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Die Erde in Karten und Bildern : Handatlas in 63 Karten nebst 125 Bogen Text mit 1000 Illustrationen / unter Mitwirkung hervorragender Fachmänner herausgegeben von der Verlagshandlung ; Karten-Gravure und -Druck von G. Freytag & Berndt
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E. Osteuropa. — Das russische Reich.

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lnkjerman.

liehen und merkwürdigen Kirchen interessant. Hierzu zählen:das weitberühmte Petscherski’sche Höhlenkloster, in dessenKatakomben die unverwesten Leichname von 110 Märtyrernaufbewahrt werden; die Kathedrale der heil. Sofia, die Kathe-drale des Höhlenklosters, deren 50 Meter hoher Thurm einevergoldete Kuppel trägt; die Kirche des heil. Andreas, dieAltstadt beherrschend u. s. w. Ueber den Dnjepr setzt einegrossartige, sechspfeilerige granitene Brücke, deren Kostensich auf 5 Millionen Rubel beliefen. Auf dem künstlich an-gelegten „Alexanderberg” erhebt sich das Denkmal des heil.Wladimir. Kijew war die erste russische Stadt, welche eineBuchdruckerei hatte (1551). Universität und viele wissenschaft-liche Anstalten. Sternwarte. Die Stadt ist wichtig als Handels-platz ersten Ranges.

Berditschew (57.000 Einwohner), mit wichtigem Pelz- und Pferdehandel. —Tschernigow (27.000 Einwohner), Sitz eines Erzbischofs, gewerbfleissige und handel-treibende Stadt. — Poltawa (34.000 Einwohner), historisch denkwürdige Stadt durchden Sieg Peter des Grossen über die Schweden 1709. Denkmal des Ersteren. Ger-bereien und Branntweinbrennereien. — Krementschug (39.000 Einwohner), amDnjepr, oberhalb der Schnellen, mit lebhaftem Handel. — Charkow (130.000 Ein-wohner), unfern des Donezflusses, mit Universität und ansehnlichen wissenschaft-lichen Anstalten. Als Messstadt spielt Charkow eine bedeutende Rolle. Der Woll-markt erzielt einen jährlichen Umsatz von 30 bis 40 Millionen. Ausserdem werdenhier zweimal des Jahres Pferdemärkte abgehalten.

7. Südrussland.

Dieses Gebiet erstreckt sich über das Steppenland nördlich des SchwarzenMeeres, vom Pruth im Westen bis zum Don im Osten. Im mittleren Theilebeherbergt es ungeheuere Heerden, am Küstenrande überwiegt die Salzsteppe.

Trotz der Nähe des Meeres hat Südrussland ein ausgesprochenes Continental-klima. Im Winter treten heftige Schneestürme auf, welchen oft ganze Heerdenzum Opfer fallen. Man unterscheidet drei Landabschnitte: das eigentlicheSüdrussland oder Neurussland, das Land der donischen Kosaken unddie Halbinsel Krim. — Gouvernements: Bessarabien, Cherson, Jekateri-noslaw, Taurien (einschliesslich der Krim) und die „Provinz des donischenHeeres”.

a) Neurussland.

Odessa (217.000 Einwohner), erst seit 1794 bestehend,in welchem Jahre auf Geheiss der Kaiserin Katharina II.auf der Stelle des türkischen Dorfes Hadschi-Bey derGrundstein zu der neuen Stadt gelegt wurde, hat diese,auf hoher Uferstufe gelegen und durch Befestigungengeschützt, in nicht ganz einem Jahrhundert zu einer dergrössten Städte des Reiches und zu dessen erstem See-handelsplatze sich emporgeschwungen. Odessa hat einegrossartige Wasserleitung, einen Kriegs- und Handels-hafen, viele hervorragende Gebäude und an 180 Fabriken,welche bei 5500 Arbeiter beschäftigen. Die Stadt ist sehrregelmässig angelegt, hat breite Strassen und eine gross-artige Hafentreppe, welche zum „Boulevard”, einer mit

Bäumen besetzten Pro-menade,heraufführt. Aufdiesem Boulevard er-hebt sich die Statue desHerzogs von Richelieu.Universität. Sitz derrussischen DampfschifF-fahrtsgesellschaft (mit200 Schiffen, darunterdie Hälfte Dampfer).Der Gesammthandel be-ziffert sich auf jährlichdurchschnittlich 150 Mil-lionen Rubel.

Cherson (65.000 Ein-wohner), befestigte Hafenstadtan der Mündung des Dnjepr,mit Kriegswerften und Arsenal.Statue Potemkin’s, der die Stadt1778 gegründet hatte. — Ni-kolajew (70.000 Einwohner),Hauptkriegshafen des SchwarzenMeeres, mit dem Sitze der Ad-miralität. Nautische Schulen undKriegswerft. Die Stadt liegt ineiner seeartigen Erweiterungdes Bug. In der Nähe lag imAlterthum das berühmte phöni-kische Emporium Olbia. AuchNikolajew wurde durch Potem-ldn gegründet (1792). — Jeli-sawetgrad (66.000 Einwohner),gut gebaute und befestigte Stadt,mit Arsenal und grossen Maga-zinen. Lebhafter Handel. —Jekaterinoslaw (35.000 Einwohner), von Potemkin im Jahre 1784 gegründet.Dessen Statue und die der Kaiserin Katharina II. schmücken die Stadt, welche einbedeutender Wollmarkt ist. — Taganrog (51.000 Einwohner), am Asow’schen Meereund in fruchtbarer Gegend gelegene befestigte Handelsstadt. Schiffbau, Leder- undWachstuchfabrikation. In Taganrog starb 1825 Kaiser Alexander I., dem hier einkolossales Standbild errichtet wurde.

In Bessarabien liegen: Kischenew (130.000 Einwohner, grösstentheilsJuden), eine der gewerbthätigsten Städte Südrusslands, mit über 200 Fabriken. VielObstbau. — Bender (28.000 Einwohner), befestigte Stadt am Dnjestr, mit Papier-mühlen, Gerbereien und Salpetersiedereien. — Akkerman (30.000 Einwohner), be-festigte Seehandelsstadt an der Mündung des Dnjestr. Salzgewinnung.

b) Die Krim.

Die taurische Halbinsel (26.000 Quadratkilometer gross)hängt mit der nur 8 Kilometer breiten Landenge von Pere-kop mit dem Festlande zusammen und bildet ein abgeschlossenesGebiet für sich von einem eigenthümlichen bodenplastischenGepräge. Während nämlich zwei Drittel des HalbinsellandesSteppe sind, erhebt sich im südlichen Drittel ein ansehnliches,von Westen nach Osten streichendes Küstengebirge — JailaDagh (höchster Gipfel: Kimal Agerek, 1524 Meter) — unterdessen Schutze an der Südküste, bei ausgeprägtem Mittel-meerklima, eine fast subtropische Vegetation zu bestehen ver-mag. Immergrüne Haine schmücken die lieblichsten Ufer-ortschaften und prachtvollen Sommersitze der kaiserlichenFamilie und russischen Grossen. Das Innere der Halbinselhat ein excessiv continentales Klima, im Winter häufig ver-derbliche Schneestürme. Die Viehzucht bildet die Haupt-erwerbsquelle der Bewohner, welche theils Tataren, theilsRussen sind.

Königl. Schloss in Lazienlu (Warschau).

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