtet,des Oelbaumes gehört in den Küstenländern des Archipelsund des Adriatischen Meeres, sowie auf der Insel Kandia zu denwichtigsten Zweigen der dortigen Landwirthschaft. Wein ist einHauptproduct; der Rosenzucht wird besonders in Thrakien (Ost-rumelien), der Oelbereitung wegen, grosse Aufmerksamkeit ge-widmet. — Die Viehzucht, eine Haupterwerbsquelle der Land-bewohner, liefert Ausfuhrartikel, namentlich Felle, Schafwolleund Ziegenhaare. Auch die Bienen- und Seidenraupenzuchtist von Wichtigkeit, und Rohseide ist eine ansehnliche Stapel-waare. Die Seefischerei ist einträglich, die Forstwirth-schaft dagegen steht auf der tiefsten Stufe. — Weitaus be-deutender als die Urprod\iction ist die gewerbliche Thätigkeit.Constantinopel, Adrianopel, Saloniki, Seres zeichnen sich durchhervorragenden Gewerbfleiss aus. Die wichtigsten fabriksmässigoder auf dem Wege der Hausindustrie erzeugten Artikel sind:Teppiche, Baumwollmanufacturen, Türkischrothfärbereien, Ge-schmeide und Schmuckgegenstände, Leder- und Seidenfabri-kate. — Der Handel liegt im Grossen und Ganzen darnieder;von der handelsgeschichtlichen Bedeutung Constantinopels undeiniger anderer Seeplätze profitiren in erster Linie die Fremden.
b) Das Fürstenthum Bulgarien (ohne Ostrumelien).Bulgarien ist in Bezug auf die Urproduction das reichste Landder Balkanhalbinsel. Donaubulgarien speciell ist die „Korn-kammer” derselben. Den Balkan bedecken stellenweise dichteund ausgedehnte Wälder. Die Viehzucht erstreckt sich haupt-sächlich auf das Kleinvieh. Dagegen sind die Montanpro-ducte ohne Belang. Verhältnissmässig hoch entwickelt ist diegewerbliche Thätigkeit. Tirnowo betreibt die Seidenindustrie
in grösserem Maassstabe;ausserdem sind beachtens-werth: Tuche, Lederwaaren(Sattelzeug), Pelzwerk,Thon-waaren, Shawls (Schama-kowo), Seile, Filigranwaarenaus Gold und Silber. — DerHandel erstreckt sich haupt-sächlich auf den Export vonGetreide, auch die Einfuhrvon Eisen und Eisenwaaren,Geräthschaften aller Art undüberhaupt europäische Indu-strieartikel.
c) B osnien-Herzego-wina. So grundverschiedendiese beiden Gebiete in bo-denplastischer und klimati-scher Beziehung sind, prägtsich dieser Gegensatz auchin der Urproduction aus.In der Herzegowina gedeiht
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