C. Südeurop;
II. Die Balkanhalbinsel,
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(350oEinwohner), an derDrina, gewerbfleissigerOrt (Leder, Waffen). —Konjica, ziemlich ver-ödet, an der oberenNarenta. — Trebinje(6000 Einwohner), in dersüdlichen Herzegowina,befestigt. — S t o 1 a c(3100 Einwohner), mitCastell, in welchem sich1878 die Oesterreicherin grösster Bedrängnissheldenmüthig und mitErfolg vertheidigten. —Nevesinje, unbedeu-tender Ort auf einemfelsigen Plateau, bemer-kenswerth alsiVusgangs-punkt der ersten revo-lutionären Bewegung(1875), welche nach undnach zu den letztenOrientkriegen und be-deutsamen politischenUmgestaltungen auf derBalkanhalbinsel geführthat. —
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Athen.
d) Das Fürstenthum Montenegro.
Von Oesterreich-Ungarn und dem osmanischen Reiche umschlossen, seit 1879über im Südwesten bis ans Adriatische Meer reichend. Flächeninhalt: 9030 Qua-dratkilometer; Bewohnerzahl: 246.000.
Hauptort ist Cettinje (2000 Einwohner), auf steiniger Hoch-ebene gelegen, mit wenig ansehnlichen Gebäuden, Neuer Palastdes Fürsten und altes Kloster, in welchem in früherer Zeit der„Vladika” residirte, jetzt Wohnsitz des Bischofs. — Njegusch,die Wiege des regierenden Fürstenhauses. — Antivari (1500Einwohner), eine Stunde von der gleichnamigen Rhede entfernt,Dampferstation. — Dulcigno (2000 Einwohner), Hafen desFürstenthums, hat durch Emigration der mohammedanischenBevölkerung in den letzten Jahren fast zwei Drittel seiner ur-sprünglichen Bewohnerzahl verloren. — Niksic, befestigterOrt in dem herzegowinischen Theile der neuesten montenegri-nischen Gebietserwerbungen. — Ebenda Grahovo, bereits 1862erworben. Viel umstrittener Platz.
e) Das Königreich Serbien.
Flächeninhalt: 48.587 Quadratkilometer; Bewohnerzahl (1886): 1,952.321,fast ausnahmslos Angehörige der griechisch-orientalischen Kirche, welche eine eigeneNationalkirche mit vollständiger Selbstverwaltung bildet. An ihrer Spitze steht der
Korfu: Die Bucht von Kardakio.
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Metropolit von Belgrad; die höchste geistliche Gewalt wird von der Nationalsynodeausgeübt.
In administrativer Beziehung ist das Königreich in 21 Kreise, welchewieder in 75 Bezirke zerfallen, eingetheilt.
Belgrad (36.000 Einwohner), Haupt- und Residenzstadt desKönigreiches, am Zusammenflüsse der Save und Donau gelegen,mit der von der Stadt isolirten Festung oberhalb der Mündungs-stelle der beiden genannten Flüsse, im raschen Aufschwungbegriffen, mit vielen Neubauten, Anlagen und wohlgepflegtenStrassen. Der grösste Theil der Stadt liegt auf einer Anhöhe,das Handelsviertel am Saveufer. Ausgangspunkt der Balkan-bahnen nach Saloniki und Constantinopel. Lebhafter Handel,einige Industrie. — Unfern der Stadt, in einem schönen Parke,das kleine Landhaus Topschider, mit Reliquien des „Serben-befreiers” und ersten Fürsten Milosch Obrenowitsch.
Andere Städte sind: Semendria, oder Smederevo (6200Einwohner), von alten Wallmauern umgeben und an der Donaugelegen; Weincultur. — Kragujevacz (1884: 9000 Einwohner),der Ort, wo. 1830 Milosch zum Fürsten ausgerufen wurde. —Cupria (3200 Einwohner), an der Morava gelegener Messort.— Uschitza (4800 Einwohner), Mittelpunkt des westserbischenHandels. — Paratschin (5300 Einwohner), Zaitschar (4800Einwohner), Pirot (8700 Einwohner), wichtigere Städte imInneren. — Nisch (16.000 Einwohner), in schöner Ebene ge-legen, befestigt, Sitz der serbischen Nationalversammlung(Narodna Skupschtina), mit stattlicher Kathedrale und mehrerenMoscheen. Ausgangspunkt der Salonikibahn. Verkehrsmittel-punkt. — An der Save: Schabatz (8600 Einwohner), befestigt.
Die Serben sind nächst den Griechen das relativ fortgeschrittenste undpolitisch reifste Volk der Balkanhalbinsel. Sie hatten sich durch eigene Kraft ausder Erstarrung der türkischen Gewaltherrschaft losgerissen und ihre Unabhängigkeitmit ihrem eigenen Blute erkämpft. Das Volk ist intelligent, besitzt allerlei mecha-nische Fertigkeiten und hält das Familienleben ungemein hoch. Das Interesse amFamilienwohle prägt sich in der Einrichtung der Hausgenossenschaften (Zadruga)aus. Sie ist die Verbindung einer Anzahl von Familiengliedern, oder mehrerer ver-wandter h amilien zu gemeinsamer Haushaltung und Güterverwaltun^, bei Untheilbar-keit des unbeweglichen Vermögens, ohne indess den Nebenverdienst des Einzelnenzu verhindern. An der Spitze der „Zadruga” steht der von der ganzen Familien-gemeinschaft gewählte „Domatschin”, der sie nach auswärts vertritt. Ihm zunächststeht in der socialen Rangordnung die Gattiu, die „Domatschiza”, der die innerenAngelegenheiten der Hausgenossenschaft zugehören. Sie ist die Hausfrau im patri-archalischen Sinne, die Erzieherin der Kinder u. s. w.
Im gewissen Zusammenhänge mit der Hausgenossenschaft steht die schöneSitte der Geschwisterliebe und die ihr ähnliche Bundesbruderschaft (Probrat-imstvo) und Bundesschwesterschaft (Prosestrimstvo). Derlei innige Freundschafts-bündnisse werden in der Regel bei freudigen Anlässen, Hochzeiten, Taufen u. s. w.geschlossen. Der Serbe ist meist wohlgestaltet, die Serbin mehr beleibt. Schönesschwarzes Haar, dunkle Augen und häufig fein geschnittene Gesichter zeichnen beideGeschlechter aus. Das malerische Costüm, zumal das der Frauen, verschwindet immermehr und mehr. Die Vorliebe für bunte Stoffe und Schmuck ist noch immer sehrrege, Lustbarkeiten sind immer willkommen.
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