Karte 
Die Erde in Karten und Bildern : Handatlas in 63 Karten nebst 125 Bogen Text mit 1000 Illustrationen / unter Mitwirkung hervorragender Fachmänner herausgegeben von der Verlagshandlung ; Karten-Gravure und -Druck von G. Freytag & Berndt
Entstehung
Seite
196
JPEG-Download
 

196

Allgemeine Uebersicht. — Küstenumrisse und Inseln.

H

Volkstypen von Ariern am Hindukusch.

I. II. Balti. — III. IV. Ladaki. — V. VI. Darden.

Küstenumrisse und Inseln.

strich die „Kräuterküste” — ein Name,

Die Ostküste vonOman erstreckt sich biszum Ras el Hadd, demöstlichsten Vorgebirgeder Halbinsel Arabien.Fast der ganze Südrandder letzteren ist Steil-küste. Der östliche Theilderselben ist eines dervon der Aussenwelt amabgeschlossensten lie-genden Gebiete unseresPlaneten. In seiner Ge-sammtheit zerfällt derSüdrand von Arabien— gewöhnlich Hadr-maut genannt — in dreiAbschnitte: in den öst-lichen, vom Cap Haddbis Mirbat im Lande„Zaffar”; in den mittle-ren, von Mirbat bis Ma-kalla, und in den west-lichen, von Makalla biszur Strasse Bab elMandeb. Die östliche,von Klippen starrendeund von kahlen, un-wirthlichen Küstenge-birgen erfüllte Gestade-zone ist uns nur wenigbekannt; im Volksmun-de heisst dieser Ufer-der auf die Spur der

im Alterthume üblichen Bezeichnung „Weihrauchküste” führt.

Trotz der Massigkeit und Geschlossenheit des Stammeszeigt Asien an seinen westlichen, südlichen und östlichenKüstenrändern eine mannigfaltige Gliederung, welche örtlichzum mindesten so reich ist wie jene von Europa. Dass letzteresden Eindruck weitaus reicherer Gliederung macht, rührt vondessen geringerer räumlicher Ausdehnung.

Asien wird, das südliche Eismeer ausgenommen, von allenOceanen bespült: im Süden vom Indischen Ocean, im Ostenvom Grossen Ocean, im Westen vom Mittelmeer, welchesein Abschnitt des Atlantischen Oceans ist, im Norden vomArktischen Ocean.

Indischer Ocean. Derselbe zerfällt in zwei natürliche Ab-schnitte: in jenen westlich der vorderindischen Halbinsel undin jenen östlich derselben. Der Theil des Indischen Oceans,welcher den Raum zwischen der vorderindischen und ara-bischen Halbinsel ausfüllt, wird das Arabische Meer ge-nannt. Es greift mit zwei Aesten — dem Persischen Golfund dem Rothen Meer — tief in die Festlandsmasse ein.

Ersteres vermittelt den Zusammenhang durch die Strasse vonOrmus zwischen den Küsten von Beludschistan und Oman.

Das arabische Ufer greift als gebirgige Halbinsel schroff und wild zerrissenins Meer aus und bildet mit dem Cap Mesandum den linken Pfeiler desWasserthores; gegenüber, auf dem persischen Festlande, öffnet sich eineweite, flache Bucht.

Der Persische Golf wird von durchwegs öden, heissen Küsten umsäumt, welchen allent-halben Inseln vorlagern. An der sogenannten „Piratenküste” im Norden des Gebietes von Oman (alsoauf der arabischen Seite) ist das Gestade durch fjordartige Einbuchtungen wild zerrissen. Die Uferseeist erfüllt von einem Gewirre von Klippeneilanden, welche säulenartig aus der fast immer bewegtenFluth aufragen. Andere dieser Eilande (Dalmi, Seir-Beni-Jas, Biliard u. s. w.) sind von grössererAusdehnung und besitzen mehrere kleine Häfen mit den Trümmern steinerner Bauten und ganzenBergen von erbrochenen Perlenmuscheln. Der Persische Golf ist nämlich der wichtigste Fundort derPerlenaustern, und die Ausbeute dieser submarinen Schätze weist bis ins graue Alterthum zurück.Die berühmteste Perlenbank der Welt befindet sich bei der Insel Bahrein, die in einem Winkelder arabischen Küste versteckt liegt. Andere Perlenbänke befinden sich bei der Insel Karak,unweit von Abuschir, ganz im nordöstlichen Winkel des Golfes. Die vorgenannte Bahreiner Bankreicht südwärts weit an der Küste herab bis zum schwarzen Klippenarchipel des „Bahr el Benat”,von dem weiter oben die Rede war.

Am nordwestlichen Ende des Persergolfes mündet der Doppelstromdes Euphrat und Tigris als Schat el Ar ab mit einem bedeutenden Delta,welches im Laufe der Zeit grosse Veränderungen erfahren hat. Der arabischeUferstrich des Persergolfes (El Hasa genannt) ist durch ein ödes, felsigesKüstengebirge vom arabischen Hochlande getrennt. — Ausserhalb desPersergolfes erstreckt sich die Küste von Oman. Sie ist ein üppiges Palmen-land, welches durch schroffe Randketten vom Hinterlande abgetrennt ist.Hauptort ist Maskat, in einer fast kreisrunden Bucht versteckt, mit einemimposanten Kranze nackter, dunkler Felshöhen, welche die Stadt im Hinter-gründe umklammern.

Im weiteren Verlaufe der Küste des Hadrmaut finden sichnur wenige, unbedeutende Häfen.

Den westlichen Endpunkt des Gestades bezeichnet Aden, im gleichnamigen

(von der arabischen Halbinsel und dem Osthorn von Afrika eingeschlossenen) Golfe.Eine gebirgige, wild zerklüftete, durchwegs aus vulcanischen Gebilden bestehendeHalbinsel erstreckt sich von dem flachen Gestade in die See hinaus. Dieses Gebirge(Dschebel Schamschan), mit Kegeln bis 500 Meter Höhe, hat gegen Osten einekraterartige Einsenkung, an deren Mündung die Stadt Aden, das „Gibraltar desOstens”, liegt. Der Durchmesser des fast kreisrunden Kraters misst 3 Kilometer;der Kraterrand, gegen Westen am höchsten ansteigend, senkt sich gegen Osten zumMeere, steigt gegen Nordost bis zu 200 Meter empor und stürzt hierauf steil, mitverschiedenen Verzweigungen, zum Meere ab. Nur da, wo die Stadt Aden — das„Camp” der Engländer, zum Unterschiede von ihrer Colonie „Steamerpoint” —liegt, ist dieser Kraterrand wie durch eine heftige Eruption ganz durchbrochen undöffnet das Innere seiner Arena durch eine schmale Schlucht dem Meere, welches hierdie „Adenbai” bildet. Die vor dem Hafen gelegene kleine Insel Sira ist zweifellosein Bruchstück des ehemals geschlossenen Kraterrandes.

Die Halbinsel Aden ist ein Land, welches neben der Süd-küste Beludschistans, dem „Germsir” bei Abuschir im Perser-golfe und einzelnen abessinischen Küstenstreifen zu den heisse-sten Strichen Asiens, ja vielleicht der ganzen Erde gehört . . .Von Aden ist es nur eine kurze Seestrecke bis zur Pforte insRothe Meer — der Strasse Bab el Mandeb („Thor der

Cap Mesandum.