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Die Erde in Karten und Bildern : Handatlas in 63 Karten nebst 125 Bogen Text mit 1000 Illustrationen / unter Mitwirkung hervorragender Fachmänner herausgegeben von der Verlagshandlung ; Karten-Gravure und -Druck von G. Freytag & Berndt
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C. Südeuropa.

II. Die Balkauhalbinsel.

die Olive, Maulbeere, Granate, Feige,der Reis und der Weinstock, währendin Bosnien keines dieser Gewächsevorkommt, dagegen die Pflaumen-cultur die Herrschaft behauptet. Fastdie Hälfte des Gesammtgebietes istWaldboden, der vierte Theil Cultur-area, ungefähr ein Zwölftel sterilesLand. Hauptproduct des Gebietes(Bosnien) ist die Pflaume, derenjährliche Erntemenge ungefähr 25 Mil-lionen Kilogramm beträgt; die Cerea-lienernte umfasst circa 1,800.000 Hekto-liter. Die Tabakproduction ist sehrbedeutend, jährlich circa 300.000 Kilo-gramm. — Sehr entwickelt ist dieViehzucht, welche besonders in derSchafwolle einen bedeutenden Export-artikel liefert. Auch die Bienenzuchtwird eifrig betrieben. — Montanpro-duc te sind reichlich vorhanden. VonIndustrieerzeugnissen sind zu nen-nen: Schafwollmanufacturen, Email-und Filigranarbeiten, rohe Eisen-,

Kupfer- und Thonwaaren, Seiler- undKürschnerartikel. In den kleinerenOrtschaften ersetzt das Kleingewerbealle industrielle Thätigkeit. — Sehrlebhaft ist die Handelsbewegung,welche den Austausch zwischen deneinheimischen Rohproducten und den ausländischen Industrie-und Luxusartikeln besorgt.

d) Das Königreich Serbien. Haupterwerbsquelle ist dieLandwirthschaft, doch stehen Ackerbau und Viehzucht,obwohl sie fast allein die Ausfuhrartikel des Landes liefern,keineswegs auf hoher Stufe. Obst (Pflaumen), Hanf und Tabakwerden allenthalben cultivirt, Wein zumeist in der Donau-gegend. — Die Viehzucht erstreckt sich hauptsächlich aufdas Borstenvieh, das die erste Einnahmsquelle des Landesbildet. — Ein grosser Theil von Serbien ist von dichtem, hoch-stämmigem Wald bedeckt, doch zeigen sich auch viele ent-waldete Strecken, die Folgen einer kaum dem Namen nachbestehenden Volkscultur. — Der Bergbetrieb ist ohne Belang;das bedeutendste Bergwerk im; Lande (Majdan Pek, Kupfer undEisen) ist im Betriebe einer ausländischen Gesellschaft. — OhneBedeutung ist ferner die Grossindustrie, während, dank denmechanischen Fertigkeiten der Serben, die Hausindustriedie mannigfaltigsten Zweige umfasst und fast alle Bedürfnisseder Bewohner deckt. — Die Handelsbewegung in Serbiensteht etwas höher alsin Bulgarien, doch über-wiegt nicht der Import,wie hier, sondern derExport. Einfuhrartikelsind: Eisen, Eisenwaa-ren, Webe- und Wirk-waaren, Glas- undThon-waaren, Seife, Kerzen,

Papier, Weine, Petro-leum, Mehl, Zucker,

Kaffee, Reis, Leder,

Holz- und Lederwaarenund Kochsalz. Ausfuhr-artikel : Schweine, Horn-vieh, Schafe, Ziegen,ferner gedörrte Pflau-men, Knoppern, Fass-dauben, Wachs undBranntwein.

e) Das Fürsten-thum Montenegro.

Das wilde, rauhe undnur in einigen kleinenThalmulden dem Anbaugünstige Hochland pro-ducirt so wenig, dassein beträchtlicher Theilder Bevölkerung seinF ortkommen ausserLan-des suchen muss. Wasin der Heimat verbleibt,

fristet sein Leben mit den Productender Viehzucht und Gartencultur.Alle übrigen Nahrungsmittel müssenvon aussen beschafft werden. Durchdie Erwerbung des adriatischen Kü-stenstriches bei Dulcigno kann daskleine Ländchen nun seine Bedürf-nisse ohne Transit besorgen. — DerHandel erstreckt sich auf die Ein-fuhr von Korn, Salz und Tuch; zurAusfuhr gelangen: Ziegenfelle, Wolle,Honig und geräuchertes Fleisch. Voneiner Industrie ist nicht die Rede;alle Bedürfnisse dieser Art werdendurch die Hausindustrie, die übrigenssehr bescheidener Natur ist, gedeckt.

f) Das Königreich Griechen-land. Die Urproduction erfreut sichin Griechenland keiner hohen Blüthe.Ackerland ist höchstens der sechsteTheil des Gesammtareals und hat dieBodencultur nie besondere Fürsorgeerfahren. Der Grund, weshalb dieGriechen die Scholle nicht bearbeiten,ist in der geographischen Lage desLandes zu suchen. Die bedeutendeKüstenentwickelung, die grosse Zahlvon meist vorzüglichen Häfen, dievielen Inseln und die uralten über-seeischen Beziehungen weisen dieHellenen aut ihre natürliche Beschäftigung — den Handel.Immerhin hat sich die Cerealienernte in letzter Zeit gehoben.Von grösster wirthschaftlicher Bedeutung ist der Wein-bau, welcher überall, wo es Bodenverhältnisse und Klimazulassen, getrieben wird. Man zählt hundert verschiedeneSorten; am besten sind die Inselweine — süss, feurig, abergeringwerthig wegen der primitiven Behandlung. Mit demWeinbau in Verbindung steht die Production der Korinthen,welche eine bedeutende Einnahmsquelle bildet. Ausserdemkommen in Betracht: Tabak, Mohn, Krapp und Baumwolle.Die Waldcultur liegt sehr im Argen, von Forstwirthschaft istkeine Rede. Zwar giebt es in Griechenland mindestens 5000Quadratkilometer Wald, gleichwohl bezieht man das Holz bei-spielsweise aus — Triest, da der elenden Communicationenwegen der locale Transport unmöglich ist. Im ganzen Landekommt nämlich auf je 17 Quadratkilometer ein Kilometer fahr-barer Weg. So begreift man auch, wie es Vorkommen kann,dass die in Arkadien reichlich über den Bedarf geerntetenCerealien verfaulen, im benachbarten Argos aber Mehl impor-

Constantinopel.

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