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E. Osteuropa. — Das russische Reich,
den Kirchen ist die demheil. Johann geweihte Kathe-drale (durch bedeckte Gängemit dem königlichen Schlosseverbunden) die erwähnens-werteste. Im Uebrig'en zähltWarschau über achtzig Kir-chen. Unter den vielenwissenschaftlichen Anstaltensteht die 1830 aufgehobene,
1864 aber wieder eröffneteUniversität obenan. Die Stadtist der Mittelpunkt der gei-stigen und technischen Culturdes ganzen Königreiches.
Man zählt bei 300 Fabriken,welche bei 11.000 Arbeiterbeschäftigen. Die schiffbareWeichsel und vier Haupt-bahnen, welche in Warschaueinmünden, geben ihm zu-gleich die Bedeutung alserste Handelsstadt des Königreiches. Ausser der Alexander-Citadelle, welche die Stadt beherrscht, sind die Befestigungender Vorstadt Praga (namentlich das Fort Sliwicki) zu nennen.
— In der Umgebung von Warschau: Willanow, einst Sommer-residenz Johannas III. (Sobieski), der das noch jetzt bestehendeSchloss durch türkische Gefangene erbauen liess. Im Innerendes Schlosses befinden sich viele an Johann Sobieski erinnerndeGegenstände. — Czerniakow, mit Wallfahrtskirche, welchedie Gebeine des heil. Bonifacius enthält. — Mokotow, mitprachtvollem Palast und Park des Grafen Suslowski.— Sielce,Villeggiatur der eleganten Welt.
Andere wichtige Städte des Königreiches sind:
Nowo-Georgiewsk (früher Modlin), starker moderner Waffenplatz am Zu-sammenflüsse des Bug mit der Weichsel. -— Kalisz (22.000 Einwohner), Industrie-stadt (Tuch) und Hauptort des gleichnamigen Gouvernements.— Lodsi (60.000 Ein-wohner), mit bedeutenden Spinnereien und Webereien für Baumwolle und Wolle.
— Kjelce (10.000 Einwohner), Handel mit Getreide und Eisenwaaren.— Radom(13.000 Einwohner), handelthätiges und gewerbfleissiges Städtchen. — Ljublin(35.OOO Einwohner), nächst Warschau und Lodsi die volkreichste Stadt des Landes, imVerhältnisse zu ihrem vormaligen Glanze aber äusserlich herabgekommen. Mancherleiwissenschaftliche Anstalten, wichtige Messen. — Nowaja-Alexandrija, kleinesStädtchen mit dem durch seine Fracht, Sammlungen und sonstigen Erinnerungenberühmten ehemaligen Residenzschlosse der Fürsten Czartoryski. — Zamosc (9000Einwohner), befestigte Stadt im Gouvernement Ljublin.
9. Das GrossfürstenthumFinnland.
Flächeninhalt: 373.604 Quadrat-kilometer; Be wohnerza hl: 2,176.421(7 auf 1 Quadratkilometer), hauptsächlichFinnen, in den Küstenstädten Schwe-den. — Das Grossfürstenthum, welchesin Personalunion mit Russland steht,begreift die Finnische Fels- und Seen-platte in sich und ist wenig fruchtbar.Die zahllosen klippenreichen Seenbedecken den neunten Theil derganzen Bodenfläche des Landes. —Im südlichen Theile des Grossfürsten-thums blühen mancherlei Industrie-zweige. Die administrativen Angelegen-heiten werden durch den „FinnischenLandtag” geregelt, welcher auch ander Gesetzgebung Antheil nimmt; dieGesetzinitiative ist aber der KroneVorbehalten. — Administrative Ein-theilung in acht Läne.
Hauptstadt des Gross-fürstenthums ist Helsingfors(45.000 Einwohner), in einerfast kreisrund geschlossenen Bucht des Finnischen Meerbusensgelegen, mit lebhaftem Handel, Dampfschiffbau und Eisen-waaren-Industrie. Viele ansehnliche Gebäude. Universität. DieStadt fiel 1742 nach hartnäckiger Vertheidigung den Russen indie Hände. Die Zufahrt zu Helsingfors deckt die starke See-festung Sweaborg (das „nordische Gibraltar”), auf sieben Fels-eilanden gelegen, mit theils felsgehauenen, theils aus Granitaufgeführten Vertheidigungswerken, welche den Platz zu einemKriegshafen ersten Ranges stempeln. Station der russischenSchärenflotte.
Andere wichtige Oertlichkeiten in Finnland sind:
Abo (24.000 Einwohner), vormals Hauptstadt des schwedischen Finnlands,mit grosser Kathedrale. Die frühere Universität wurde von hier nach Helsingforsverlegt. — Wiborg (15.000 Einwohner), auf einer Halbinsel und Insel gelegen, sehrhandelsthätiges Städtchen, mit prachtvoller neuer russischer Kirche. In der Befesti-gung von Wiborg (das „Kronenwerk St. Anna”) steht das alte Schloss. — Nikolai-stadt (früher Wasa, 6500 Einwohner) und Uleäborg (10.000 Einwohner) sindbemerkenswerthe Seehandelsplätze; letztere hat auch einige Industrie aufzuweisen undist nördliche Endstation der Bahnlinie Helsingfors-Uleäborg. Torneä (lOOO Ein-wohner), an der schwedischen Grenze und nördlichste Stadt an der Ostsee, Haupt-niederlage für die rauhen, menschenarmen nördlichen Gegenden. — Wärelä, er-wähnenswerth wegen des „Friedens von Fredrikshavn”, welcher hier am 5. Sep-tember 1790 geschlossen wurde und durch welchen Finnland an Russland fiel.
Helsingfors.
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